Kinder im Flüchtlingscamp in Griechenland. (Foto: CARE/Mitscherlich)

CARE-HILFE IN GRIECHENLAND

Griechenland: So half CARE Geflüchteten

Für Geflüchtete ist Griechenland weiterhin das wichtigste Tor nach Europa. Seit 2015 haben insgesamt 1,1 Millionen Menschen die Landesgrenze über das Meer oder den Landweg überquert. Schätzungsweise 51.000 Flüchtlinge befinden sich aktuell noch in Griechenland. 9.375 Menschen kamen dort seit Jahresbeginn an, die meisten flohen aus Syrien, Irak und Afghanistan. Mehr als die Hälfte der Geflüchteten sind Frauen und Kinder.

Im Mai 2018 wurde das Länderbüro von CARE offiziell geschlossen. Die EU-Kommission (ECHO), die in der akuten Krise 2016 humanitäre Hilfe geleistet hat, übergab die Hilfe an die griechische Regierung. Unsere Partnerorganisationen PRAKSIS und Melissa arbeiten weiter vor Ort und stehen im engen Austausch mit CARE.

Seit 2016 erreichte die humanitäre Hilfe von CARE in Griechenland mehr als 18.600 Menschen. CARE leistete insbesondere im städtischen Raum um Athen und Thessaloniki Unterstützung in Form von rechtlicher und psychosozialer Beratung. Wir stellten Unterkünfte bereit und begleiteten Geflohene bei bürokratischen Prozessen. Außerdem leistete CARE medizinische Betreuung für Schwangere und Kleinkinder.


Blogbeiträge aus Griechenland

Flüchtling aus Afghanistan in einem Flüchtlingscamp bei Athen.

Auf unserem Blog sind Sie noch näher dran! Sie finden dort persönliche Beiträge von CARE-Mitarbeitern. Sie berichten von ihren Reisen, informieren über aktuelle Ereignisse und diskutieren über das, was uns bewegt. 

Aleksandra Godziejewska war CARE-Projektleiterin in Griechenland, als die Flüchtlingskrise von 2016 bis 2018 ihren Höhepunkt erreichte. Im Interview spricht sie über Fortschritte und persönliche Herausforderungen.

Zum Interview 

Alle Blogbeiträge aus Griechenland



Fotogalerie: CARE-Hilfe in Griechenland

Alexandra, Flüchtlingshelferin. (Foto: CARE/Mitscherlich)

„Wir hatten uns daran gewöhnt, Menschen eine gute Reise zu wünschen”

Alexandra Zavvos arbeitet seit zweieinhalb Jahren für CAREs Partnerorganisation Solidarity Now. Bis vor kurzem sind die Menschen meist durch Griechenland in andere europäische Länder gereist. Jetzt helfen sie stattdessen den Flüchtlingen, die in Griechenland gestrandet sind.

Auf der Flucht verlor Maize ihre Familie. (Foto: CARE/Mitscherlich)

„Ich habe es nicht geschafft, mit meinen Kindern wiedervereint zu werden“

Maize floh mit ihrer Tochter, 16, und ihrem Sohn, 7, aus Golan. „Wir standen unter permanentem Beschuss. Einmal konnten wir das Haus über eine Woche lang nicht verlassen und hatten nichts zu essen.“

CARE Maize und ihr Sohn

Im September reiste Maize in die Türkei, um von dort legal über den Prozess der Familienzusammenführung in die EU einzureisen. Nach Ablehnung wand sie sich an Schmuggler, die versprachen, sie nach Schweden zu bringen. Doch bei Ankunft in Idomeni war die Grenze geschlossen. Nach sechs Wochen gaben sie auf. Nun leben sie in einem Flüchtlingslager nahe Athen. Sie haben noch einmal versucht, einen Antrag zu stellen, doch die Behörde ist nur einmal in der Woche eine Stunde lang über Skype erreichbar. 

Die syrischen Brüder Ismail und Syed, die nach Griechenland fliehen mussten

“Wir haben gegen Terroristen gekämpft und jetzt behandeln uns die Menschen, als seien wir die Terroristen“ 

Die 4- und 6-jährigen Ismail und Syed flohen mit ihren Eltern zunächst in die Türkei, bevor sie in Idomeni vor einer geschlossenen Grenze standen. Jetzt leben sie in einem inoffiziellen Flüchtlingscamp in Piräus, ohne ausreichende Sanitäranlagen und ohne jegliche Privatsphäre.

Der syrische Junge Ismail musste mit seiner Familie nach Griechenland fliehen

„Das ist kein Ort, an dem man es länger als einen Tag aushält. Wenigstens bekommen wir hier etwas zu essen, aber es sind fast immer Nudeln. Meinen Kindern geht es mit jedem Tag schlechter. Wir haben in Syrien gegen Terroristen gekämpft, und ich war so naiv zu glauben, dass man uns deshalb in Europa mit offenen Armen empfangen würde.

Tahani (38 Jahre) floh mit zwei ihrer Kinder aus Syrien nach Griechenland

“Mir wurde schlecht, als ich hörte, dass die Grenze geschlossen wurde”

Die 38-jährige Tahani floh mit zweien ihrer vier Kinder aus Damaskus. Ihr Mann floh mit seiner zweiten Frau und ihren beiden anderen Kindern nach Nürnberg. „Er wollte einen Schmuggler bezahlen, der uns nachholen sollte. Aber es kam niemand.“

Tahani (38 Jahre) muss mit ihren Kindern in Griechenland ausharren

„In den letzten Jahren dachte ich immerzu daran, dass es noch Orte gibt, an denen kein Krieg herrscht, Orte, an denen meine Kinder zur Schule gehen könnten. Das war das Einzige, woran ich festhielt. Als ich dann hörte, dass die Grenzen in Europa geschlossen wurden, wurde mir schlecht.“

Xenia, eine Freiwillige im Flüchtlingscamp in Idomeni

“Nach zwei Tagen in Idomeni bist du nicht mehr dieselbe Person”

In den letzten Monaten war Xenia Freiwillige im Flüchtlingscamp in Idomeni. „Als ich Fadwa zum ersten Mal traf, haben wir uns auf Anhieb sehr gut verstanden. Sie ist so eine starke Frau.“ Fadwa, eine ehemalige Lehrerin aus Aleppo, lebte mit drei Kindern in Idomeni. „Ich fragte meine Eltern, ob Fadwa in ihre freie Wohnung ziehen kann.“ Ihre Eltern beherbergen nun nicht nur Fadwas Familie, sondern auch zwei weitere Flüchtlinge.


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