Vier Euro für ein Leben

Am 25. April ist Welt-Malaria-Tag

Zahlen wiederholen sich, Leben nicht. Jedes Jahr tötet Malaria weltweit 881.000 Menschen. Innerhalb von zwölf Monaten sterben also so viele Menschen in den Tropen, wie etwa in der gesamten Region um Bonn leben. Dabei ist Schutz so einfach: Moskitonetze können die Ansteckung und Medikamente den Tod verhindern. Ein Moskitonetz kostet vier Euro und kann ein Leben lang vor den gefährlichen Stichen der Anopheles-Mücke schützen, die vor allem nachtaktiv ist.

Die Krankheitserreger vermehren sich in der Leber und können ohne Behandlung zum Versagen anderer lebenswichtiger Organe und dem Tod führen. Wie immer sind besonders die Kinder verletzlich: bis zum fünften Lebensjahr ist ihr Immunsystem noch nicht ausgereift und die Erreger können sich ungehindert im Körper ausbreiten. In Nothilfeeinsätzen, wie zum Beispiel in Vietnam, versorgt CARE Flüchtlinge mit Moskitonetzen. Um die Ansammlung von Mückenschwärmen zu verhindern, ist auch Abwasserhygiene besonders wichtig. Denn bei Latrinen und an den Tanks, an denen Wasser abgezapft wird, entstehen oft Pfützen. Sie sind eine ideale Brutstätte für die Mücken. 

Auch Aufklärung gehört zum Kampf gegen Malaria. In Sambia fahren CARE-Mitarbeiter in die Dörfer und vermitteln mit Theaterstücken und Erzählungen, wie man ein Moskitonetz richtig verwendet und sich vor Mückenstichen schützen kann.

Für die Finanzkrise hat die deutsche Regierung ein Konjunkturpaket von 25 Milliarden Euro beschlossen. Knapp 20 Prozent dieser Summe, also 4 Milliarden Euro, reichen aus, um Menschen in den Tropen in diesem Jahr vor Malaria zu schützen. Und Fortschritt ist möglich: Laut Weltgesundheitsorganisation haben sieben afrikanische Staaten die Ansteckungsrate schon um die Hälfte gesenkt – mit Hilfe eines dichten Netzes an medizinischer Versorgung und Präventionsmitteln. Die Welt braucht also nicht nur Konjunktur-, sondern auch CARE-Pakete. Voll bepackt mit Moskitonetzen, Spray und Medikamenten.