Zurück zur Normalität

Fünf Jahre nach dem Tsunami: Eri aus Banda Aceh und sein neues Leben

Es ist Mittag in Banda Aceh, der Stadt, die vom Tsunami 2004 komplett verwüstet wurde. Die Hauptstadt der nördlichsten Provinz der indonesischen Insel Sumatra ist ziemlich ruhig. Heute kann man an jeder Straße neue Häuser bewundern: Büros, Geschäfte, Wohnhäuser und Schulen. Alle sind in kräftigen, modernen Farben gestrichen. Ein Zeichen für die Wiederbelebung der Stadt.

In einem Teil der Stadt betreibt Eri Arfian (26) sein Café, das „Milanisti“. Es liegt ideal, genau gegenüber des ersten internationalen Hotels mit vier Sternen in Banda Aceh. Während der Mittagszeit kommen viele Kunden zum Essen, während sie am Nachmittag vor allem wegen des berühmten Kaffees kommen. Eri kommt mit zwei Tassen aus der Küche. Vor dem Tsunami lebte er zusammen mit seiner Familie in Labui, einem Dorf nahe der Küste. Vor kurzem hatte er die Schule abgeschlossen und belegte nun einen Computerkurs. Als die mächtige Welle an diesem Sonntagmorgen vor fünf Jahren kam, spülte sie fast alles fort, was sein Leben vorher ausgemacht hat. Das Haus, in dem er mit seiner Familie aufgewachsen war. Erinnerungsstücke an seine Kindheit, und das Leben seiner Mutter - der größte Verlust, den er hinnehmen musste.

Vom Hilfsarbeiter zum Gastronom

Nach dem Tsunami lebte Eri mit seinem Vater Marwan zusammen in einer Baracke. Da er seinen Unterricht nicht fortsetzen konnte, wurde er Bauarbeiter für die Hilfsorganisationen und baute Häuser. Im Oktober 2008 machte er dann mit Hilfe eines CARE-Programmes eine Ausbildung zum Gastronom.

„Ich war sehr aufgeregt, als ich das Training anfing. Ich wollte so viel lernen“, sagt Eri begeistert. „Im Nachhinein kann ich sagen: Es war die richtige Entscheidung.“

Eri wurde von einem professionellen Koch unterrichtet und lernte von der Zubereitung diverser lokaler und internationaler Gerichte bis zur Bedienung seiner Kunden das Einmaleins des Hotelgewerbes. Nach vier Monaten Unterricht absolvierte er ein Praktikum bei einem anerkannten Hotel. Vor neun Monaten begann Eri dann mit ein wenig Geld und seinem gesammelten Wissen damit, eine kleine Garküche am Straßenrand zu betreiben. Nicht lange danach schlossen sich einige Freunde mit mehr Kapital seinem Unternehmen an. CARE stellte ihnen zusätzliches Material, wie einen Kühlschrank, Möbel und Besteck zur Verfügung und sie konnten ein Café mit Lieferservice gründen. Vor allem Studenten ohne Familie lassen sich von ihnen das Essen bringen.

Selbstständig und optimistisch in die Zukunft

Seine neuen Fähigkeiten geben Eri Hoffnung für die Zukunft. Durch das Café und den Lieferservice verdient er etwa fünf Millionen indonesische Rupien (etwa 360 Euro) im Monat. Das reicht, um nicht auf Hilfe von seinem Vater angewiesen zu sein. „Manchmal, wenn ich nachts wach liege, denke ich an meine Mutter. Es ist immer noch sehr hart, aber nach fünf Jahren versuche ich wieder zur Normalität zurück zu kehren“, sagt Eri.

Wie viel Geld wurde gespendet? Was hat CARE vor Ort gemacht? Wie wurde der Einsatz der Gelder überwacht?

Information: Fragen und Antworten zur Arbeit von CARE nach dem Tsunami 2004 (pdf)
Video: Fünf Jahre nach dem Tsunami
Filmtipp: Nahaufnahme: Rückkehr ins Leben (Deutsche Welle-TV, externer Link)