Indonesien: Erdrutsche zerstörten hunderte von Häusern

CARE-Nothilfe in Indonesien

Indonesien: Nothilfe nach Erdbeben

Am 28. September erschütterte ein Erdbeben der Stärke 7,5 auf der Richterskala die indonesische Insel Sulawesi und löste einen verheerenden Tsunami aus. Bislang wurden über 2.100 Todesopfer geborgen, rund 200.000 Menschen müssen in Notunterkünften oder unter freiem Himmel schlafen, weil ihre Häuser zerstört oder beschädigt wurden. Bisher hat die CARE-Hilfe 1.000 Familien mit Unterkunfts- und Reparaturmaterialien, Hygiene-Paketen mit Wasseraufbereitungstabletten und Seife und anderen Hilfsgütern in den Bezirken Donggala, Sigi und Palu erreicht. 

„Es ist noch ein weiter Weg, bis die Menschen in Zentral-Sulawesi in der Lage sind, ihr Leben und ihren Lebensunterhalt wieder aufzubauen“, berichtet Helen Vanwel, CARE-Landesdirektorin in Indonesien. Am dringendsten benötigen die Überlebenden weiterhin sauberes Trinkwasser und sanitäre Anlagen.

Zusätzlich zu all den Schäden und Zerstörungen hat nun einen Monat nach der Katastrophe die Regenzeit begonnen und die Fälle von Krankheiten wie Malaria und Dengue-Fieber steigen durch die weitere Kontamination bereits verschmutzter Wasserquellen rasant an.

CARE hilft im Rennen gegen die Zeit: 100.000 Betroffene möchten wir in den kommenden Wochen schnellstmöglich mit weiterer Hilfe erreichen.

Dafür sind wir dringend auf Spenden angewiesen. Herzlichen Dank, wenn Sie unsere Nothilfe vor Ort unterstützen!

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So können Sie nach dem Erdbeben helfen

80 Euro

1 großes Überlebens-CARE-Paket für 1 Familie

120 Euro

8.000 Liter sauberes Trinkwasser


200 Euro 

Reparatur-CARE-Pakete für 8 Familien


Hilfe nach dem Erdbeben: „Die Menschen haben alles verloren“

Muhammad Nur sitzt vor seinem zerstörten Haus in Petobo Village.

Einen Monat nach dem Erdbeben ist das Ausmaß der Zerstörung in den Bezirken Donggala und Sigi deutlich sichtbar. Die Schlammfluten haben Böden unbrauchbar gemacht, Felder und Häuser wurden durch Erdbeben und Tsunami zerstört.

Mehr als 80 Prozent der Betroffenen halten sich noch immer draußen auf – entweder, weil ihre Häuser eingestürzt sind, oder aus Angst vor weiteren Erdbeben. „Die Menschen haben alles verloren“, sagt CARE-Nothilfekoordinator Wahyu Widayanto. „Viele Betroffene sind traumatisiert.“

Drei von zehn Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser. Viele Betroffene trinken aus Gemeinschaftsbrunnen und Flüssen. Die Gefahr, dass Krankheiten ausbrechen, ist hoch: Es gibt bereits erste Fälle von Fieber- und Durchfallerkrankungen.

CARE ist vor Ort aktiv und verteilt Eimer und Hygienepakete mit Seife, Waschmittel und Wasserreinigungstabletten in entlegenen oder schwer zugänglichen Gemeinden der Bezirke Donggala und Sigi sowie in der Küstenstadt Palu.

Die Hygienepakete enthalten auch Damenhygieneartikel wie Binden. „Viele Frauen sorgen sich um Milch für ihre Babies. Außerdem werden die Hygieneprodukte knapp. Das ist ein großes Problem, wenn man bedenkt, dass die Frauen in Gemeinschaftsunterkünften oder im Freien leben“, sagt Wahyu Widayanto.

Der lange Prozess des Wiederaufbaus hat begonnen. Weil die meisten Felder von den Schlammfluten zerstört wurden, wird ein Teil der Ernte ausbleiben. Neben ihren Häusern haben viele Menschen so auch ihr Einkommen verloren.

„Wir hoffen, dass uns die Regierung und Hilfsorganisationen wie CARE beim Wiederaufbau helfen“, sagt Nuraini, die in Donggala in einem Zelt Zuflucht gefunden hat, „denn momentan haben die meisten von uns alles verloren.“

Indonesien: In der Stadt Donggala leben hunderte Menschen in Notunterkünften.

Im Bezirk Donggala ist die Lage weiterhin kritisch: Viele Familien müssen in Zelten leben, da ihre Häuser zerstört wurden.

Indonesien: Durch einen Erdrutsch wurde eine Moschee überschwemmt.

Diese Moschee wurde durch das Erdbeben beschädigt und durch den Tsunami überschwemmt.

Indonesien: Erdrutsche zerstörten hunderte Häuser und Gebäude.

Das Dorf Petobo wurde nach dem Erdbeben von einem Erdrutsch getroffen. Viele Häuser sind zerstört oder beschädigt.

Indonesien: Tausende von Menschen mussten ihre Häuser verlassen und leben in Notunterkünften.

Halisah trocknet ihre Kleidung vor einer Notunterkunft. Ihre Familie lebt momentan in einem Zelt, da ihr Haus durch die Katastrophe zerstört wurde.

Indonesien: Erdrutsche und Beben zerstörten Häuser.

Nirmala und ihre Mann suchen in den Überresten ihres zerstörten Hauses nach Gegenständen, die sie retten können.

Indonesien: CARE verteilt Hilfsgüter zum Wiederaufbau.

CARE verteilt Hilfsgüter und Reperaturmaterial, um die indonesische Bevölkerung zu unterstützen und den Wiederaufbau zu fördern.



Die CARE-Hilfe in Indonesien auf einen Blick

Ein Feld an der Küstenregion steht unter Wasser.

Sicherheit trotz Klimawandel

CARE unterstützte die zuständigen Behörden und Organisationen in den indonesischen Küstenregionen dabei, die negativen Konsequenzen des Klimawandels in ihre Pläne für Entwicklung, Umwelt und Katastrophenschutz mit einzubeziehen. Dabei wurde lokales Wissen mit wissenschaftlichen Erkenntnissen verknüpft. Gemeinsam wurden die Stärken und Schwachstellen der Küstengemeinden analysiert und ein Wiederaufbau von Küstenökosystemen beschlossen – zum Schutz der Bevölkerung und der Umwelt. Als Alternative zum Fischen hat CARE arme Familien in verbesserten Techniken des Seegras-Anbaus geschult.  Dessen Weiterverarbeitung zu Crackern ermöglicht den Familien jetzt ein gutes Einkommen.

Ein Mann sitzt hinter einem Tomatenstrauch.

Unterstützung für Vertriebene

In Indonesien mussten in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder hunderttausende Menschen aufgrund regionaler Konflikte ihre Dörfer verlassen. Doch auch in ihren neuen Heimatgebieten ist es schwierig für die Vertriebenen, sich eine neue Existenz aufzubauen, und sie leben meistens in großer Armut. Grund hierfür ist unter anderem, dass die einheimische Bevölkerung selbst sehr arm ist und Vertriebene bisher nicht in wichtige Entscheidungen und Entwicklungsmaßnahmen integriert wurden. In der Provinz Nusa Tenggara, nahe der Grenze zum Ost-Timor, war CARE deshalb für Binnenflüchtlinge und die aufnehmenden Gemeinschaften im Einsatz, verbesserte die Wasser- und Gesundheitsversorgung in den Dörfern und schulte zu ertragreicheren Anbaumethoden. Alle Maßnahmen wurden unter Mitbestimmung der Vertriebenen in den Dorfgemeinschaften entschieden.

Eine Frau hält einen Zettel mit der Aufschrift thank you in der Hand.

10 Jahre nach dem Tsunami

Bis heute ist das Erdbeben vom 26. Dezember 2004 im Indischen Ozean das drittstärkste unserer Aufzeichnungen. Der daraus folgende Tsunami gehört mit 228.000 Toten zu einer der zehn tödlichsten Katastrophen. Fast zwei Millionen Menschen verloren ihr Zuhause. Schulen, Krankenhäuser und Straßen wurden von den Fluten zerstört. Am stärksten waren Indonesien, Sri Lanka, Indien und Thailand betroffen. CARE leistete Überlebenshilfe mit Notunterkünften, Wasser, Nahrung und Hilfsgütern und half mit Sanitär-, Gesundheits- und umfangreichen Wiederaufbauprogrammen. 1,3 Millionen Menschen hat die CARE-Hilfe erreicht. Was sie im Leben Einzelner bewirken konnte, lesen Sie in unserem Bericht „Return to Aceh. 10 Years After the Indian Ocean Tsunami".

 


Blogbeiträge aus Indonesien

CARE-Mitarbeiterin Katrin von der Dellen und ein Mitarbeiter der CARE-Partnerorganisation Raks Thai Foundation.

Auf unserem Blog sind Sie noch näher dran! Sie finden dort persönliche Beiträge von CARE-Mitarbeitern. Sie berichten von ihren Reisen, informieren über aktuelle Ereignisse und diskutieren über das, was uns bewegt.

CARE-Mitarbeiterin Katrin von der Dellen und ein Mitarbeiter der CARE-Partnerorganisation Raks Thai Foundation berichten über klimapolitische Ansätze in Indonesien und Thailand.

Wie lässt sich Entwicklung klimaresistent gestalten?


CARE zu den Auswirkungen des Klimawandels

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Klimawandel - Die Abenteuer der kleinen Mi


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