Arben Llapashtica

CARE-HILFE AUF DEM BALKAN

Kosovo: 10 Jahre Unabhängigkeit

Im Februar 1998, vor 20 Jahren, brach im Kosovo, damals eine Provinz Serbiens, ein bewaffneter Konflikt aus. Der Krieg dauerte 16 Monate und machte rund 1 Million Menschen zu Flüchtlingen – innerhalb des Kosovo sowie in den Nachbarländern. Im Sommer 1999, als der Konflikt endete, kehrten über 850.000 Menschen in ihre zerstörten Häuser zurück. CARE errichtete Notunterkünfte für Rückkehrer, lieferte Brennholz und Baumaterialien, landwirtschaftliche Geräte, Saatgut und andere Unterstützung für Familien, um ihr Leben wieder aufzubauen.

Im Februar 2008, zehn Jahre nach dem Krieg, erklärte das Kosovo seine Unabhängigkeit.

Heute, zehn Jahre nach der Unabhängigkeitserklärung, ist CARE weiterhin im Kosovo tätig, unterstützt die wirtschaftliche Entwicklung, unterstützt lokale Bauern und landwirtschaftliche Produzenten. In der Young Men Initiative arbeitet CARE zusammen mit Partnern in der Region aktiv daran, junge Männer dazu zu bringen, traditionelle Geschlechterrollen zu überwinden und Gewalt zu verhindern. 

Aber auch andernorts ist CARE auf dem Balkan aktiv: Seit der Schließung der serbischen Grenze zu Ungarn weichen immer mehr Flüchtlinge auf Bosnien und Herzegowina aus. 100 bis 150 Menschen überqueren jeden Tag die Landesgrenze. Seit Januar sind dort knapp 4.900 Menschen angekommen  mehr als im gesamten Vorjahr. Auf diese Herausforderung ist Bosnien und Herzegowina nicht vorbereitet: Es fehlt an einfachen Dingen wie Schlafsäcken, Decken und Essen, viele Menschen schlafen unter freiem Himmel. 

In den kommenden Monaten wird CARE die Geflüchteten über lokale Partnerorganisationen unterstützen, die Unterkünfte und psychosoziale Betreuung anbieten. Ein Solidaritätszentrum soll als zentrale Anlaufstelle für neuankommende Flüchtlinge eingerichtet werden. Dafür fehlt bisher noch die Finanzierung.

Außerdem setzt sich CARE auf dem Balkan für Roma-Frauen ein, die häufig am Rande der Gesellschaft leben und unter Diskriminierung leiden. CARE stärkt ihr Selbstbewusstsein, fördert ihre Teilhabe an der Gesellschaft und ökonomische Chancen.

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Echte Männer wechseln Windeln!

Die „Young Men Initiative“ setzt sich gegen geschlechtsspezifische Gewalt und für die Gleichstellung von Frauen und Männern ein. In der westlichen Balkanregion sind patriarchale Strukturen noch immer vorherrschend. Schon in jungen Jahren lernen viele Männer, dass ein „echter Mann“ die Familie zu versorgen und zu beschützen habe. Aggressivität und Konkurrenzdenken spielen in ihrem Leben häufig eine große Rolle.

In Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo und Serbien führt CARE daher mit Partnerorganisationen Aufklärungskampagnen durch, um Väter und andere männliche Vorbilder zu erreichen. Lehrer werden zu Trainern ausgebildet, um ihrerseits Pädagogen und Lehramtsstudenten zu schulen.

Ein wichtiger Ansatzpunkt der Young Men Initiative sind auch Schulen. Das sogenannte „Life Skills Programm“ soll landesweit in den Schulen der vier Länder eingeführt werden und so die ungleichen Machtbeziehungen zwischen Männern und Frauen verändern. Im Rahmen des Programms sollen junge Männer zum Beispiel durch Rollenspiele lernen, Konflikte gewaltfrei zu lösen und mit negativen Emotionen umzugehen. Dazu arbeitet die Initiative mit Ministerien, akademischen Einrichtungen und Schulen zusammen. Das Ziel ist es, über einen Zeitraum von drei Jahren 10.000 junge Menschen direkt und weitere 50.000 indirekt zu erreichen.

2017 war die Young Men Initiative einer von zwölf Preisträgern des Global Education Innovation Award. Der Preis zeichnet innovative Bildungsprojekte in Europa aus.

Blog: „Lippenstift für harte Kerle“

10 Jahre Kosovo: Das Land der Männer

Junge in Kroatien vor gelber Graffiti Wand

Die CARE-Hilfe auf einen Blick

Ein Kind in Bogovadia erhält warme Kleidung von einer CARE-Mitarbeiterin.

CARE-Pakete retten Flüchtlinge

Trotz Schließung der Balkanroute kommen in Serbien noch immer jeden Tag 200 bis 250 Geflüchtete an. Über 7.400 Menschen sind dort aktuell gestrandet. Sie werden in leer stehenden Gebäuden, Hotels, Fabriken und Tankstellen untergebracht. Der plötzliche Kälteeinbruch in Europa hat die schlechten Lebensbedingungen noch verschlimmert. Alleine in Belgrad leben etwa 1.000 Menschen bei Temperaturen um -10° C auf der Straße. Auf der Flucht mussten sie ihren ganzen Besitz zurücklassen und können sich daher nicht gegen die eisige Kälte, Windböen und Schneefälle schützen. Es fehlt an medizinischer Versorgung und Sanitäranlagen.

In Serbien und Kroatien sind CARE-Helfer rund um die Uhr im Einsatz. Sie verteilen warme Kleidung, Decken, warme Mahlzeiten und Matratzen an neu ankommende Flüchtlinge.

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CARE-Projekt Balkan: Zwei Roma-Mädchen Hand in Hand

CARE-Hilfe für Roma-Gemeinden

Roma leben in vielen Staaten des Balkans am Rande der Gesellschaft, oft in Ghettos ohne fließend Wasser oder Strom. Der Zugang zu Bildung ist besonders Mädchen oft verwehrt – zu groß sind die sozialen Hürden. Diskriminierung, sexualisierte Gewalt und Menschenhandel sind Gefahren, denen Roma-Mädchen und junge Frauen nicht selten begegnen. CARE unterstützt lokale Roma-Organisationen dabei, diese Situation zu ändern. Bei der Regierung setzt sich CARE für den Zugang zu Bildung, für Schutz und die Umsetzung der Menschenrechte für alle ein.

CARE Balkan Challenge: eine junge Frau und ein junger Mann halten ein Papier mit der Aufschrift Balkan-Challenge

Schutz für Frauen und Mädchen

Um die hohe Gewaltbereitschaft gegen Frauen Vergangenheit werden zu lassen, hat CARE in Serbien wie auch in anderen Ländern des Balkans unter Jungen und Männern die "Young Men Initiative" gestartet. Unter dem Motto "Be a man" lädt sie Jugendliche in Workshops und an Aktionstagen dazu ein, herrschende Geschlechterrollen und Gewaltverhalten zu hinterfragen und Alternativen zu finden.

 

 


Blogbeiträge aus dem Balkan

Auf unserem Blog sind Sie noch näher dran! Sie finden dort persönliche Beiträge von CARE-Mitarbeitern. Sie berichten von ihren Reisen, informieren über aktuelle Ereignisse und diskutieren über das, was uns bewegt.

Jadranka Milicevic bei der Vernissage der Ausstellung "30 Jahre Sacharow-Preis" des Europäischen Parlaments.

Ein Leben für die Menschenrechte

Jadranka Milicevic, CARE-Projektleiterin auf dem Balkan, ist eine von vier Protagonisten der Ausstellung „Vorkämpfer für die Freiheit – 30 Jahre Sacharow-Preis“ des Europäischen Parlaments. Im Interview erzählt sie von den Herausforderungen ihrer Arbeit als Aktivistin und was es für sie bedeutet, Teil der Ausstellung zu sein.

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Diese Frau, die vergewaltigt wurde, schreibt einen Brief an ihr Kleid. Darin erzählt sie ihre schreckliche Geschichte. Sie ist zugleich eine Geschichte der Hoffnung.

An mein schwarzes Kleid

Ausgegrenzt und am Rand der Gesellschaft angekommen schreibt eine Frau, die Opfer von sexueller Gewalt ist, einen „Brief“. Nicht an ihre Peiniger, sondern an ihr schwarzes Kleid.

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Beganovic, eine Mitarbeitern eines Jugendzentrums für Roma

Armut, Vertreibung und Ausgrenzung

Marie Pieper berichtet zum Internationalen Tag der Sinti und Roma über deren tägliche Realität.

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Über die strukturelle Benachteiligung der Roma

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CARE-Hilfe für Roma auf dem Balkan


So können Sie helfen

80 Euro

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für 2 Sets Winterkleidung


News

Liebe Mädchen, wartet nicht auf Krieg, um eure Stärken zu entdecken!

Raneem kommt ursprünglich aus Daraa in Syrien und lebt mittlerweile in Jordanien. Sie sprach mit Mary Kate Maclsaac, Kommunikationskoordinatorin für CAREs Syrienhilfe

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Medizinische Versorgung: Ein Rennen gegen die Zeit

Ein junger Mann in dem überfüllten Lager Opotovacs in Kroatien ist der 23-jährige Mohammed. In perfektem Englisch bittet er um Hilfe für seinen vier Jahre jüngeren Bruder Mahmoud.

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Serbien: Rund um die Uhr im Einsatz für die Menschlichkeit

Serbische und kroatische Freiwillige sind das Herz der humanitären Hilfe für Transitflüchtlinge.

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