Der kleine Hatem ist an Cholera erkrankt.

CARE-HILFE IM JEMEN


Jemen: Hunger bedroht Millionen Menschen

Es herrscht ein grausamer Krieg im Jemen, dem ärmsten Land im Nahen Osten. Seit über drei Jahren leiden die Menschen unter Gewalt, Hunger und dem Ausbruch von Seuchen. 14 Millionen Menschen sind akut vom Hungertod bedroht. Fünf Millionen Kinder sind so stark unterernährt, dass ihre Eltern nicht wissen, ob sie überleben. Die Preise für Lebensmittel sind massiv gestiegen. Menschen fliehen vor Gewalt in andere Landesteile, aber auch dort herrscht Hunger. Dreiviertel der Bevölkerung benötigt humanitäre Hilfe, um zu überleben. CARE ist vor Ort und rettet unter schwierigsten Bedingungen Leben.

Mit großer Sorge beobachten wir aktuell die Kämpfe um Hodeidah, den größten Seehafen des Landes. Sollten die Kämpfe um Hodeidah weiter zunehmen, wäre das eine kaum auszumalende Katastrophe", sagt CARE-Generalsekretär Karl-Otto Zentel, der erst kürzlich vor Ort war. Denn in Hodeidah befindet sich der größte Seehafen des Landes, auf den der Jemen für seine Nahrungsmittelimporte angewiesen ist. Bereits heute steht das Land kurz vor einer Hungersnot. Jeden Tag sterben hunderte Kinder, weil sie nicht genug zu essen haben.

CARE ist eine der wenigen Hilfsorganisationen, die weiterhin vor Ort lebensrettende Hilfe leisten. Wir unterstützen Familien mit Lebensmitteln und Bargeld und stellen sauberes Wasser bereit. Wir reparieren Wasserstellen und verteilen Hygiene-CARE-Pakete, um die Übertragung von Erkrankungen zu verhindern. Unsere langfristigen Entwicklungsprogramme setzen wir soweit wie möglich fort. Bisher hat CARE im Jemen zwei Millionen Menschen mit seiner Hilfe erreicht.

Bitte helfen Sie uns, diese Hilfe schnellstmöglich auszuweiten!

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Jemen – Seit drei Jahren herrscht Krieg


CARE-Chef vor Ort: „Jeden Tag verhungern hunderte Kinder“

„Der Jemen steht kurz vor einer Hungersnot. Für viele Kinder kommt bereits heute jede Hilfe zu spät“, berichtet CARE-Generalsekretär Karl-Otto Zentel. Er war vor wenigen Wochen vor Ort, um sich ein Bild von der aktuellen Situation zu machen. Sein Fazit: Wenn nicht bald ein Waffenstillstand erreicht wird, könnte es für viele Menschen zu spät sein. Denn viele Familien können es sich schon heute nicht mehr leisten, genug zu essen. „Der Preis für Speiseöl ist in den letzten Monaten um 200 Prozent gestiegen. Es gibt Frauen, die nur noch einen Löffel Öl am Tag zu sich nehmen. Um das Leben ihrer Kinder zu retten, sind sie oft die letzten, die etwas essen.“ Trotzdem sind bereits fast fünf Millionen Kinder unterernährt. Jeden Tag müssen hunderte von ihnen sterben.

Karl-Otto Zentel sprach vor Ort mit CARE-Helfern, die rund um die Uhr arbeiten, um Familien mit Lebensmitteln und Medikamenten zu versorgen. „Meine Kollegen im Jemen stehen vor großen Herausforderungen. Viele Gebiete sind schwer zugänglich. Es dauert lange, bis wir die Genehmigungen erhalten, die für eine Lebensmittelverteilung notwendig sind.“

Und er sprach mit zahlreichen Betroffenen: „Vor allem für Frauen und Mädchen hat sich die Lage drastisch verändert. Seit dem Konfliktbeginn vor drei Jahren müssen immer mehr Mädchen im Haushalt helfen, statt zur Schule zu gehen. Immer mehr Frauen werden zum Familienoberhaupt, weil ihre Männer verschwunden sind oder an der Front kämpfen. Frauen sind von dem Konflikt genauso stark betroffen wie Männer vielleicht noch stärker, weil sie neue Rollen einnehmen müssen.“

Weitere Eindrücke von Herrn Zentel können Sie in folgenden Medienbeiträgen nachlesen:

CARE-Generalsekretär Karl-Otto Zentel beim Besuch eines Flüchtlingscamps in Aden.

Stimmen aus Hodeidah

Hassan Ali mit seiner Familie.

Hassan Ali: „Ich floh mit meiner Familie, als Flugblätter uns warnten, das Gebiet so schnell wie möglich zu verlassen. In Al-Marwaya wohnen wir mit 24 Personen in einem Haus mit drei Zimmern, ohne Fenster und Dach. Ich hätte nie gedacht, dass meine Familie und ich jemals in so eine Situation kommen würden. Ich kann nicht in Worte fassen, welchen Schmerz ich empfinde.“ Das Bild zeigt Hassan Ali und seine Familie.

Samar und ihre Tochter spülen Geschirr.

Samar: „Ich finde keine Nahrung für meine Kinder mehr. Jeden Abend müssen sie mit leerem Magen ins Bett gehen. Manchmal weinen sie und manchmal schlafen sie einfach ein, während sie darauf warten, dass es Essen gibt. Ich wünschte, ich könnte in mein altes Leben zurückkehren, als ich noch Arbeit hatte und meinem Mann helfen konnte. Jetzt sind wir beide arbeitslos.“ Das Bild zeigt Samar und ihre Tochter.

Awsh: „Meinen Neffen verlor ich bei einem Luftangriff. Das Haus meines Bruders war nur zwei Häuser von meinem entfernt. Wir hoben ihn hoch und flohen. Es war ein Albtraum. Ich erinnere mich, dass seine Mutter nicht aufhörte zu weinen. Wir begruben ihn auf dem Weg nach Al-Marwaya. Ich träume immer noch von ihm. Er fehlt mir. Er war ein guter Junge, ein kluger Kopf. Er hat seinen Vater sehr stolz gemacht.” Das Bild zeigt Awshs Enkel.

Aisha: „Als wir in den Nachrichten hörten, dass die Kämpfe unsere Stadt erreichen, haben wir es zuerst nicht geglaubt. Bis wir es mit eigenen Augen sahen. Wir flohen mit nichts als unseren Kleidern am Leib. Von einem Augenblick auf den nächsten tobte um uns herum die Gewalt. Wir wohnen jetzt in Al-Marwaya, ohne jegliches Einkommen. Die Suche nach Essen ist für uns ein täglicher Kampf ums Überleben.“ Das Bild zeigt Aishas Mann & ihre Kinder.


Die CARE-Hilfe auf einen Blick

Eine Frau hält eine Care Tüte in der Hand.

Nothilfe für Binnenflüchtlinge

Im Jemen befinden sich derzeit über zwei Millionen Menschen auf der Flucht vor Gewalt und Kämpfen im eigenen Land. Sie und die aufnehmenden Gemeinden sind dringend auf Unterstützung angewiesen. CARE verteilt an beide Seiten Lebensmittelhilfen, Hygiene- und Kleinkinder-CARE-Pakete, sichert die Trinkwasserversorgung und baut Latrinen für mehr Hygiene. 55 lokale Nichtregierungsorganisationen schult CARE darin, wie sie trotz der schwierigen Sicherheitslage effektiv und gesichert helfen können.

 

Jugendliche sitzen vor einem großen Plakat.

Ausbildung für Jugendliche

Im Bezirk Hajjah haben es Jugendliche nicht leicht: In der ländlichen Region gibt es kaum Infrastruktur oder eine Chance zur beruflichen Ausbildung. CARE ermöglicht Jugendlichen, insbesondere Mädchen, eine dreimonatige Berufsausbildung. Zum Beispiel in den Bereichen Imkerei, Schneiderei, Tischlerei, Friseur- und Beautysalongründung, Automechatronik oder Maurer-, Maler- und Metallarbeit. Zudem bietet CARE Alphabetisierungskurse und Trainings in der Gründung und Führung selbstständiger kleiner Geschäftsbetriebe und vergibt an 100 Gründerinnen und Gründer Startkapital.

 

 

Zum Projekt: Ernährungs– und Trinkwassersicherung

Eine Gruppe steht mit Kanistern vor einem Trinkwasserfass.

Wasser: Basis für Leben und Frieden

Die ausreichende Versorgung mit Trinkwasser zählt derzeit zu den größten Alltagsnöten. In Sanaa zum Beispiel sind aktuell ganze Viertel von der Wasserversorgung abgeschnitten. CARE hilft mit 15 Tanklastwagen und vielen freiwilligen Jugendlichen und Frauen, die Trinkwasserversorgung aufrechtzuerhalten. Im ländlichen Raum verteilt CARE Wasserkanister und Silberionen-Filter. In sieben Gemeinden wurden Wasseraufbereitungsanlagen instand gesetzt, mit Solarpumpen versehen und Dorfmitglieder in der Wartung geschult.


So können Sie helfen

80 Euro

Sauberes Trinkwasser für 8 Familien für 1 Monat

120 Euro

4 Hygiene-Pakete

200 Euro

Lebensmittel-Hilfe für 3 Familien


Die Situation im Überblick

CARE und NRC: „Es landen mehr Bomben auf dem Flughafen in Sanaa als Passagiere“

Flughafen der jemenitischen Hauptstadt seit genau zwei Jahren für den kommerziellen Luftverkehr geschlossen

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CARE zu den Luftschlägen auf Hodeidah: „Friedensgespräche im Jemen sind akut in Gefahr“

450.000 Jemeniten bereits auf der Flucht, humanitäre Hilfe muss ausgeweitet werden

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Über 22 Millionen Menschen sind auf Nothilfe angewiesen / Hilfsappell bisher nur zu fünf Prozent finanziert



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