Thailand: Der hohe Preis der Anpassung

Folge 7 der Serie: Wie erleben CARE-Mitarbeiter den Klimawandel?

Mein Name ist Prasarn Sathansatit. Ich bin Projektmanager für die Projekte der Raks Thai Foundation im Süden Thailands. Das umfasst die Provinzen entlang des Golfs von Thailand und der Andamanensee. Ich bin stolz auf meine Arbeit bei der Raks Thai Foundation, dem ersten Mitglied von CARE International aus einem Entwicklungsland.

In der letzten Zeit konzentriert sich meine Arbeit mehr und mehr auf die Anpassung an den Klimawandel. Wir beobachten starke Veränderungen in den Ökosystemen entlang der etwa 2000 Kilometer langen Küste Südthailands. Es gibt einen sichtbaren und schnellen Anstieg der Küstenerosion durch vermehrte Stürme, Überschwemmungen und Springfluten. Dadurch werden Straßen und andere öffentliche Einrichtungen beschädigt. Viele Gemeinschaften an den Küsten und Inseln bemerken Veränderungen der Sandbänke, wodurch ihre Existenzgrundlage beeinträchtigt wird. Dasselbe geschieht durch sich verändernde Wettermuster und Jahreszeiten. Die Kosten, sich an diese Veränderungen anzupassen, sind für die Betroffenen oft zu hoch, da viele noch Landwirtschaft und Fischerei für den Eigenbedarf betreiben. Die Reis- und Gummiernten sind schon jetzt drastisch zurück gegangen und die Unfälle auf hoher See haben durch die Zunahme widriger Wetterbedingungen zugenommen. In einigen Provinzen haben diese Veränderungen schon zur Vertreibung von Menschen geführt. In diesen Gebieten leben allerdings ca. acht Millionen Menschen – und nicht alle können ihre Heimat einfach verlassen. Darum müssen wir nachhaltige und kosteneffiziente Lösungen finden, um ihnen bei der Anpassung an den Klimawandel zu helfen.

Investitionen müssen nachhaltig bleiben

Wir stehen der wachsenden und dringen Notwendigkeit gegenüber, neue Programme zu entwickeln, die die Widerstandsfähigkeit der Küstenbewohner gegenüber dem Klimawandel steigern. Besonders die marginalisierten und verletzlichen Bevölkerungsteile sind auf Unterstützung angewiesen. Außerdem müssen wir unsere bisherigen Entwicklungsprojekte – und vor allem den Beitrag der lokalen Gemeinschaften hierzu – vor den negativen Folgen des Klimawandels schützen. Nach dem Tsunami 2004 wurden den lokalen Gemeinschaften viele Hilfsgelder zur Verfügung gestellt. Schulen, Straßen und Häuser wurden wieder aufgebaut und Existenzen gesichert. Diese und andere Investitionen müssen nachhaltig bleiben und dem Klimawandel widerstehen können.

Zwar war der Tsunami die tödlichste Katastrophe in der Geschichte Thailands, aber er hat auch dazu beigetragen, den Menschen die Bedeutung natürlicher Schutzräume nahezubringen. Die meisten der 135 Küstengemeinden, mit denen wir arbeiten, erkennen nun die Wichtigkeit der Mangrovenhaine vor ihrer Küste an. Mit der Unterstützung von Raks Thai haben sie jetzt auch die Möglichkeit, Schutz- und Aufforstungsmaßnahmen zu ergreifen.

Keine Verhandlungssache


Im Süden Thailands gibt es immer noch viele Gemeinden, in denen das Bewusstsein und die Möglichkeit sich an den Klimawandel anzupassen nicht vorhanden ist. Deshalb arbeiten wir eng mit unseren Partnern in der nationalen und lokalen Verwaltung zusammen, um die Herausforderungen des Klimawandels in diesen Regionen zu begegnen. Wir fordern aber auch die Regierungen in allen anderen Ländern der Welt dazu auf, ihren Teil zu leisten. Damit wir Erfolg haben können, muss es ein internationales Abkommen zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen geben. Das ist keine Verhandlungssache zwischen entwickelten und unterentwickelten Staaten. Jeder in unserer globalen Gemeinschaft wird davon betroffen sein.

CARE-Serie zur Klimakonferenz in Kopenhagen:

Folge 1 - Indonesien: Die Zukunft unserer Kinder
Folge 2 -
Peru: Klimawandel bedeutet Hunger
Folge 3
- Kenia: Rückschritt durch den Klimawandel
Folge 4 - Bangladesch: Das Wasser kommt
Folge 5 - Tansania: An die Staatsoberhäupter der Welt

Folge 6 -
Nepal: Was Du heute kannst besorgen...
Folge 7 -
Thailand: Der hohe Preis der Anpassung
Folge 8 -
Guatemala: Die Geschichte von Graciela Cabrera de Lopez
Folge 9 - Vietnam: Der Klimawandel findet JETZT statt
Folge 10 - Bangladesch: "Im letzten Jahr nahm sich die Flut unsere Ernte"