Weltumwelttag 2011: Ohne Chemie schmeckt es besser

CARE hilft Bauern in Ecuador, sich an die Auswirkungen des Klimawandels anzupassen

Der Weltumwelttag wurde am 5. Juni 1972 anlässlich des ersten Weltumweltgipfels der Vereinten Nationen in Stockholm ins Leben gerufen. Der Weltumwelttag findet seither jährlich – diesmal in Indien unter dem Motto "Forests: Nature At Your Service" – statt. Das Motto soll auf den Zusammenhang zwischen Lebensqualität und der Gesundheit der Wälder aufmerksam machen.
CARE hilft Menschen, sich an die Veränderungen des Klimawandels anzupassen und ihre Lebensgrundlagen nach Naturkatastrophen wieder aufzubauen.


Maria Elvira Azipuela Zimbaña, 45, hat neun Kinder und kommt aus einer Bauernfamilie in Ecuador. Vor 13 Jahren zog sie mit ihrem Mann in das Tal El Valle del Tambo, um dort Feldfrüchte anzubauen und ein neues Leben zu beginnen. Aber Würmer, Insekten und Klimaveränderungen zerstörten ihre Hoffnungen auf eine gute Ernte.. Ihr traditionelles Wissen reichte nicht mehr aus, um mit Wind, Kälte und Frost fertig zu werden.

„Wir wussten nicht, was wir tun sollten, außer das Unkraut zu jäten und die Felder zu spritzen“, sagte Maria. „Wir kannten es nicht anders.“ Das änderte sich 2010, als der Gemeindevorsteher Bauern und Ingenieure von CARE zu einem Treffen einlud. Die Ingenieure boten ein Training zu neuen landwirtschaftlichen Methoden an. Das Ministerium für Umwelt in Ecuador leitet das Programm, das Bauern wie den Zimbañas bei der Anpassung an die Auswirkungen des Rückgangs der Gletscher helfen soll.

Viele Bewohner der tropischen Anden können weder lesen noch schreiben


Am Anfang war die Zusammenarbeit mit CARE für Maria eine Herausforderung, aber ihr Mann ermutigte sie, so viel zu lernen wie möglich. „So gut wie niemand hier kann lesen oder schreiben. Manche Menschen haben das Angebot von CARE deshalb abgelehnt“ Circa 40 Bauern meldeten sich für den Workshop an. Zunächst ging es um das Problem, wie die Bauern die Pflanzen vor der Zunahme von stärkerem und plötzlichem Frost schützen können.  

Maria lernte, ein natürliches Mittel gegen Schimmel herzustellen, damit sie keine Chemikalien verwenden muss. Das natürliche Mittel ist reich an Nährstoffen und Mikroorganismen; Samen werden dadurch gegenüber niedrigen Temperaturen, Frost und Schädlingen widerstandsfähiger. Die Bauern lernten ebenfalls, dass Bäume rund um ihre Gärten starken Wind und Kälte abhalten können.


Jetzt schmeckt das Essen wieder

„Früher hatten wir keinen Appetit, weil das Essen nicht schmeckte. Durch die Chemikalien verloren die Lebensmittel ihr Aroma. Kartoffeln, die mit Pflanzenschutzmittel behandelt wurden, schmecken nicht mehr nach Kartoffeln“, erzählte Maria. „Jetzt schmecken unsere Kartoffeln wieder und wir müssen keine Lebensmittel mehr kaufen. Mit dem Geld kann ich jetzt Samen kaufen und den Garten ausbauen.“

Maria kann jetzt sogar einige ihrer Feldfrüchte verkaufen. Das Programm zeigt, wie wichtig es für die Ernährungssicherheit der Menschen ist, dass sie wissen, wie sie sich an den Klimawandel anpassen können. „Ich war vorher sehr niedergeschlagen. Ich habe mich bei der Arbeit auf dem Feld völlig aufgeopfert. Ich hatte hohe Kosten, ohne das etwas dabei herumkam. Seitdem ich zu den Workshops gehe, haben sich die Dinge zum Positiven geändert.“

Von dem gesparten Geld kann Maria ihre Kinder zur Schule schicken
Heutzutage hält Maria Hasen, Meerschweinchen und Hühner – alle sind in einem selbst gebauten Stall untergebracht. Sie verkauft einen Teil der Tiere und der Ernte und hat so Geld für die Bildung ihrer Kinder.  

„Ich bin glücklich, weil ich jetzt für den Unterhalt der Familie aufkommen kann und selbst bestimme, was auf den Tisch kommt. Ich bin nicht mehr niedergeschlagen, weil ich den Garten blühen sehe. Wenn ich koche, gehe ich in meinen Garten und pflücke, worauf ich gerade Lust habe. Ich wähle selbst aus, was wir essen“, sagt Maria strahlend.

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Thailand: Der hohe Preis der Anpassung

CANCÚN: Gesetzesentwürfe machen nicht satt; CAREs Forderung auf der Klimakponferenz in Cancún/Mexiko 2010

Die Fotogalerie "Gesichter des Klimawandels"

Das Video "Keine Atempause", wie äthiopische Viehzüchter den Klimawandel erleben


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