Wirbelstürme in Haiti

Strategie für langfristige Katastrophenvorsorge notwendig

 

Übersetzung von Diana Holland

Nachdem die Nothilfe in Haiti, dem ärmsten Land Mittelamerikas in vollem Gange ist, ruft CARE zu einer langfristigen Strategie auf, um das Ausmaß zukünftiger Katastrophen zu mildern. CARE hat nahrhafte Energiekekse und Hygieneartikel an 3.000 Menschen verteilt. Sophie Perez, Länder-Direktorin bei CARE Haiti fordert nun die internationalen Geber auf, nicht nur die kurzfristige Nothilfe finanziell zu unterstützen. Gleichzeitig sollte das Geld auch in Risikominderung investiert werden. Nur so kann Haiti sich gegen Katastrophenschäden wappnen.  

„Momentan sehen wir die Versorgung der Flutopfer mit Nahrungsmitteln und sauberem Trinkwasser als oberste Priorität an“, sagt Perez. „Wir konnten die Betroffenen von Anfang an mit Nahrungsmitteln versorgen. Dass jedoch ein weiterer Hurrikan den Inselstaat früher oder später heimsuchen wird, lässt sich nicht vermeiden. Deshalb muss Haiti darin unterstützt werden, die Auswirkung von Wirbelstürmen zu verringern.“

Aufforsten gegen Erosion

Die Wälder Haitis sind fast vollständig abgeholzt. Die von Erosion geprägten Böden können den Regen nicht mehr aufnehmen. Haitianische Städte werden dadurch schon bei kleinen Tropenstürmen überflutet. Laut Perez solle man versuchen, die Umweltschäden mit flächendeckender Wiederaufforstung und effizienterem Wassermanagement zu reduzieren. Hilfreich sei auch die Förderung von alternativen Brennstoffen, da die Mehrheit der haitianischen Bevölkerung Holzkohle zum Kochen nutzt.

In Kooperation mit anderen Partnerorganisationen und den Vereinten Nationen erweitert CARE seine Nothilfeversorgung in den kommenden Tagen, um auch entlegene Gebiete und schließlich die gesamten 200.000 betroffenen Einwohner von Gonaives zu erreichen. Der Zugang zu den am schlimmsten betroffenen Regionen bleibt eine Herausforderung, da 30 Prozent der Stadt, aufgrund anhaltender Niederschläge, immer noch unter Wasser stehen.

CARE plant in Gonaives und anderen Katastrophengebieten, die städtischen Regierungen und Partnerorganisationen im Wiederaufbau von Bewässerungssystemen zu unterstützen. Außerdem setzt sich CARE für Bildungsmaßnahmen ein und hilft, bessere Einkommensmöglichkeiten zu schaffen und der chronischen Lebensmittelknappheit entgegenzuwirken.