Überall Wasser: Heftige Fluten bedrohen Südostasien

CARE startet Nothilfe in Vietnam und Kambodscha.

 

 

Die CARE-Nothilfeteams in Vietnam und Kambodscha befinden sich im Einsatz gegen die schlimmsten Fluten, wie es sie in Südostasien seit zehn Jahren nicht mehr gegeben hat. Mehr als 500 Tote und über eine Million obdachlos gewordener Menschen zählen die Behörden, Tendenz steigend. In verschiedenen Gebieten in Vietnam, Kambodscha, Laos und Thailand werden am Wochenende erneut hohe Fluten erwartet, die die Hilfeleistungen wiederum erschweren werden. 

Vietnam:

Vietnam meldet 43 Tote bei den Überflutungen im Mekongdelta, 31 davon sind Kinder. CARE erhielt bislang noch unbestätigte Meldungen über mehr als 230.000 Betroffene sowie über zerstörte Reisfelder mit einer Gesamtfläche von über 6.500 Hektar. Vietnam ist der zweitwichtigste Reisexporteur der Welt. Die Hälfte der landesweiten Reisproduktion findet im Mekongdelta statt, das nun überflutet ist. Peter Newsum, CARE-Länderdirektor in Vietnam, berichtet von Verwüstungen in den Gebieten An Giang, Long An und Dong Thap. „Zehntausende haben ihre Häuser verloren, sind hilflos und brauchen unbedingt Nahrung, Wasser und eine Unterkunft“, so Newsum. 

Kambodscha:

Gegenwärtig zählen 17 der insgesamt 23 Provinzen in Kambodscha zu Notgebieten und auch in den folgenden Tagen erwartet man hohe Flutwellen. CARE schätzt, dass 13 Prozent der landesweiten Reisernte gefährdet sind, was schwerwiegende Folgen für die zukünftige Nahrungssicherheit und die Lebensgrundlage unzähliger Familien hätte.  

CARE schätzt, dass eine Million Menschen in Kambodscha betroffen sind. Es wird von mehr als 200 Toten berichtet, wovon etwa die Hälfte Kinder sind. Neueste Schätzungen sprechen von etwa 32.000 Evakuierten, 70 Prozent von ihnen Frauen und Kinder. Die Männer bleiben größtenteils zurück, um sich um das hinterbliebene Hab und Gut zu kümmern. 

CARE hilft den Betroffenen mit Hilfsgütern und konzentriert sich damit aktuell auf die Provinz Prey Veng in Kambodscha, eines der am schwersten betroffenen Gebiete. Da die Fluten steigen, erwartet man hier in den folgenden Tagen eine dramatische Verschlimmerung der Situation.

Stav Zotalis, CARE-Länderdirektorin in Kambodscha, nennt Nahrung, Wasser und Hygiene sowie Unterkünfte als die drei wichtigsten Prioritäten für die betroffenen Menschen. 

„Das rasch anschwellende Wasser hat den Nahrungsvorrat vieler Familien zerstört und sie konnten bei der Flucht kaum etwas mitnehmen. CARE wird Lebensmittel verteilen, aber auch  Moskitonetze, Hygienebeutel und Wasserfilter“, so Stav Zotalis. „Mancherorts steht das Wasser hüfthoch, daher wird es bald Probleme mit Krankheiten bei Mensch und Tier geben. Dies gilt es zu verhindern, zumal die ärmsten Häuser und Hütten bereits überflutet sind”, ergänzt sie.