CARE Affair #4: Hunger


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Essen in Schichten

Jeder sechste Mensch hat Hunger. Nicht einfach nur ein Knurren im Magen, sondern Schmerzen, die seinen Körper schwächen und sein Leben in Apathie versenken. Anfang der 90er Jahre glaubte man noch, die Unterernährung in die Flucht geschlagen zu haben, die Zahlen sanken. Im Jahr 1997 waren „nur" noch 791 Millionen Menschen chronisch hungrig. Jetzt, zehn Jahre später, stehen wir vor neuen Herausforderungen, die diesen Erfolge zunichte machen und deren unheilbringende Namen uns von jedem Bildschirm und jeder Zeitungsseite entgegen springen: Finanzkrise, Weltwirtschaftskrise, Nahrungsmittelpreiskrise. Krise hoch drei, plus eine Milliarde Unterernährte. 

Unsere Erde könnte mühelos alle sechs Milliarden Einwohner ernähren – wenn die Früchte gerechter verteilt würden. Agrarsubventionen, Handelsbarrieren, Verschuldung und neuerdings die Förderung von Biokraftstoffen sind nur einige der Gründe für leere Mägen in Afrika, Asien und Lateinamerika. In Äthiopien und Kenia können manche Familien seit der Preissteigerung der Lebensmittel nur noch in Schichten essen. Montags der älteste Sohn, dienstags der zweitälteste, mittwochs der Vater. Am Ende der Kette stehen Mutter und Töchter. Das Gefühl des Sattseins ist ihnen seit Generationen unbekannt, sie leben mit dem Hungerschmerz wie wir mit der Selbstverständlichkeit dreier Mahlzeiten pro Tag.

Mit politischem Willen, der nicht aus reinem Mitleid, sondern aus praktischer Überzeugung heraus die Entwicklungsländer als gleichberechtigte Handelspartner anerkennt, kann die verkrustete, strukturelle Ungerechtigkeit des Hungers aufgebrochen werden. Mit Investitionen in die Landwirtschaft können die ärmsten Länder ihre Ernährung sichern und ihre Bauern unterstützen. Mit Nahrungsmittelhilfe, landwirtschaftlicher Fortbildung, Ernährungskursen für Familien, Mikrokredit- und Sparprogrammen und vor allem Förderung der schulischen Bildung engagiert sich CARE für die Menschen vor Ort - damit sie ihr Menschenrecht auf Nahrung wahrnehmen können.

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