Tansania: Hier wächst unsere Zukunft

Auf der tansanischen Insel Sansibar fördert CARE das Bewusstsein der Bewohner für Umwelt- und Waldschutz

 

Amina Haji Ali lebt in Kitogani in Sansibar, einer tansanischen Insel vor der Küste Ostafrikas. Ihre Hände, mit denen sie in der steinigen Erde gräbt, sind voller Schwielen. Dort, wo einst Wald war, sind nun Ackerflächen und Straßen. 

Amina konzentriert sich ganz darauf, eine passende Vertiefung mit ihren Händen herzustellen, die den kleinen Setzling einer Kasuarine, ein Baum mit schachtelhalmähnlichen Zweigen, aufnehmen und schützen wird. Denn diese Bäume sind ihre Zukunft. Je mehr Bäume sie pflanzt, umso höher sei die Wahrscheinlichkeit für ein besseres Leben für sie, ihren Mann und ihre Kinder, erklärt sie. 

Auf Sansibar gibt es immer weniger Wälder. Kokosnuss- und Nelkenplantagen haben sie verdrängt. Außerdem holzt ihn die lokale Bevölkerung für Brennholz für den Eigenbedarf und zum Verkaufen ab. Die Wälder gehören dem Staat und damit auch all seinen Bürgern: Aber für ihren Erhalt fühlt sich niemand wirklich verantwortlich. 

Das CARE-Projekt, aStarke Hände für eine klimafreundliche Zukunft. (Foto: CARE/Hockstein)n dem Amina teilnimmt, zielt darauf ab, ein Bewusstsein für Umwelt- und Waldschutz zu fördern. Dabei bezieht das Projekt die gesamte Gemeinde ein. In diesem Zusammenhang prüft CARE das REDD-Modell (Reducing Emissions from Deforestation and Degradation) der Vereinten Nationen. Die Idee ist einfach: Sie basiert auf der Funktion der Wälder als Kohlenstoffspeicher. Dem in den Wäldern gespeicherten Kohlenstoff wird ein finanzieller Wert beigemessen. Für jeden Baum wandert Geld in die Gemeinschaftskasse des Dorfes. Dieses Einkommen kommt sowohl Männern als auch Frauen von Kitogani in gleicher Weise zu Gute. Das CARE-Projekt beinhaltet jedoch weitere Maßnahmen, um so der lokalen Entwaldung entgegenzuwirken. Neben dem Ausbau von Baumschulen, um die Holzproduktion zu erhöhen, bietet CARE-Trainings zur gemeinschaftlichen Waldbewirtschaftung an. Zudem verringern bessere Öfen den Feuerholzverbrauch der Haushalte. 

Amina hofft, dass die Bäume, die sie gepflanzt hat, ein doppelter Gewinn für sie sind: Sie kann sie verkaufen – als Brennholz oder fertige Pfähle. Aber auch indirekt profitiert sie, indem sie einen Anteil des REDD-Einkommens erhält, den das Dorf als REDD-Mitglied erwirtschaftet. Amina und die anderen Frauen, die auf der gemeinschaftlichen Waldparzelle arbeiten, können mit dem Geld die Schulgebühren für ihre Kinder bezahlen.  So wächst mit dem Setzling nicht nur der Baum, sondern auch die Zukunft der Kinder und damit des ganzen Dorfes.