Zerstörerische Waffe: Vergewaltigung

CARE verfasst Handlungsempfehlungen für UNO-Sicherheitsrat

Frauen, die vergewaltigt wurden, sind oft für den Rest ihres Lebens traumatisiert. Sie brauchen medizinische, psychologische und rechtliche Unterstützung, um die Vergewaltigung zu verarbeiten und ihr Leben in Würde fortzuführen. Doch immer häufiger werden Frauen heutzutage zu Schachfiguren in einem gefährlichen Kampf um Macht, Bodenschätze und Reichtum. In der Demokratischen Republik Kongo, in Uganda und Burundi sind Vergewaltigungen eine Waffe, die Soldaten, Milizen und Rebellen systematisch auf Frauen richten – mit dem Ziel, sie und damit auch die Gemeinschaft des Gegners zu zerstören. Denn Frauen sind der Mittelpunkt einer Gesellschaft, sie halten die Familie zusammen, kümmern sich um die Pflege der Kranken und Alten und arbeiten auf den Feldern.

Allein in einer Provinz des Kongo werden täglich etwa 40 Frauen brutal vergewaltigt. Sie alle werden ihrer Freiheit und Würde beraubt, trauen sich nicht mehr, ihre Waren auf Märkten zu verkaufen oder Wasser am Brunnen zu holen. Kinder und Lehrerinnen brauchen Schutz, um die Schule sicher zu erreichen. Eine 50-jährige Frau beschreibt in einem CARE-Bericht ihre Vergewaltigung: „Vier Männer haben mich vor meinem Mann und meinen Kindern vergewaltigt. Danach haben sie auch meine Kinder vergewaltigt. Meine Tochter haben sie entführt und zwei Jahre lang in den Wäldern gefangen gehalten. Ihr Verlobter hat sie daraufhin verstoßen, da sie von Mai-Mai-Rebellen vergewaltigt wurde. Nun sind sie und ihre Kinder auf meine Unterstützung angewiesen.“

Im vergangenen Jahr haben die Vereinten Nationen (UNO) die Resolution 1820 des Sicherheitsrates angenommen. Resolution 1820 verpflichtet die Mitgliedsstaaten der UNO, sich mit sexueller Gewalt während und nach Konflikten zu befassen. Das bedeutet, Sicherheit für Frauen zu gewährleisten und Täter zu bestrafen. Dennoch sind viele Aspekte zur genauen Umsetzung der Resolution bis heute nicht geklärt, wie beispielsweise die gesundheitliche Fürsorge. Der UNO-Sicherheitsrat wird am Freitag, den 6. August über die Umsetzung von Resolution 1820 diskutieren. CARE hat aus diesem Anlass einen Bericht mit Handlungsempfehlungen verfasst, der bessere Koordination, Serviceleistungen, Vorsorge und Datensammlung verlangt.