CARE-Hilfe im Jemen

Jemen: Hunger bedroht Millionen Menschen

Es herrscht ein grausamer Krieg im Jemen, dem ärmsten Land im Nahen Osten. Seit vier Jahren leiden die Menschen unter Gewalt, Hunger und dem Ausbruch von Seuchen. Nur zwei Jahre, nachdem im Jemen die weltweit schlimmste Cholera-Epidemie wütete – mit 1,3 Millionen Verdachts- und über 3.000 Todesfällen – wurden allein in den ersten drei Monaten dieses Jahres bereits 140.000 Cholera-Verdachtsfälle gezählt. Was die Situation noch dramatischer macht: 18 Millionen Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser, fast 20 Millionen können nicht medizinisch versorgt werden.

„Schlimmer als jetzt kann es kaum werden“, berichtet Johan Mooij, CARE-Länderdirektor im Jemen. „Dieses wunderschöne Land wurde durch vier Jahre Krieg und den wirtschaftlichen Zusammenbruch zerstört. Zehn Millionen Menschen sind von einer Hungersnot bedroht, die Hälfte der Gesundheitsdienste funktioniert nicht und jeden Tag fallen Bomben.“

CARE ist eine der wenigen Hilfsorganisationen, die weiterhin vor Ort lebensrettende Hilfe leisten und unter schwierigsten Bedingungen Leben retten. Wir sind mit 300 Mitarbeitern in zwölf Regierungsbezirken aktiv und unterstützen Familien mit Lebensmitteln und Bargeld und stellen sauberes Wasser bereit. Wir reparieren Wasserstellen, schulen Gesundheitshelfer und verteilen Hygiene-CARE-Pakete, um die Übertragung von Erkrankungen zu verhindern. Unsere langfristigen Entwicklungsprogramme setzen wir soweit wie möglich fort. Jeden Monat erreicht CARE rund eine Million Menschen mit überlebenswichtiger Hilfe.

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Jemen – Seit vier Jahren herrscht Krieg


So können Sie helfen

80 Euro

Sauberes Trinkwasser für 8 Familien für 1 Monat

120 Euro

4 Hygiene-Pakete

200 Euro

Lebensmittel-Hilfe für 3 Familien


CARE-Chef vor Ort: „Jeden Tag verhungern hunderte Kinder“

„Der Jemen steht kurz vor einer Hungersnot. Für viele Kinder kommt bereits heute jede Hilfe zu spät“, berichtet CARE-Generalsekretär Karl-Otto Zentel. Seit Ausbruch des Krieges hat er den Jemen selbst zwei Mal besucht, um sich direkt ein Bild von der Situation der Menschen zu machen. Sein Fazit: Wenn nicht bald ein Waffenstillstand erreicht wird, könnte es für viele Menschen zu spät sein. Denn viele Familien können es sich schon heute nicht mehr leisten, genug zu essen. „Der Preis für Speiseöl ist in den letzten Monaten um 200 Prozent gestiegen. Es gibt Frauen, die nur noch einen Löffel Öl am Tag zu sich nehmen. Um das Leben ihrer Kinder zu retten, sind sie oft die letzten, die etwas essen.“ Trotzdem sind bereits fast fünf Millionen Kinder unterernährt. Jeden Tag müssen hunderte von ihnen sterben. 

Weitere Eindrücke von Herrn Zentel können Sie in folgenden Medienbeiträgen nachlesen:

Hunger, Hungerkrise, Hungersnot Wo liegt da der Unterschied?

Die wichtigsten Fakten im Überblick auf unser Themenseite Hunger bekämpfen“.

CARE-Generalsekretär Karl-Otto Zentel beim Besuch eines Flüchtlingscamps in Aden.

Die Heldinnen im Jemen

Rehab Alkhouja lächelt stolz in die Kamera.

Besonders Frauen und Mädchen sind von den Auswirkungen des Krieges im Jemen betroffen – doch es gibt auch eine andere Seite. Eine, die Hoffnung weckt. Denn auch im Jemen gibt es starke Frauen, die jeden Tag Mut beweisen und sich der Gewalt und der Armut entgegenstellen. Rehab Alkhouja ist eine von ihnen und setzt sich bei CARE für die wirtschaftliche Stärkung von Frauen ein. So können immer mehr Jemenitinnen finanziell auf ihren eigenen Beinen stehen und neue Zukunftschancen für sich entdecken.

Wir feiern alle diese Frauen –  denn sie sind echte Heldinnen!

Zum BlogAlle Beiträge aus dem Jemen


Stimmen aus dem Jemen

Kawather arbeitet auf einer Farm, damit sie ihre Kinder ernähren kann. Durch den Jemen-Krieg verlor die Familie ihr Einkommen.

Als Kawathers Mann durch den Krieg seine Arbeit verlor, verließ er die Familie. Kawather muss die Kinder nun alleine versorgen. Sie begann, auf einer Farm zu arbeiten. CARE unterstützt die Familie mit Essen und Hygiene-Paketen. (Foto: Ahmad Al-Basha/CARE)

Nasser hält sich am liebsten in den Feldern auf. Dort hat er früher gearbeitet, findet seit Kriegsbeginn aber keinen Arbeitgeber mehr.

Nasser hat sein Leben lang auf Farmen gearbeitet, aber nach Kriegsbeginn konnte er dort keine Arbeit mehr finden.
CARE unterstützt ihn mit Essen und versorgte sein Dorf mit Toiletten. (Foto: Ahmad Al-Basha/CARE)

Shafeqa musste jeden Tag zwei Stunden zur nächsten Wasserstelle laufen. CARE baute Wassertanks in der Region. Nun braucht Shafeqa für Hin- und Rückweg zusammen nur noch eine halbe Stunde.

Shafeqa musste jeden Tag zwei Stunden zur nächsten Wasserstelle laufen. CARE baute neue Wassertanks in der Region. Nun braucht Shafeqa für Hin- und Rückweg zusammen nur noch eine halbe Stunde. (Foto: Ahmad Al-Basha/CARE)

Ein Junge wäscht sich die Hände. CARE baut Sanitäranlagen in den ärmsten Dörfern des Jemens.

Um Krankheiten wie Cholera zu verhindern, organisiert CARE Hygiene-Schulungen für die Dorfbewohner. In den ärmsten Dörfern baut CARE außerdem Sanitäranlagen. (Foto: Ahmad Al-Basha/CARE)

Unternehmerin Lara in ihrem eigenen Bekleidungsgeschäft.

Lara wurde von ihrem Mann misshandelt. Sie ließ sich scheiden und baute mithilfe von CARE ein eigenes Modegeschäft auf. „Mein Leben hat sich komplett geändert. Ich bin stärker geworden und lebe jetzt in meinem eigenen Haus.“ (Foto: Mahmoud Fadel/CARE)

Wafa verkauft Blumengestecke, die sie selbst herstellt.

Wafa ist eine Studentin aus Aden. Sie geht morgens in die Uni und arbeitet danach in ihrem Laden. Mit Unterstützung von CARE verkauft sie dort künstliche Blumengestecke, handgemachte Accessoires und Make-up. (Foto: Mahmoud Fadel/CARE)


So hilft CARE im Jemen: Drei Ziegen für Yahya

Yahya lebt mit seiner Frau und fünf Kindern in einem kleinen, einfachen Haus in Bani Zawahi. Das Dorf des 40-jährigen Vaters zählt zu den ärmsten Gemeinden im Nordwesten des Jemens. Mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes schenkte CARE 1.000 bedürftigen Familien je drei trächtige Ziegen und etwas Geld für Futter. So können sich die Familien selbst eine Existenz aufbauen. CARE-Helfer Khalid Azubiri hat mit Yahya gesprochen:

Welche Folgen hat der Krieg für deine Familie?

„Das wenige Einkommen ist gerade die größte Herausforderung. Vor dem Krieg war ich Tagelöhner und konnte selbst für meine Familie sorgen. Wegen des Krieges ist es für mich schwierig geworden, eine Arbeit zu finden. Ich arbeite unregelmäßig, manchmal nur ein oder zwei Tage in der Woche. Das reicht nicht, um meine Familie zu ernähren.“

Was hast du von CARE bekommen?

„CARE ist in den schwierigsten Momenten unseres Lebens zu uns gekommen und hat uns neue Hoffnung geschenkt. Ich habe schon lange von einer Ziege geträumt, und jetzt habe ich sogar drei Ziegen geschenkt bekommen. Ich hatte nicht erwartet, dass ich diese Hilfe erhalte. Zum ersten Mal in meinem Leben werde ich von einer Hilfsorganisation unterstützt.“

Wie werden dir die Ziegen in Zukunft helfen?

„Ich hoffe, dass wir mit den Ziegen bald Geld verdienen. Eine der Ziegen hat letzte Woche schon geworfen, die anderen beiden erwarten Junge. Die Milch kann ich verkaufen oder meinen Kindern geben. In Zukunft sind wir nicht nur auf meine Arbeit angewiesen. Und mit dem Bargeld, das wir bekommen haben, kann ich schon jetzt Essen und andere Dinge kaufen, die wir dringend brauchen.“

Wirst du die Ziegen verkaufen?

„Nein. Sie sollen erst einmal weitere Junge bekommen, denn wenn ich sie jetzt schon verkaufe, habe ich anschließend wieder nichts. So eine Gelegenheit bekomme ich nicht nochmal.“

Das Foto zeigt ein Kind aus Yahyas Dorf.

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Freudestrahlend nimmt ein kleiner Junge eine Ziege entgegen.


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