Welttag der humanitären Hilfe: Die vielen Gesichter der humanitären Hilfe

Joel und Zawadi arbeiten als Freiwillige für CARE in der Demokratischen Republik Kongo

Vor ein paar Jahren war Joel noch Grundschullehrer. Heute wandert er von Zelt zu Zelt im Flüchtlingscamp in der Nähe von Goma. Er ist einer der 24.000 Menschen, die ihre Heimat in Nordkivu, im Norden der Demokratischen Republik Kongo, verlassen mussten und in Lac Vert Zuflucht suchten. Dort ließ sich der wortgewandte 38-jährige von CARE zu einem von 30 freiwilligen Pädagogen ausbilden.

Seine Aufgabe? Er gibt Ratschläge: Er erklärt Opfern von sexueller Gewalt wo und wie sie medizinische Hilfe bekommen, erläutert Frauen und Männern wie man sexueller Gewalt vorbeugen kann und bietet Workshops zu traditionellen Rollenverteilungen an, die für Frauen und Mädchen so häufig Gewalt bedeuten.
Mit wie vielen Menschen er jeden Tag zusammenarbeitet? „Mit vielen“, antwortet er und deutet auf die ordentlich geschriebenen Zeilen in seinem Notizbuch. „Jede Woche treffe ich Frauen, die vergewaltigt wurden, und unter Geschlechtskrankheiten leiden. Jede Woche treffe ich Männer, die traumatisiert sind, und jemanden zum Reden brauchen.“ Das summiert sich schnell zu mehr als 30 Menschen in der Woche, die er persönlich berät. Für Joel ist die Zahl niederschlagend. „Viele schlimme Dinge werden geschehen, wenn wir nichts tun und unseren Mund halten. Aber ich will den Tag erleben, an dem es keine Fälle von Vergewaltigung mehr gibt“, erklärt er seine Motivation.
Diese Hoffnung teilt auch Zawadi. Sie hat ein freundliches Gesicht  und ist eine der neun Freiwilligen, die CARE ausgebildet hat, um im Camp psychosoziale Unterstützung zu leisten.

Ihre Aufgabe? Ihr Aufgabenbereich beginnt, wo Joels aufhört. Wenn die Frauen erst einmal wissen, wo sie Hilfe finden und sie keine Scheu haben sie aufzusuchen, kommen sie zum „Haus für Mütter“. Das „Haus für Mütter“ ist zwar nur ein großes, halbleeres Zelt, aber es ist ein sicherer Himmel für die Frauen. Zawadi sorgt dafür, dass die Frauen sich dort wohl und sicher fühlen. Sie hat einen guten Sinn für ihre Bedürfnisse: Sie bietet ihnen emotionale Unterstützung an oder überweist sie für medizinische Behandlung an das Krankenhaus in der Nähe.

„Ich bekomme nichts für die Arbeit die ich mache, aber ich werde sie auch weiterhin tun. Diese Arbeit ist ein Geschenk“, begründet sie ihr Engagement. Glaubt sie, dass ihre Arbeit einen Unterschied macht? „Nicht bloß irgendeinen Unterschied. Einen großen Unterschied“, erklärt die freiwillige Mitarbeiterin voller Überzeugung.

Unterstützen Sie CARE mit einer Online-Spende für den Kongo, damit wir auch weiterhin traumatisierten Menschen und Betroffenen sexualisierter Gewalt helfen können.

 

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