Jahresrückblick 2015

CARE-Hilfe 2015 und ihre Erfolge

2015 war ein schweres und gefahrvolles Jahr für Millionen Menschen weltweit. In Ländern wie Syrien, Jemen, Irak, Südsudan oder der Zentralafrikanischen Republik litten Familien unter anhaltenden Konflikten. 65 Millionen Menschen lebten 2015 auf der Flucht und suchten Schutz vor Gewalt, Zerstörung oder bitterer Armut. In anderen Weltregionen zerstörten vermehrte Stürme, Dürren und Überschwemmungen die Lebensgrundlagen vieler Kleinbauern. In Nepal bebte die Erde.

Mit Ihrer Hilfe konnte CARE helfen und Familien mit Nahrung, Wasser und medizinischer Hilfe versorgen. CARE gab Starthilfe zum Wiederaufbau und bot Kindern auf der Flucht einen sicheren Ort zum Spielen und Lernen – Bausteine für eine bessere Zukunft. Als internationales Netzwerk unterstützte CARE 2015 so über zehn Millionen Menschen in 41 akuten Kriegs- und Krisengebieten, davon allein zwei Millionen in und um Syrien.

Über die akute Nothilfe hinaus unterstützten langfristige CARE-Programme zusätzlich 55 Millionen Menschen dabei, sich nachhaltig einen Weg aus der Armut zu ebnen. So erhielten zwei Millionen Kinder und Jugendliche Zugang zu Bildung und Ausbildung, sieben Millionen Kleinbauern verbesserten mit CARE ihre Ernten und Einkommen, 28 Millionen Frauen bekamen Zugang zu Geburtshilfe und Familienplanung. Insgesamt erreichte die internationale CARE-Hilfe mit 890 Hilfsprojekten 65 Millionen Menschen in 95 Ländern.

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CARE DEUTSCHLAND-LUXEMBURG E.V.

Leben retten, Armut bekämpfen, Rechte stärken – diesen drei Zielen galt die Projektarbeit von CARE Deutschland-Luxemburg e.V. in 36 Ländern auch im Jahr 2015.

Die Not- und Flüchtlingshilfe bildete dabei mit 71 Prozent den wichtigsten Schwerpunkt. 25 Prozent unserer Programme bekämpften die Ursachen extremer Armut und verbesserten die Bildungschancen, Ernten, Einkommen, die Gesundheit und Klimaanpassung ärmster Gemeinschaften. Knapp vier Prozent stärkten gezielt die Rechte benachteiligter Bevölkerungsgruppen, wie der Roma auf dem Balkan, der Quechua in den Anden Perus oder der Tuareg- und Peuhl-Gemeinden im Niger. In allen Projektregionen arbeiteten wir konsequent für eine gleichberechtigte soziale und wirtschaftliche Teilhabe von Frauen und Mädchen – für CARE eine zentrale Voraussetzung für Entwicklung.


BEISPIELE PROJEKTARBEIT 2015

Geflüchteter Mann mit Kind auf dem Arm in Serbien

Not lindern

Europa – Hilfe für Transitflüchtlinge: Allein 580.000 Flüchtlinge aus Krisenregionen strömten im Herbst 2015 nach Serbien, ausgezehrt von den Gefahren der Flucht und tagelangen Fußmärschen. Ihr Ziel: Schutz und Sicherheit in der Europäischen Union. CARE startete in Serbien, Kroatien und heute Griechenland Soforthilfe und versorgte Tag wie Nacht über 120.000 Fliehende mit dringend benötigter Nahrung, Trinkwasser, Babypaketen sowie Winterhilfe.

Somalischer Mann mit Helm und Arbeitsanzug

Armut bekämpfen

Somalia – Wasser ist Zukunft: In Somaliland schafft CARE Perspektiven zur Flucht: 2015 bildete CARE hier 90 Gesundheits- und Hygieneberaterinnen und 35 Wasser- und Solarmechaniker aus. CARE baute mit 30 Dorfgemeinschaften 177 Wasserauffangbecken, installierte sechs Bohrlöcher und 27 solarbetriebene Brunnen. 30 Wasserkomitees sowie die ausgebildeten Mechaniker im Dorf sorgen für ihre Wartung und sichern so langfristig bessere Ernten und Einkommen.

Peruanische Kinder in einer Schule

Rechte stärken

Peru – Hilfe für Andengemeinden: In Ayacucho verbesserte CARE 2015 die Gesundheit und Ernährung von 12.000 Menschen in 40 Quechua-Gemeinden. Dazu bauten die Dörfer mit CARE fünf Gemeinschaftshäuser und eine Schule, in denen Ausbildungsprogramme stattfinden. Verbesserte Anbaumethoden und Trinkwassersysteme haben die Ernten erhöht. Das Ausbilden indigener Geburtshelferinnen und das Einrichten von Geburtsräumen vermindert bereits heute die einst hohe Kindersterblichkeit.

Frau mit zwei Ziegen neben sich

Wirkung sichern

So überprüfen wir Projekterfolge: Mit unabhängigen Studien überprüft CARE die Wirkung seiner Hilfe. 2015 analysierte CARE die langfristige Wirkung eingeführter CARE-Kleinspargruppen in 29 Gemeinden in Mali und Niger: Nach drei Jahren war die Armutsrate in den teilnehmenden Dörfern von 88% auf 46% gesunken, die Unterernährung sank von 20% auf 0%. Die Gemeinden wurden wirtschaftlich aktiver und überstanden Krisen erfolgreicher als andere.


HÖHEPUNKTE ÖFFENTLICHKEITSARBEIT 2015

Im Jahr 2015 feierte CARE das 70. Jubiläum seiner Gründung und eröffnete mit der Veranstaltung „Fit for the Future?“ mit 250 Unterstützern und Partnern unter Anwesenheit von Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller das Jubiläumsjahr zum 70. Geburtstag des CARE-Pakets. Bis Herbst 2016 ehren zahlreiche Aktionen und Veranstaltungen in ganz Deutschland die Ankunft der insgesamt 100 Millionen CARE-Pakete im notleidende Nachkriegseuropa – eine der größten Hilfsaktionen der Geschichte. Den CARE-Millenniumspreis haben wir 2015 mit großer Freude an Altbundespräsident Horst Köhler verliehen, für seine Bemühungen um die Millenniums- sowie die neuen UN-Nachhaltigkeitsziele. CARE-Aktionskreise, Prominente und Schulen setzten sich 2015 engagiert für unsere Themen ein. Sie machten unter anderem den Jahrestag der Syrienkrise, den München Marathon sowie den Schulwettbewerb des Bundespräsidenten für CARE erfolgreich. Politisch brachte sich CARE im Gipfeljahr 2015 aktiv bei der Ausgestaltung der internationalen Beschlüsse zum G7-Gipfel, zur UN-Nachhaltigkeitsagenda sowie zum Klimagipfel in Paris ein. Die UN-Nachhaltigkeitsagenda soll fortan Leitfaden und Maßstab auch unserer Arbeit sein.

Horst Köhler bei der CARE-Milleniumspreisvergabe

FINANZIELLE ENTWICKLUNG 2015

Wir freuen uns sehr, dass unser Unterstützerkreis 2015 erneut um zahlreiche Spender, Stiftungen und Unternehmen gewachsen ist. Auch die Unterstützung öffentlicher Geber hat 2015 noch einmal zugenommen. Die wichtigsten Partner waren das Auswärtige Amt, das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie das Europäische Amt für humanitäre Hilfe. Insgesamt erhöhten sich die Einnahmen von CARE Deutschland-Luxemburg e.V. inklusive seiner Länderbüros 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 9,20 Prozent auf 37,6 Millionen Euro. 84,80 Prozent unserer Ausgaben flossen direkt in die Hilfe vor Ort. 9,57 Prozent dienten der Spendenwerbung und Öffentlichkeitsarbeit und 1,59 Prozent der Bildungsarbeit in Schulen. Die allgemeinen Ausgaben, etwa für Qualitätssicherung, Mittelakquise und Berichtswesen, beliefen sich auf 4,04 Prozent.

Kreisdiagramm, Einnahmen 2015 nach Herkunft
Kreisdiagram, Projektaufwendung nach Region 2015
Kreisdiagramm, Aufwendungen nach ihren Verwendungen 2015
Kreisdiagramm, Projektaufwendungen nach Zielen 2015

Wir bedanken uns bei allen Spenderinnen und Spendern, bei den uns vertrauenden öffentlichen Gebern, Stiftungen, Vereinen und Unternehmen. Unser besonderer Dank gilt allen Ehrenamtlichen und Schulen, die unsere Arbeit mitgestalten und begleiten. Bitte bleiben Sie auch in Zukunft an unserer Seite!

Zum Jahresbericht 2015

Gerne schicken wir Ihnen auf Wunsch ein Printexemplar zu. Kontaktieren Sie dazu bitte den CARE-Spendenservice, Tel.: + 49 (0) 228 97563-26, spenden(at)care.de.