"Wir sehen viel Mut"

Hillary Clinton spricht im Kongo mit CARE über Gewalt gegen Frauen

Hillary Clinton hat gestern die Demokratische Republik Kongo besucht. Die Außenministerin der USA nahm an einem runden Tisch gegen Frauengewalt teil, der von CARE und anderen Hilfsorganisationen in der Stadt Goma veranstaltet wurde. "Hier in Goma sehen wir die Menschheit in ihrem besten und in ihrem schlechtesten Licht", sagte Clinton. "Doch inmitten all der Grausamkeiten sehen wir Hoffnung und Hilfe. Wir sehen den Mut vieler, vor allem von Führern der Zivilgesellschaft, die zusammengekommen sind, um die Gewalt gegen Frauen zu bekämpfen."

Im Osten des Kongos hat sich die Gefahr der gewalttätigen Übergriffe gegen Frauen in den letzten Monaten dramatisch erhöht. In manchen Regionen werden bis zu 40 Frauen täglich vergewaltigt. "Menschen guten Willens müssen darauf antworten", fordert Hillary Clinton. "Ich kann Ihnen heute mitteilen, dass die USA 17 Millionen Dollar an Hilfsorganisationen geben werden, die Frauen schützen, Krankenschwestern ausbilden und medizinische, psychologische und rechtliche Hilfe leisten."

 

Hillary Clinton im Osten des Kongo
An einem Tisch: Hillary Clinton mit kongolesischen Hilfsorganisationen (Foto: CARE)

 

CARE-Mitarbeiterin Raisa Ndongole hat am Runden Tisch die Worte von Frau Clinton aufmerksam verfolgt. Sie dankt der Außenministerin, dass sie nach Goma gekommen ist und das Scheinwerferlicht auf das gefährliche Leben der Frauen lenkt. "Die Erfahrungen von CARE und anderer Organisationen in Goma zeigen, dass zuverlässige und vertrauliche Anlaufstellen der Schlüssel sind, um den Lebensmut misshandelter Frauen wieder aufzubauen", sagt Raisa Ndongole. "CARE hat sich dazu verpflichtet, Programme durchzuführen, die Frauen stärken und Männer dabei integrieren, Gewalt zu vermeiden und Verhalten zu verändern." Hillary Clinton erklärt ein deutliches Ziel am Ende des Gesprächs: "Wir wollen sexuelle Gewalt gegen Frauen in die dunkle Geschichte verbannen. Sie hat hier nichts zu suchen." 

CARE hat vergangene Woche den Bericht "Vergewaltigung als Kriegswaffe" veröffentlicht, der bessere Koordination, Hilfe, Vorsorge und Datensammlung für die Umsetzung der Resolution 1820 empfiehlt. Resolution 1820 verpflichtet die Mitgliedsstaaten der UNO, sich mit sexueller Gewalt während und nach Konflikten zu befassen. Das bedeutet, Sicherheit für Frauen zu gewährleisten und Täter zu bestrafen. Doch obwohl die Vereinten Nationen (UNO) im vergangenen Jahr die Resolution 1820 des Sicherheitsrates angenommen haben, sind viele Aspekte zur genauen Umsetzung bis heute nicht geklärt.