Update: Die Lage am Horn von Afrika und die Hilfe von CARE

Die Hungerkrise am Horn von Afrika verschlimmert sich täglich. Mehr als 12,4 Millionen Menschen sind betroffen – vor allem auch Kinder.

Die Lage in Somalia
In Somalia wurde für fünf Regionen eine Hungersnot ausgerufen, eine sehr ernste Einstufung. Im ganzen Land sind Schätzungen zufolge 3,7 Millionen Menschen von der Krise betroffen, von denen 3,2 Millionen auf sofortige lebensrettende Maßnahmen angewiesen sind. Es gibt knapp 1,5 Millionen Binnenflüchtlinge in Somalia. Zwischen 1.000 und 1.500 Somalier kommen nach wie vor täglich im Flüchtlingslager Dadaab im Norden Kenias an – insgesamt leben hier bereits mehr als 420.000 Menschen. Auch das Lager Dollo Ado in Äthiopien beherbergt bereits über 118.000 Menschen

Die Lage in Kenia
Kenia beherbergt in Dadaab nicht nur somalische Flüchtlinge. Auch Kenia selbst ist betroffen. Die Lebensmittelpreise steigen unaufhörlich, während die Preise, die Hirten für ihre Rinder bekommen, weiter sinken. Akuter Wassermangel und Futterknappheit für die Tiere haben vor allem Auswirkungen auf die Hirtengesellschaften im Nordwesten des Landes. Viele haben ein Drittel ihrer Herden verloren. Geringe Milchproduktion trägt zum Ernährungsproblem bei Kindern unter fünf Jahren bei. Auch hier könnte in den nächsten sechs Monaten eine große humanitäre Krise entstehen.  

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Die Lage in Äthiopien
In Äthiopien sieht es ähnlich aus: Die anhaltende Dürre zerstört die Landwirtschaft, was besonders für die Bauern – die immerhin 80 Prozent der Bevölkerung stellen – das Ende ihrer Selbstversorgung bedeutet. Die Dürre hat aber auch verheerende Auswirkungen auf die Hirtengemeinschaften in Äthiopien. Die Aussichten auf eine Verbesserung der Lage für die 4,6 Millionen Menschen, die auf Notlieferungen angewiesen sind, sind schlecht. Die Zahl der Betroffenen ist seit April um 40 Prozent gestiegen.

 Wie hilft CARE?

CARE arbeitet unter Hochdruck, um mehr als zwei Millionen Menschen in Kenia, Äthiopien und Somalia mit Wasser, Lebensmitteln, medizinischer Versorgung, psychologischer Hilfe und einer Unterkunft zu unterstützen. Neben der unmittelbaren Nothilfe unterstützt CARE die Gemeinden auch langfristig dabei, widerstandsfähiger und produktiver zu werden, um nicht mehr so anfällig für Dürren und Hunger zu sein. Der Erfolg ist in den Regionen, in denen CARE seit Jahren Programme zur Vorsorge durchführt, sichtbar: Langfristige Projekte haben dazu geführt, dass in diesen Regionen wesentlich weniger Menschen sterben. Das Welternährungsprogramm schätzt, dass in Äthiopien etwa nur ein Drittel so viele Menschen unter der Dürre leiden, wie es ohne fortlaufende, vorsorgende Projekte der Fall gewesen wäre.

    
Die Hilfe von CARE in Äthiopien

CARE weitet die Nothilfe in vier Sektoren aus: Lebensmittelversorgung, Wasser, Sanitäre Anlagen und Existenzsicherung. Vor allem werden die Landwirtschaft und die Aufzucht von Tieren unterstützt. Bis heute hat CARE mit seinen Nothilfeprogrammen in Äthiopien über 395.000 Menschen erreicht. Zusätzlich zu Lebensmittelhilfen verteilt CARE Wasserreinigungstabletten an Hirtenfamilien und setzt Bohrlöcher wieder instand. Zusammen mit der äthiopischen Regierung hat CARE über 20 Zentren eingerichtet, in denen Familien ihre ausgemergelten und ohnehin bald sterbenden Tiere zum Schlachten abgeben können. Etwa 47 US Dollar bekommen die Besitzer noch für ihr Vieh. Das Fleisch wird dann an Familien verteilt, die besonders von der Nahrungsmittelkrise betroffen sind.

Ein weiterer Schwerpunkt von CARE ist, die Hirten dabei zu unterstützen, sich in Zeiten der Dürre selbst versorgen zu können. Dafür verteilt CARE Saatgut für Bohnen und Weizen sowie Tierfutter.

 
Die Hilfe von CARE in Kenia

Im Flüchtlingslager Dadaab versorgt CARE mehr als 400.000 Menschen mit Wasser und Lebensmitteln, führt Bildungsprojekte durch und hilft Opfern sexueller Gewalt, Erlebtes zu verarbeiten. In den Gebieten im Norden Kenias, die von der Dürre schwer betroffen sind, baut CARE seine bereits bestehenden Programme zur Wasserversorgung und zur Hygiene aus. Bis heute hat CARE mehr als 305.000 Menschen helfen können. In manchen Fällen arbeitet CARE mit Gemeindevorstehern zusammen und verteilt direkt Geldhilfen an Familien, die schwer von der Dürre betroffen sind. Damit können sie ihre Existenzgrundlage sichern. Andere Langzeitprojekte sind beispielsweise Wassermanagement, tierärztliche Versorgung, Unterstützung beim Aufbau von verschiedenen Existenzgrundlagen und Katastrophenmanagement.

Somalia

Aufgrund der kritischen Lage in weiten Teilen Somalias ist es für CARE sehr wichtig, trotz der schwierigen Sicherheitslage und mangelnder Logistik humanitäre Hilfe zu leisten. Die Nothilfe konzentriert sich auf die Bereiche Wasser, sanitäre Anlagen, Hygiene, Lebensmittelsicherheit, Existenzsicherung, Gesundheit/Ernährung und Verteilung von Haushaltsgegenständen. Unser langfristiges Engagement umfasst verschiedene Ansätze, um Kommunen zu helfen, widerstandsfähiger gegen Katastrophen zu werden und Existenzgrundlagen zu sichern. Bis heute hat CARE mit seiner Hilfe rund 164.000 Menschen in Somalia erreicht, die von der Dürre betroffen sind.