Der fünfjährige Noor aus Syrien wartet auf einen Bus zur kriatisch-slowenischen Grenze.

CARE-HILFE AUF DEM BALKAN

Balkan: Hilfe für Ausgegrenzte und Geflüchtete

Seit 25 Jahren ist CARE auf dem Balkan tätig. Heute arbeiten wir in Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Serbien, Kosovo, Montenegro, Mazedonien und Albanien. 

Die CARE-Hilfe auf dem Balkan widmet sich besonders der Gleichstellung von Männern und Frauen, der Vorbeugung von sexualisierter Gewalt und der Stärkung ausgegrenzter Gemeinschaften wie den Roma, die häufig am Rande der Gesellschaft leben und unter Diskriminierung leiden. CARE stärkt das Selbstbewusstsein von Roma-Frauen, fördert ihre Teilhabe an der Gesellschaft und ihre ökonomischen Chancen. Mit der "Young Men Initiative" setzt sich CARE gegen geschlechtsspezifische Gewalt und für ein Aufbrechen patriarchaler Strukturen ein.

Aktuell leistet CARE Überlebenshilfe für Tausende auf dem Balkan gestrandete Flüchtlinge und Migranten. Es fehlt an einfachen Dingen wie Schlafsäcken, Decken und Essen, viele Menschen schlafen unter freiem Himmel. CARE unterstützt die Geflüchteten über lokale Partnerorganisationen, die Unterkünfte und psychosoziale Betreuung anbieten.

Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit auf dem Balkan mit Ihrer Spende!

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Echte Männer wechseln Windeln!

Die „Young Men Initiative“ setzt sich gegen geschlechtsspezifische Gewalt und für die Gleichstellung von Frauen und Männern ein. In der westlichen Balkanregion sind patriarchale Strukturen noch immer vorherrschend. Schon in jungen Jahren lernen viele Männer, dass ein „echter Mann“ die Familie zu versorgen und zu beschützen habe. Aggressivität und Konkurrenzdenken spielen in ihrem Leben häufig eine große Rolle.

In Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo und Serbien führt CARE daher mit Partnerorganisationen Aufklärungskampagnen durch, um Väter und andere männliche Vorbilder zu erreichen. Lehrer werden zu Trainern ausgebildet, um ihrerseits Pädagogen und Lehramtsstudenten zu schulen.

Ein wichtiger Ansatzpunkt der Young Men Initiative sind auch Schulen. Das sogenannte „Life Skills Programm“ soll landesweit in den Schulen der vier Länder eingeführt werden und so die ungleichen Machtbeziehungen zwischen Männern und Frauen verändern. Im Rahmen des Programms sollen junge Männer zum Beispiel durch Rollenspiele lernen, Konflikte gewaltfrei zu lösen und mit negativen Emotionen umzugehen. Dazu arbeitet die Initiative mit Ministerien, akademischen Einrichtungen und Schulen zusammen. Das Ziel ist es, über einen Zeitraum von drei Jahren 10.000 junge Menschen direkt und weitere 50.000 indirekt zu erreichen.

2017 war die Young Men Initiative einer von zwölf Preisträgern des Global Education Innovation Award. Der Preis zeichnet innovative Bildungsprojekte in Europa aus.

Blog: „Lippenstift für harte Kerle“

10 Jahre Kosovo: Das Land der Männer

Junge in Kroatien vor gelber Graffiti Wand

25 JAHRE CARE AUF DEM BALKAN

Cover des Storybooks "25 Jahre CARE auf dem Balkan".

Von Kriegen zum Wiederaufbau, von Leid und Trümmern zu neuen Möglichkeiten: Im Laufe ihrer Geschichte war die Region des Balkans Knotenpunkt kultureller, wirtschaftlicher und sozialer Veränderungen. Entwicklung wird geprägt von Menschen, die sich für ihre Rechte einsetzen, traditionelle Normen in Frage stellen und Entscheidungen treffen, die ihre Familien, Gemeinden und die ganze Gesellschaft positiv beeinflussen. Das Erbe der Konflikte, die zwischen 1991 und 1999 in der Region wüteten, bleibt dabei präsent.

Die Kriege, die nach dem Zerfall Jugoslawiens herrschten, basierten auf nationalen und ethnischen Spannungen, die zu großen Fluchtbewegungen, Gräueltaten und unzähligen Fällen von sexualisierter Gewalt führten. Die Gewalt in Gemeinden und Familien zerriss das soziale Gefüge und viele dieser Auswirkungen sind noch heute sichtbar. In gewisser Weise existieren Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft auf dem Balkan nebeneinander.

Seit 25 Jahren arbeitet CARE Seite an Seite mit den Gemeinden in der Region, um nachhaltigen Wandel zu fördern. CARE begann 1993 mit humanitärer Hilfe auf dem Balkan. In der Nachkriegszeit entstanden neue Länder, die einen sozioökonomischen Übergang benötigten. Trotz einiger dynamischer Entwicklungen und Fortschritte bei der Verringerung von Armut und Ungleichheiten ist der Balkan noch immer durch soziale Unterschiede, ethnische Spannungen und schwache demokratische Institutionen geprägt. Obwohl der Balkan geografisch zu Europa gehört, stellen Armut, soziale Ungerechtigkeit, wirtschaftliche Herausforderungen und politische Instabilitäten für den Großteil der Region Hindernisse auf dem Weg zur europäischen Integration dar.

Heute arbeitet CARE auf dem Balkan in Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Serbien, Kosovo , Montenegro, Mazedonien und Albanien. Unser Vorsatz ist es, die sozialen, wirtschaftlichen und politischen Rechte von schutzbedürftigen und marginalisierten Gemeinschaften zu stärken, um Frieden in der Region zu schaffen. Mit diesem Ziel vor Augen arbeitet CARE an Projekten zur Konfliktprävention und zum Frieden. Wir unterstützen arme Gemeinden dabei, sich eine Existenz zu schaffen und setzen uns für Menschenrechte ein. Im Zentrum der Arbeit von CARE stehen die Gleichstellung von Männern und Frauen sowie die Vorbeugung von sexualisierter Gewalt. CARE arbeitet mit den Ärmsten und Ausgegrenzten, besonders mit marginalisierten Gemeinschaften wie den Roma. Wir leisten auch humanitäre Hilfe, wenn eine Krise herrscht: aktuell für auf dem Balkan gestrandete Flüchtlinge und Migranten und immer wieder in Regionen, die von Naturkatastrophen betroffen sind.

Eine starke Zivilgesellschaft ist die wichtigste Voraussetzung für die aktive Beteiligung der Menschen am politischen und gesellschaftlichen Leben. CARE unterstützt lokale zivilgesellschaftliche Organisationen nachdrücklich, um die Qualität ihrer Dienstleistungen zu verbessern, um ihnen zu helfen, eine bessere Zusammenarbeit mit ihren Regierungen zu entwickeln und eine nachhaltige Wirkung über unsere Unterstützung hinaus zu erzielen.

Männer entladen einen LKW.
Eine Frau steht stolz vor ihren Kühen.

In unserem neu erschienenen Storybook nehmen wir Sie mit auf eine Reise durch die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Wir möchten Leser dazu ermutigen, uns auf unserem Weg zu nachhaltigem Wandel in der Balkanregion zu begleiten. Die von uns gesammelten Geschichten und Porträts erzählen, was CARE, unsere lokalen Partnerorganisationen und letztlich die Menschen selbst bisher erreicht haben und weiterhin anstreben. Wir wollen zeigen, wie wir durch unsere Zusammenarbeit einen nachweisbaren Unterschied gemacht haben. Die 17 Porträts in diesem Storybook erzählen alle ihre eigenen Geschichten von Not, Hoffnung und Erfolg. Obwohl sie in vielerlei Hinsicht einzigartig sind, ähneln ihre Schicksale Hunderten und Tausenden von anderen Biographien in der Region.

CARE unterstützt lokale zivilgesellschaftliche Organisationen. Es bleibt viel zu tun in der Region. Wir hoffen, dass dieses Storybook als Inspiration dient, den Balkan ein wenig näher kennenzulernen und die vielen engagierten Menschen zu unterstützen, die ein großes Ziel teilen: dass Armut Geschichte wird und jeder Mensch in Würde leben kann.

Zum Storybook

...or click here for the English version.

 

 


Die CARE-Hilfe auf einen Blick

Ein Kind in Bogovadia erhält warme Kleidung von einer CARE-Mitarbeiterin.

CARE-Pakete retten Flüchtlinge

Trotz Schließung der Balkanroute kommen in Serbien noch immer jeden Tag 200 bis 250 Geflüchtete an. Über 7.400 Menschen sind dort aktuell gestrandet. Sie werden in leer stehenden Gebäuden, Hotels, Fabriken und Tankstellen untergebracht. Der plötzliche Kälteeinbruch in Europa hat die schlechten Lebensbedingungen noch verschlimmert. Alleine in Belgrad leben etwa 1.000 Menschen bei Temperaturen um -10° C auf der Straße. Auf der Flucht mussten sie ihren ganzen Besitz zurücklassen und können sich daher nicht gegen die eisige Kälte, Windböen und Schneefälle schützen. Es fehlt an medizinischer Versorgung und Sanitäranlagen.

In Serbien und Kroatien sind CARE-Helfer rund um die Uhr im Einsatz. Sie verteilen warme Kleidung, Decken, warme Mahlzeiten und Matratzen an neu ankommende Flüchtlinge.

Informieren

 

CARE-Projekt Balkan: Zwei Roma-Mädchen Hand in Hand

CARE-Hilfe für Roma-Gemeinden

Roma leben in vielen Staaten des Balkans am Rande der Gesellschaft, oft in Ghettos ohne fließend Wasser oder Strom. Der Zugang zu Bildung ist besonders Mädchen oft verwehrt – zu groß sind die sozialen Hürden. Diskriminierung, sexualisierte Gewalt und Menschenhandel sind Gefahren, denen Roma-Mädchen und junge Frauen nicht selten begegnen. CARE unterstützt lokale Roma-Organisationen dabei, diese Situation zu ändern. Bei der Regierung setzt sich CARE für den Zugang zu Bildung, für Schutz und die Umsetzung der Menschenrechte für alle ein.

CARE Balkan Challenge: eine junge Frau und ein junger Mann halten ein Papier mit der Aufschrift Balkan-Challenge

Schutz für Frauen und Mädchen

Um die hohe Gewaltbereitschaft gegen Frauen Vergangenheit werden zu lassen, hat CARE in Serbien wie auch in anderen Ländern des Balkans unter Jungen und Männern die "Young Men Initiative" gestartet. Unter dem Motto "Be a man" lädt sie Jugendliche in Workshops und an Aktionstagen dazu ein, herrschende Geschlechterrollen und Gewaltverhalten zu hinterfragen und Alternativen zu finden.

 


Blogbeiträge aus dem Balkan

Auf unserem Blog sind Sie noch näher dran! Sie finden dort persönliche Beiträge von CARE-Mitarbeitern. Sie berichten von ihren Reisen, informieren über aktuelle Ereignisse und diskutieren über das, was uns bewegt.

Jadranka Milicevic bei der Vernissage der Ausstellung "30 Jahre Sacharow-Preis" des Europäischen Parlaments.

Ein Leben für die Menschenrechte

Jadranka Milicevic, CARE-Projektleiterin auf dem Balkan, ist eine von vier Protagonisten der Ausstellung „Vorkämpfer für die Freiheit – 30 Jahre Sacharow-Preis“ des Europäischen Parlaments. Im Interview erzählt sie von den Herausforderungen ihrer Arbeit als Aktivistin und was es für sie bedeutet, Teil der Ausstellung zu sein.

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Diese Frau, die vergewaltigt wurde, schreibt einen Brief an ihr Kleid. Darin erzählt sie ihre schreckliche Geschichte. Sie ist zugleich eine Geschichte der Hoffnung.

An mein schwarzes Kleid

Ausgegrenzt und am Rand der Gesellschaft angekommen schreibt eine Frau, die Opfer von sexueller Gewalt ist, einen „Brief“. Nicht an ihre Peiniger, sondern an ihr schwarzes Kleid.

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Beganovic, eine Mitarbeitern eines Jugendzentrums für Roma

Armut, Vertreibung und Ausgrenzung

Marie Pieper berichtet zum Internationalen Tag der Sinti und Roma über deren tägliche Realität.

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Über die strukturelle Benachteiligung der Roma

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CARE-Hilfe für Roma auf dem Balkan


So können Sie helfen

80 Euro

für 13 wärmende Winterdecken

120 Euro

für ein Winter-CARE-Pake

 

200 Euro

für 2 Sets Winterkleidung


News

Liebe Mädchen, wartet nicht auf Krieg, um eure Stärken zu entdecken!

Raneem kommt ursprünglich aus Daraa in Syrien und lebt mittlerweile in Jordanien. Sie sprach mit Mary Kate Maclsaac, Kommunikationskoordinatorin für CAREs Syrienhilfe

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Medizinische Versorgung: Ein Rennen gegen die Zeit

Ein junger Mann in dem überfüllten Lager Opotovacs in Kroatien ist der 23-jährige Mohammed. In perfektem Englisch bittet er um Hilfe für seinen vier Jahre jüngeren Bruder Mahmoud.

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Serbien: Rund um die Uhr im Einsatz für die Menschlichkeit

Serbische und kroatische Freiwillige sind das Herz der humanitären Hilfe für Transitflüchtlinge.

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