Kinder im Flüchtlingscamp in Griechenland. (Foto: CARE/Mitscherlich)

CARE-HILFE IN GRIECHENLAND

Griechenland: Helfen Sie Menschen, die festsitzen

 

Während alle Augen auf das Abkommen zwischen der EU und der Türkei gerichtet sind und die Schließung der mazedonischen Grenze die Weiterreise über die Balkanroute nahezu unmöglich macht, harren noch über 62.000 Menschen auf dem griechischen Festland aus. Die Lebensbedingungen sind äußerst schwierig, ihr Zugang zu Sanitäreinrichtungen, Nahrungsmitteln und Schutz ist begrenzt. Viele Menschen leben in unbeheizten Zelten, Lagerhallen oder Rohbauten. Zwar können sie einen Antrag auf Asyl, Umsiedlung oder Familienzusammenführung stellen, aber häufig fehlt es ihnen an den notwendigen Informationen oder Zugang zu den Dienstleistungen. Die Flüchtlinge, unter denen immer mehr Frauen und Kinder sind, brauchen dringend Unterstützung.

Der Umsiedlungsplan der EU sieht bis Mitte Mai 66.400 Umsiedlungen innerhalb der Gemeinschaft vor. Bis heute wurden jedoch nur knapp 8.000 Menschen umgesiedelt (Stand: Februar 2016). In einem Land, das unter den Folgen der Wirtschaftskrise leidet, sind die Kapazitäten begrenzt, das Schutzsystem für Flüchtlinge auszubauen.

Mit seinen Partnerorganisationen Solidarity Now und Praksis hilft CARE in Athen und im Norden des Landes Geflüchteten mit Bargeld, Rechtsberatung und psychosozialer Unterstützung. Bis heute haben sie über 6.500 Flüchtlinge und ihre griechischen Gastgeber erreicht. Bitte unterstützen auch Sie unsere Arbeit!

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Die CARE-Hilfe auf einen Blick

Griechenland: Kind auf Zeltplatz

Flüchtlingshilfe auf dem Festland

Im Jahr 2015 kamen über die sogenannte Balkanroute etwa eine Million Menschen auf ihrem Weg nach Europa durch Griechenland. Seit der Grenzschließung im Januar 2016 stauen sich Tausende Flüchtlinge, die ihre Reise nach Nordeuropa nicht fortsetzen können, auf dem griechischen Festland. Während die griechische Regierung gemeinsam mit lokalen und internationalen Akteuren versucht, die Lage unter Kontrolle zu bringen, besteht weiterhin ein hoher humanitärer Bedarf. CARE hilft mit Nahrungs- und Bargeldhilfen sowie Hygienepaketen die schlimmste Not der Transit-Flüchtlinge zu lindern.

 

Hilfe für Frauen und Kinder:                       Hilfe in und um Thessaloniki: 

Projektinformation                  Projektinformation

 

 


Blogbeiträge aus Griechenland

Enorme Gesundheitsrisiken

Iljitsj Wemerman arbeitet für CARE in Griechenland und sagt: „Frauen, Männer und kleine Kinder wohnen unter menschenunwürdigen Bedingungen – und das auf europäischem Boden.“

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Menschenrechte? Nicht für Dich!

Kamal aus Aleppo versuchte fünf Jahre lang, das Überleben seiner Familie in Syrien zu sichern. Dann kamen sie in einem kleinen Boot nach Griechenland – triefend, nass und vor Kälte zitternd. Und jetzt?

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Déjà-vu in Piräus

Johanna Renner ist Referentin für die CARE-Projekte in Griechenland. Ihre Eindrücke nach ihrem zweiten Einsatz im griechischen Piräus: ein Leben in der Warteschleife.

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So können Sie helfen

80 Euro

Zweiwöchige Sicherung der Lebensmittel für eine fünfköpfige Familie

120 Euro

für zehn Emergency-Kits für Mütter mit Kindern

(u.a. mit Windeln, Seife, Desinfektionsmitteln, Mücken-Spray, Sonnencreme)

200 Euro

Sicherung von Lebensmitteln, Gesundheitsbedarf, Transportkosten und Prepaid Kredit fürs Telefon einer fünfköpfigen Familie



Fotogalerie: CARE-Hilfe in Griechenland

Alexandra, Flüchtlingshelferin. (Foto: CARE/Mitscherlich)

„Wir hatten uns daran gewöhnt, Menschen eine gute Reise zu wünschen”

Alexandra Zavvos arbeitet seit zweieinhalb Jahren für CAREs Partnerorganisation Solidarity Now. Bis vor kurzem sind die Menschen meist durch Griechenland in andere europäische Länder gereist. Jetzt helfen sie stattdessen den Flüchtlingen, die in Griechenland gestrandet sind.

Auf der Flucht verlor Maize ihre Familie. (Foto: CARE/Mitscherlich)

„Ich habe es nicht geschafft, mit meinen Kindern wiedervereint zu werden“

Maize floh mit ihrer Tochter, 16, und ihrem Sohn, 7, aus Golan. „Wir standen unter permanentem Beschuss. Einmal konnten wir das Haus über eine Woche lang nicht verlassen und hatten nichts zu essen.“

CARE Maize und ihr Sohn

Im September reiste Maize in die Türkei, um von dort legal über den Prozess der Familienzusammenführung in die EU einzureisen. Nach Ablehnung wand sie sich an Schmuggler, die versprachen, sie nach Schweden zu bringen. Doch bei Ankunft in Idomeni war die Grenze geschlossen. Nach sechs Wochen gaben sie auf. Nun leben sie in einem Flüchtlingslager nahe Athen. Sie haben noch einmal versucht, einen Antrag zu stellen, doch die Behörde ist nur einmal in der Woche eine Stunde lang über Skype erreichbar. 

Die syrischen Brüder Ismail und Syed, die nach Griechenland fliehen mussten

“Wir haben gegen Terroristen gekämpft und jetzt behandeln uns die Menschen, als seien wir die Terroristen“ 

Die 4- und 6-jährigen Ismail und Syed flohen mit ihren Eltern zunächst in die Türkei, bevor sie in Idomeni vor einer geschlossenen Grenze standen. Jetzt leben sie in einem inoffiziellen Flüchtlingscamp in Piräus, ohne ausreichende Sanitäranlagen und ohne jegliche Privatsphäre.

Der syrische Junge Ismail musste mit seiner Familie nach Griechenland fliehen

„Das ist kein Ort, an dem man es länger als einen Tag aushält. Wenigstens bekommen wir hier etwas zu essen, aber es sind fast immer Nudeln. Meinen Kindern geht es mit jedem Tag schlechter. Wir haben in Syrien gegen Terroristen gekämpft, und ich war so naiv zu glauben, dass man uns deshalb in Europa mit offenen Armen empfangen würde.

Tahani (38 Jahre) floh mit zwei ihrer Kinder aus Syrien nach Griechenland

“Mir wurde schlecht, als ich hörte, dass die Grenze geschlossen wurde”

Die 38-jährige Tahani floh mit zweien ihrer vier Kinder aus Damaskus. Ihr Mann floh mit seiner zweiten Frau und ihren beiden anderen Kindern nach Nürnberg. „Er wollte einen Schmuggler bezahlen, der uns nachholen sollte. Aber es kam niemand.“

Tahani (38 Jahre) muss mit ihren Kindern in Griechenland ausharren

„In den letzten Jahren dachte ich immerzu daran, dass es noch Orte gibt, an denen kein Krieg herrscht, Orte, an denen meine Kinder zur Schule gehen könnten. Das war das Einzige, woran ich festhielt. Als ich dann hörte, dass die Grenzen in Europa geschlossen wurden, wurde mir schlecht.“

Xenia, eine Freiwillige im Flüchtlingscamp in Idomeni

“Nach zwei Tagen in Idomeni bist du nicht mehr dieselbe Person”

In den letzten Monaten war Xenia Freiwillige im Flüchtlingscamp in Idomeni. „Als ich Fadwa zum ersten Mal traf, haben wir uns auf Anhieb sehr gut verstanden. Sie ist so eine starke Frau.“ Fadwa, eine ehemalige Lehrerin aus Aleppo, lebte mit drei Kindern in Idomeni. „Ich fragte meine Eltern, ob Fadwa in ihre freie Wohnung ziehen kann.“ Ihre Eltern beherbergen nun nicht nur Fadwas Familie, sondern auch zwei weitere Flüchtlinge.


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