Vanuatu: Malas Geschichte

Die 23-jährige Mala musste als Zwölfjährige die Schule verlassen. Ihre Eltern konnten sich die Gebühren nicht mehr leisten. Im Rahmen eines EU-geförderten Projektes erhielt sie nun einen Praktikumsplatz bei CARE in Vanuatu.

Seit Juni 2010 arbeitet CARE im Rahmen eines Projektes des Büros für humanitäre Angelegenheiten der Europäischen Kommission (ECHO) mit der Organisation "Youth Challenge" in Vanuatu, einem Inselstaat im Südpazifik zusammen. Ziel ist es, jungen Menschen in dem kleinen Inselstaat ein Praktikum zu vermitteln. Auch Mala Silas hat so ein Praktikumsplatz bekommen - im Büro von CARE in Vanuatu. 

Mala ist 23 Jahre alt und von der Insel Tanna im Süden Vanuatus. Ihre Eltern konnten nicht zur Schule gehen. Auch Mala und ihre fünf Geschwister sind nur in die Grundschule gegangen. Das Geld für die weiterführende Schule hatten die Eltern einfach nicht. Mala ist bis zur sechsten Klasse in eine katholische Missionsschule gegangen. Aber schon bald hatten ihre Eltern nicht genügend Geld um die Schulgebühren, den Schulbus und die Schulmaterialien bezahlen zu können. Also musste sie die Schule abbrechen. "Ich war sehr traurig, als ich die Schule verlassen musste. Doch das hat mich nicht entmutigt", erzählt Mala. 

Mit ihren gerade einmal zwölf Jahren wurde sie von den Kirchenvertretern ausgewählt, als Lehrerin im Kindergarten ihrer Schule zu arbeiten. Sie bekam zusätzliche Ausbildungen und Unterstützung, die ihr geholfen haben, ein Praktikum bei CARE anzustreben. 

Teil der Vision als Praktikantin 

"Ich wollte bei CARE als Freiwillige arbeiten, um mehr zu lernen und meine Fähigkeiten und mein Wissen zu verbessern. CARE als Organisation gefällt mir sehr gut. Ich wollte Teil der Vision sein, Armut zu bekämpfen und Menschen zu vermitteln, was Katastrophenvorsorge bedeutet. Ich möchte den Menschen helfen, sich besser auf mögliche Katastrophen vorzubereiten." 

Vanuatu ist stark von den Folgen des Klimawandels betroffen und die Bewohner leben laut dem "WeltRisikoBericht" mit dem höchsten Risiko Opfer einer Katastrophe zu werden. Der steigende Meeresspiegel bedroht die Existenz vieler Dörfer auf den Inseln. Schon ein Dorf musste 2005 umgesiedelt werden. In 50 Jahren könnte der Inselstaat verschwunden sein. Bei CARE lernte Mala mehr über Katastrophenvorsorge, Nothilfe und den Klimawandel. Sie wurde darauf vorbereitet, zwei Monate in den Projekten zu arbeiten. Bei ihrer Arbeit im Feld sammelten sie und die anderen Teilnehmer des Praktikanten-Programms von CARE wichtige Daten. Sie prüfen, wie anfällig Gemeinden für Katastrophen und Klimaveränderungen sind. 

"Durch das Praktikum bei CARE habe ich viel gelernt, was ich vorher nicht verstanden habe. Ich habe mehr über die Rechte verschiedener gesellschaftlicher Gruppen gelernt, über die Rechte von Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen und wie wir ihnen helfen können, Teil der Gesellschaft zu sein. Ich habe auch gelernt, wie Geschlechtergleichheit zwischen Frauen, Männern, Mädchen und Jungen aussehen sollte. Das Praktikum hilft mir, die unterschiedlichen Situationen von Menschen zu verstehen und zu erkennen, wer Hilfe am dringendsten benötigt." 

Ein Praktikum als Möglichkeit für eine sichere Arbeitsstelle 

CARE bereitet durch das Praktikantenprogramm junge Menschen darauf vor, ihre Mitbewohner über Naturkatastrophen aufzuklären und sie darauf vorzubereiten. Arbeitslose Jugendliche gewinnen so neuen Mut, können ihre Fähigkeiten weiterentwickeln und erhöhen ihre Chancen auf einen Job. Die meisten Absolventen bekommen nach dem "Youth Challenge"-Programm eine sichere Arbeitsstelle. 

Für Mala war das Praktikum nur ein Anfang: "Ich möchte weiterhin zusammen mit dem CARE-Team gegen Armut kämpfen und Menschen auf der ganzen Welt helfen. Auch kann ich nun den Menschen in meiner Gemeinde helfen, sich besser auf zukünftige Naturkatastrophen vorzubereiten".