Würzburger Friedenspreis für ehemaligen CARE-Vorsitzenden

Willi Erl erhält Auszeichnung für sein Friedensengagement

Willi Erl, der ehemalige ehrenamtliche Vorstandsvorsitzende von CARE Deutschland-Luxemburg (CARE DL), erhält am Sonntag den Würzburger Friedenspreis. Der mit 1.500 Euro dotierte Preis wird dem Schweinfurter für seinen langjährigen, beharrlichen Einsatz für Frieden und Völkerverständigung verliehen. Willi Erl gehörte zu den Gründungsmitgliedern von CARE Deutschland vor knapp 30 Jahren und war von 1997 bis 2005 Vorsitzender. Darüber hinaus war Erl langjähriger Geschäftführer des Deutschen Entwicklungsdienstes (DED) und in Lateinamerika als Berater für soziale Arbeit tätig. Besonders lobt das Komitee Würzburger Friedenspreis auch sein ehrenamtliches Engagement für die Gründung und den Aufbau des Forums Ziviler Friedensdienst (ZFD), bei dem auch CARE DL Mitglied ist.

CARE gratuliert Willi Erl von ganzem Herzen für sein unermüdliches Engagement für Frieden und im Kampf gegen Armut und Ungerechtigkeit.

Der Würzburger Friedenspreis wird an Gruppen oder Einzelpersonen aus der Region verliehen, die sich für Frieden und Völkerverständigung, gewaltfreie Konfliktlösungen im In- und Ausland, die Unterstützung bedrohter Menschen oder die Bewahrung der natürlichen Lebensgrundlagen einsetzen.

Lesen Sie hier die Laudatio von Dr. Anton Markmiller, zukünftiger Geschäftsführer von CARE Deutschland-Luxemburg und Mitglied des Kuratoriums des ZFD, für Willi Erl (pdf-Dokument)

Drei Fragen an Willi Erl:

1. Was ist für Sie das Wichtigste am weltweiten Friedensdienst?

Das Wichtigste am Friedensdienst ist sein ziviler Charakter. Das heißt: qualifizierte nicht-militärische Fachkräfte können beitragen zur Gewaltprävention, Gewaltminderung und Konfliktnachsorge. Wie wir an manchen Schauplätzen sehen, vermag das Militär mit seinen Mitteln die Probleme nicht zu lösen – oder nicht alleine zu lösen. Übrigens ist der Einsatz von Friedensfachkräften nicht nur im Ausland sinnvoll, sondern er empfiehlt sich auch in sozial-explosiven Spannungszonen in unserer Republik.

 

2. Sie waren vor knapp 30 Jahren an der Gründung von CARE Deutschland beteiligt. Was hat sich seitdem in der Entwicklungszusammenarbeit verändert?

Auf weltweiter Ebene ist die Erklärung der Millenniumsziele durch die Vereinten Nationen sehr zu begrüßen. Sie stimuliert die Industrieländer dazu, trotz ihrer Wirtschafts- und Finanzkrise ihre Anstrengungen zu verstärken, den unterprivilegierten Ländern zu helfen. Wie beispielsweise bei der Reduzierung des Anteils der Menschen, die pro Tag mit weniger als einem Euro (über)leben müssen. Auf deutscher Seite ist zu begrüßen, dass das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) den zivilen Friedensdienst finanziell fördert. Denn Entwicklung und Frieden bedingen sich gegenseitig. Entwicklungsarbeit braucht Frieden und Frieden kann sich auf die Dauer nicht etablieren, wenn Ungleichheiten, Benachteiligungen und Ungerechtigkeit herrschen.

 

3. Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Entwicklungszusammenarbeit und des Friedensdienstes?

Für beide Bereiche wünsche ich mir viel mehr finanzielle Mittel aus dem Bundeshaushalt durch Umschichtungen aus dem Verteidigungsetat. Außerdem wünsche ich mir breitere Beachtung der Entwicklungs- und Friedensarbeit in den Medien und eine kontinuierliche Berichterstattung darüber.