Hala (61) und ihre Enkelkinder leben unter schwierigen Bedingungen in einem Flüchtlingscamp im Nordwesten Syriens. Ein von CARE unterstütztes Wasser- und Sanitärprojekt hat ihr Leben nun an entscheidender Stelle zum Positiven verändert.

Hala* sitzt zusammengekauert über der Linsensuppe, die sie über einem kleinen Holzfeuer kocht. Sie fragt sich, ob die Suppe ausreichen wird, um all die Kinder satt zu bekommen, die am anderen Ende des Zeltes noch schlafen. Mit ihren 61 Jahren hat Hala in ihrem Leben schon viele verschiedene Rollen übernommen: Sie war Köchin, Putzfrau, Mutter, Vater, Großmutter, Ernährerin und Betreuerin für mehrere Kinder und Enkelkinder.

Hala aus Syrien blickt in die Kamera

In ihrer Kindheit wurde Hala beigebracht, dass es sich für eine Frau nicht gehöre, außerhalb des Hauses zu arbeiten. Der Krieg setzte diesen Vorstellungen ein jähes Ende. Heute muss Hala selbst für ihre Familie sorgen und ist ständig auf der Suche nach Arbeit. Viel Glück hatte sie bisher allerdings nicht: Um zu überleben, ist die Familie auf Spenden angewiesen. 

„Früher besaß ich ein eigenes Haus und hatte meine Kinder bei mir. Heute bin ich auf mich gestellt und muss für meine Enkelkinder sorgen", sagt Hala. „Sich an dieses Leben fernab der Heimat zu gewöhnen, war sehr hart. Aber ich habe ein Ziel: Ich möchte lange genug leben, um meine Enkelkinder aufwachsen zu sehen und sie in die Lage zu bringen, sich selbst versorgen zu können.“

Hala spült das Geschirr in einem Flüchtlingscamp in Syrien

Hala würde alles dafür tun, um ihre Enkelkinder schon jetzt aus dieser Situation zu holen, aber eine Rückkehr in die Heimat ist für sie keine Option: „Zwei Tage, nachdem wir aus unserem Viertel geflohen waren, wurde unser Haus bombardiert. Jetzt gibt es dort nichts mehr für uns. Nur einen Haufen Staub“, sagt sie.

Während Hala ihre Geschichte erzählt, nimmt sie die Suppe vom Feuer und verteilt sie auf mehrere Schüsseln. Später, nachdem die Familie mit dem Essen fertig ist, wäscht Hala das dreckige Geschirr im gemeinschaftlichen Spülbereich. Dank eines Projekts von CARE und unserem Partner Syria Relief haben die Campbewohner:innen seit einiger Zeit Zugang zu sauberem Trinkwasser. Außerdem wurden die Abwassersysteme repariert, eine Müllentsorgung organisiert und die Gemeinschaftstoiletten gewartet. 

Hala sitzt zwischen ihren Enkelkindern in einem Flüchtlingscamp in Syrien

Hala ist froh über die saubere Umgebung und den Zugang zu sauberem Wasser. Allerdings würde sie sich für das Lager auch eine Gemeinschaftsküche, Gesundheitseinrichtungen und dauerhaftere Unterkünfte anstelle von Zelten wünschen. 

„Wir werden hier mit Lebensmitteln unterstützt, aber gerade die Kinder brauchen mehr. Sie brauchen ihre Eltern. Sie brauchen Essen, Medizin und ein Zuhause“, sagt sie.

„Meine Botschaft an andere Mütter, die Kinder, Ehemänner und ihr Zuhause verloren haben, ist, dass sie überleben und ihre Kinder großziehen müssen. Auch wenn wir allein sind und es sehr schwer haben: Wir werden stark sein und unsere Kinder nicht im Stich lassen, so Gott will.“

*Name zum Schutz der Privatsphäre geändert

CARE ist seit 2013 in Syrien tätig und hat seit Beginn der Krise mehr als 7,2 Millionen Syrer:innen erreicht. Menschen auf der Flucht hilft CARE durch die Bereitsstellung von Unterkünften, sanitären Einrichtungen und sauberem Wasser sowie die Verteilung von Bargeld, Nahrungsmitteln, Kleidung und Haushalts- und Hygieneutensilien.

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