Vietnam: Im Auge des Sturms

CARE-Länderdirektor Peter Newsum über die ersten Stunden nach dem Eintreffen des Wirbelsturmes Ketsana

Der Wirbelsturm Ketsana, der auf den Philippinen solch entsetzliche Schäden verursacht hat, ist nun in Vietnam angekommen. Nach offiziellen Angaben ist es für einige Regionen der schlimmste Taifun, den sie seit Jahrzehnten erlebt haben.

Während Ketsana bereits auf den Philippinen wütete, haben wir uns hier in Vietnam schon darauf vorbereitet, dass der Wirbelsturm bald unsere Küste erreicht. Jetzt ist er angekommen und wir rechnen mit dem Schlimmsten.

Es gibt viele unterschiedliche Dinge, die mir durch den Kopf gehen. Ich bete für die betroffenen Menschen und hoffe um wenig Opfer und wenig Leid. Dennoch ist mir bewusst, dass die Realität ganz anders sein kann.

Ich weiß dass die vietnamesische Regierung enorme Arbeit geleistet hat, um die Menschen auf den Sturm vorzubereiten. Sie haben den Sturm schon seit einigen Tagen beobachtet, Menschen aus risikoreichen Regionen evakuiert, Schulen geschlossen und notwenige Vorbereitungsmaßnahmen getroffen, um den Schaden so gering wie möglich zu halten.

Aber wir müssen realistisch sein, die Stärke von Ketsana war bisher überwältigend. Der Sturm hat große Zerstörung hinterlassen und die Regenfälle starke Überflutungen verursacht. Im Moment schließen wir Helfer uns zusammen und bündeln unsere Kräfte, damit wir einen schnellen und erfolgreichen Notfalleinsatz durchführen können.

Wir befinden uns gerade in einer frühen Phase der Katastrophe und in der ist es immer schwer, an Informationen kommen. Die Telefonleitungen sind außer Betrieb, die Straßen überschwemmt und die Kommunikationskanäle blockiert. Angesichts dieser Herausforderungen geben wir unser Bestes, um schnell und erfolgreich zu reagieren.

Während wir noch nicht genau abschätzen können, mit welchem Ausmaß der Katastrophe wir es hier zutun haben, bereiten wir uns darauf vor, den Menschen in Not zu helfen. Wir haben schon damit begonnen, Vorräte zu besorgen und unsere Mitarbeiter stellen sich darauf ein, in die Katastrophengebiete zu reisen.

Obwohl wir noch nicht genau wissen, wie groß das Ausmaß des Schadens ist und was für eine mögliche Katastrophe auf uns wartet, wissen wir aus Erfahrung, was die Menschen am nötigsten brauchen werden: Sauberes Wasser, Nahrung, Wasserkanister, Kleidung und Küchenutensilien haben im Moment höchste Priorität.

 

Factsheet (englisch): Katastrophen in Ostasien (Indonesien, Laos, Philippinen, Vietnam)