Was hinter der Hilfe steckt

Logistik, Absprache, Mitarbeiter, Medien - beim Nothilfeeinsatz in Haiti sind alle Kräfte gefragt

Wasser, Reis, Zelte, Matratzen, Kochgeschirr, Pflege für Babies und schwangere Frauen, Latrinen, Beratung und technische Hilfe - CARE hat seit dem Erdbeben in Haiti mehr als 228.000 Menschen unterstützt. Aber wie genau funktioniert solch ein Nothilfeeinsatz in einem Land, das in seinen Grundfesten erschüttert worden ist und in dem alles dringend benötigt wird?

Information

Das Erdbeben hat mehr als drei Millionen Menschen getroffen, Hilfe wird also praktisch überall gebraucht. Dennoch müssen die Hilfsorganisationen genau wissen, wie die Lage vor Ort aussieht: Welche Familien sind am schwersten betroffen? Wie viele Schwangere brauchen besondere Unterstützung? Wo gibt es genug Platz zum Errichten von provisorischen Lagern? Dazu fahren die CARE-Mitarbeiter täglich zu den verschiedensten Orten, sprechen mit den lokalen Behörden und befragen die Menschen, was ihnen am dringendsten fehlt.

Abstimmung

Koordination ist der Schlüssel zu effizienter Hilfe. Denn wer eine Verteilung plant und am nächsten Tag feststellt, dass bereits eine andere Organisation vor Ort Hilfe leistet, verliert kostbare Zeit. Unter der Führung der Vereinten Nationen koordinieren sich die Hilfsorganisationen in sogenannten „Clustern“. Jedes Cluster versammelt die Helfer zu einem Thema, also Nahrung, Sanitäranlagen, Gesundheit und andere Bereiche. Dort wird besprochen, wer wo wie hilft.

Transport

In Katastrophengebieten müssen die Hilfsgüter schnell und effizient transportiert werden. Dafür braucht es Warenlager und Fahrzeuge. Das Länderbüro von CARE hatte bereits vor dem Erdbeben rund 20 Autos und Motorräder sowie einen Lastwagen. Auch darum muss sich gekümmert werden: Die Autos brauchen versierte Fahrer und ausreichend Benzin, das Warenlager muss täglich kontrolliert und bewacht werden.

Draht zur Welt

In den ersten Tagen funktionierte weder das Internet noch die Telefonverbindung. Das CARE-Länderbüro schickte Informationen per SMS. Ein Techniker bemühte sich dann, die Kommunikation schnell wieder instand zu setzen. Denn ohne den Draht nach draußen kann das Nothilfeteam nicht mitteilen, was benötigt wird und die Spender und Unterstützer könnten nicht erfahren, wie ihr Geld eingesetzt wird.

Die Macht der Medien

Viele Journalistenanfragen erreichten CARE in den ersten Tagen nach der Katastrophe. Die Mitarbeiter gaben Interviews, berichteten über die Lage vor Ort und sandten Bilder. Aber nicht nur die internationalen Medien spielen eine wichtige Rolle. Mehr als die Hälfte der Haitianer können nicht lesen und schreiben. Deshalb ist das Radio für die Hilfsorganisationen ein bedeutender Partner. Lokale Radiostationen berichten über die Nothilfe und erklären bestimmte Methoden. Zum Beispiel, warum CARE vor der Regenzeit vorwiegend Plastikplanen verteilt und keine Zelte. Die Menschen müssen wissen, was um sie herum geschieht. Und die lokalen Medien sind dafür der Schlüssel.

Das Team

Zu den 133 Menschen, die vor dem Erdbeben für CARE gearbeitet haben, kam zunächst ein Team internationaler Nothelfer – aus Kanada, Frankreich, Nepal, Simbabwe und anderen CARE-Ländern. Doch für die Hilfe vor Ort wurden noch mehr kräftige Hände benötigt. CARE stellte noch weitere Mitarbeiter ein, und die Personalabteilung arbeitete rund um die Uhr daran, Vorstellungsgespräche zu führen, Referenzen zu checken und Verträge aufzusetzen. Auch Freiwillige wie die Pfadfinder in Léogâne unterstützen die Verteilung von Hilfsgütern.