Unfassbares Leid

Zwangsbeschneidung: Weltweit teilen bis zu 140 Millionen Frauen das Schicksal von Waris Dirie

Jeden Tag werden rund 8.000 Mädchen beschnitten, die meisten von ihnen in Afrika. Obwohl die Beschneidung an Mädchen und Frauen als Menschenrechtsverletzung international geächtet wird, ist sie bis heute in vielen Ländern traurige Realität: Allein in Somalia, dem Heimatland der Schriftstellerin Waris Dirie*, beträgt der Anteil von beschnittenen Frauen und Mädchen nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO 97,9 Prozent. Auf dem gesamten Kontinent sind jährlich drei Millionen Mädchen und Frauen der Gefahr ausgesetzt, Opfer dieser grausamen Praxis zu werden. Die Gründe dafür sind vielschichtig und meistens religiöser, sozialer oder kultureller Art.

Lebenslange Qualen

Bei einer Beschneidung werden die äußeren Teile der weiblichen Geschlechtsorgane teilweise oder vollständig entfernt. Meistens wird dieser Akt von einer traditionellen Beschneiderin vollzogen, die dafür Messer, Rasierklingen oder Glasscherben benutzt. Bei dieser Prozedur leiden Mädchen und Frauen unter schlimmen Schmerzen und hohem Blutverlust. In den schlimmsten Fällen endet diese Praxis mit dem Tod. Im „besten“ Fall bedeutet die Beschneidung ein Leben voller seelischer und körperlicher Schmerzen. Frauen berichten von Qualen beim Urinieren und während der Menstruation, aber auch von Infekten, Inkontinenz und Sterilität. Außerdem kommt es bei einer Geburt oft zu erheblichen Komplikationen für Mutter und Kind.

Gegen Beschneidung im Flüchtlingslager

Im kenianischen Flüchtlingslager Dadaab leben mittlerweile knapp 300.000 somalische Flüchtlinge. Dort engagiert sich CARE dafür, sexuelle Gewalt und Zwangsbeschneidung zu verhindern. Es gibt Kampagnen und Diskussionsrunden zur Beschneidung, außerdem wird in reinen Männergruppen darüber informiert, welche schmerzhaften Folgen die Praxis für ihre Frauen und Töchter hat.

*Die Schriftstellerin Waris Dirie kommt aus Somalia und hat ihre Geschichte in dem Buch "Wüstenblume" niedergeschrieben. Der Film mit dem gleichen Titel läuft nun im deutschen Kino: Link zur Homepage

In Deutschland beteiligt sich CARE an der Aktion Weißes Friedensband, die sich für ein Ende der Zwangsbeschneidung von Mädchen und Frauen einsetzt