Mehrere Frauen im Sudan blicken in die Kamera

Jahresrückblick 2021

Weltweite Hilfe für Millionen von Menschen

Unser Leben wurde auch 2021 von den Einschränkungen der Coronapandemie geprägt. Während in Deutschland übers Impfen und Kontaktbeschränkungen diskutiert wurde, zeigten sich die Folgen der Pandemie in den ärmsten Ländern brutal: Die ungerechte Verteilung von Impfstoffen, die am Limit stehenden Gesundheitssysteme vieler Länder und vor allem die weiterhin massiven Folgen der Pandemie für die Ärmsten – Hunger, Hunger und nochmals Hunger – beschäftigten unsere Nothilfeteams weltweit. 

Die endlosen Kriege in Syrien und Jemen wurden zwischenzeitlich von der dramatischen Situation in Afghanistan überschattet. Auch in Äthiopien brach Gewalt aus; viele Länder kamen kaum zur Ruhe. Und im Schatten der Weltöffentlichkeit leiden in vergessenen Krisen Millionen Menschen, die den Auswirkungen der Klimakrise und der Pandemie schutzlos ausgeliefert sind: Ob Somalia, Mali, Südsudan oder Kolumbien – die Zahl der Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind, steigt erbarmungslos. Doch am Ende bleibt immer Hoffnung: Mit über 12.000 Mitarbeitenden ist CARE vor Ort – und bleibt es auch 2022. Immer auf Augenhöhe, mit Herz und Tatkraft.

Blicken Sie mit uns zurück auf das Jahr 2021 und erfahren Sie, wie CARE dank Ihrer Unterstützung konkret helfen konnte. Vielen Dank, dass Sie an unserer Seite sind! 

100Mio.
... Menschen hat CARE 2021 weltweit erreicht.

Damals und heute ...

Das CARE-Paket wird verteilt

Nothilfe 2021

Hunger, Gewalt, die Auswirkungen des Klimawandels und immer wieder Corona - im Jahr 2021 musste CARE auf eine Vielzahl von Katastrophen reagieren. Weltweit leisteten Helfer:innen dank Ihrer Unterstützung schnelle Hilfe und konnten so Leben retten.

Gewalt gegen Frauen in Äthiopien

Ein brutaler Konflikt, der es nur selten in die Schlagzeilen schafft: 2021 waren in Äthiopien Millionen von Menschen aufgrund des gewaltsamen Konfliktes in der Tigray-Region gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Frauen und Mädchen leiden besonders unter den Ausschreitungen: in Kriegs- und Krisengebieten und auf der Flucht sind sie die ersten, die Opfer von Gewalt und Missbrauch werden. Selbst im Zufluchtsland oder in den Flüchtlingscamps sind sie oft nicht sicher.

CARE unterstützte die Frauen und Mädchen in Äthiopien durch medizinische und psychosoziale Hilfsangebote. 2021 waren weltweit mehr als 40 Millionen Frauen und Kinder auf der Flucht. In Flüchtlingscamps schaffte CARE für sie sichere Räume und stellt spezielle Hygiene-CARE-Pakete zur Verfügung.

Hungerkrise in Afghanistan

Wir alle haben die Medienberichte zu Afghanistan in diesem Sommer verfolgt. Eine Krise in dem südasiatischen Land geriet trotz all der Aufmerksamkeit in den Hintergrund: Der Hunger ist schlimmer denn je. Ein CARE-Bericht zeigte, dass sich die ohnehin schon schwerwiegende Hungerkrise in Afghanistan durch Dürre, zunehmende Vertreibung, steigende Lebensmittelpreise und wirtschaftlichen Rückgang noch weiter verschärft hat. 2021 litten 18,8 Millionen Menschen, und somit fast die Hälfte der Bevölkerung, unter akutem Hunger - ein Anstieg um fast 30 % im Vergleich zum Vorjahr.

Im Juni/Juli 2021 führte CARE eine Rapid Gender Analysis (RGA) durch, um die geschlechtsspezifischen Auswirkungen der Dürre in Afghanistan zu bewerten. Ein beunruhigendes Ergebnis war, dass Männer dreimal häufiger als Frauen angaben, sich ausgewogen ernähren zu können, und mehr Milchprodukte und Fleisch essen konnten als Frauen. Die RGA zeigte außerdem, dass geschlechtsspezifische Gewalt, insbesondere in Paarbeziehungen, sowie Kinder-, Früh- und Zwangsehen seit Beginn der Dürre zugenommen haben.

2021 hat CARE ihre humanitären Hilfsprogramme in Afghanistan wieder aufgenommen. Nothilfeteams verteilten Bargeld an besonders betroffene und schutzbedürftige Familien. Zudem halfen die CARE-Teams lokalen Kleinbäuerinnen und -bauern, die für die Ernährungssicherung des Landes eine entscheidende Rolle spielen, mit Düngemitteln, Werkzeugen, Saatgut sowie Schulungen.

Illegale Pushbacks an EU-Grenze

Berichte über gewaltsame Pushbacks an der EU-Außengrenze haben uns 2021 erschüttert: Nach Krieg, Verfolgung und Trauma in ihrer Heimat erlebten Geflüchtete 2021 auf der Schwelle zu Europa Tritte, Schläge und Erniedrigung. Rund ein Drittel aller Geflüchteten, die über die sogenannte Balkanroute in die Europäische Union flüchten, kommen aus Afghanistan und sind vor Gewalt geflohen. CARE forderte die Europäische Kommission dazu auf, die Menschenrechtsverletzungen an der EU-Grenze zügig aufzuarbeiten und Mitgliedsstaaten, die die europäischen Werte sowie europäisches und internationales Recht verletzen, konsequent zur Verantwortung zu ziehen.

Mit Hilfe von Partnerorganisationen verteilte CARE entlang der Fluchtrouten in Bihac und Tuzla (Bosnien und Herzegowina) Nahrungsmittel, Hygienepakete und Trinkwasser und bot besonders schutzbedürftigen Menschen kurzzeitig sichere Unterkünfte.

Bürgerkrieg in Syrien

Es ist die schlimmste Vertreibung seit dem Zweiten Weltkrieg: 2021 jährte sich der Krieg in Syrien zum zehnten Mal. Über 6,6 Millionen Syrer:innen sind aus dem Land geflohen – 6,7 Millionen sind Flüchtlinge im eigenen Land. Vor allem Schwangere, stillende Mütter, Babys und Kleinkinder sind akut gefährdet. Sie suchen Schutz in völlig zerstörten Hausruinen oder bauen sich aus Planen notdürftige Lager. Hinzu kommt, dass es kaum noch medizinische Hilfe gibt, denn die Kriegsparteien schrecken nicht mehr davor zurück, Krankenhäuser und Gesundheitszentren zu bombardieren.

CARE unterstützt die syrischen Partnerorganisationen Violet und Shafak vor Ort mit allem, was für die medizinische Versorgung notwendig ist, unter anderem medizinische Geräte, Medikamente, Fortbildungen sowie Gehälter für das Personal und die Kosten für die Instandhaltung von Krankenhäusern. Mit Beginn der Corona-Pandemie wurden außerdem die Nothilfemaßnahmen in den Bereichen Wasser und Hygiene massiv ausgeweitet.

Mit Bargeld unterstützen wir Geflüchtete, damit sie selbstbestimmt entscheiden können, welche Hilfsgüter sie am nötigsten brauchen. In Camps versorgten wir sie mit Wasser und sanitären Einrichtungen. Zudem bietet CARE psychosoziale Hilfe an, um den Menschen zu helfen, das Erlebte zu verarbeiten.

Jemen - die schlimmste humanitäre Krise der Welt

Kein Ende in Sicht: Der Bürgerkrieg im Jemen dauert bereits seit sechs Jahren an. Ein Großteil der Jemenit:innen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen, Millionen Menschen fehlt der Zugang zu Nahrung, Wasser, Bildung und medizinischer Versorgung. Millionen flüchteten aus ihrem Zuhause und sind nun Vertriebene im eigenen Land. Mehr als 24 Millionen Menschen brauchten schnelle Hilfe: Tausende erkrankten aufgrund von schmutzigem Wasser und fehlenden sanitären Anlagen an Cholera.

CARE ist eine der wenigen Hilfsorganisationen, die seit Jahren und unter schwierigsten Bedingungen im Jemen Hilfe leistet und Leben rettet. Bis 2021 erreichten wir fast drei Millionen notleidende Menschen in 95 Distrikten des Landes mit Lebensmitteln, sauberem Trinkwasser, und Bargeld. CARE stärkt im Jemen außerdem das Gesundheitssystem durch die Ausbildung von Gesundheitshelfer:innen. Diese leisten Aufklärungsarbeit und verteilen lebenswichtige CARE-Hygiene-Pakete.

Naturkatastrophen in Mosambik

Es hört nicht auf: Immer wieder ist Mosambik mit wetterbedingten Risiken wie Überflutungen, Wirbelstürmen, Dürren und nachfolgenden Epidemien konfrontiert. 2021 zerstörte erneut ein schwerer Sturm die Ernte, die gerade erst nachgewachsen war. Außerdem wirkte sich COVID-19 auf alle Bereiche der Lebensmittelproduktion und -verteilung aus, einschließlich erhöhter Lebensmittelpreise und Transportbeschränkungen.

Mit sauberem Trinkwasser und Hygieneartikeln wie Seife und medizinischen Schutzmasken half CARE 2021 gegen die Ausbreitung von Corona. Zusätzlich verteilten wir Lebensmittel-CARE-Pakete gegen den akuten Hunger. Für Kleinbäuerinnen und -bauern organisierte CARE sogenannte „Farmer Field Schools“, in denen sie neue Anbaumethoden und den Umgang mit dürreresistenten Gemüsearten lernten. Mit gutem Saatgut von CARE können sie das Erlernte auf den eigenen Feldern umsetzen. Bis 2021 wurden von CARE zusammen mit der Bevölkerung 22 Gemeinden flächendeckend mit sanitären Anlagen versorgt. In den Dörfern gründete und schulte CARE Hygienekomitees mit dem Ziel, dass das Trinkwasser vor Ort in Zukunft wirklich sicher ist.

COVID-19 in Indien

Es galt lange als Musterland während der Corona-Pandemie: Im Januar 2021 schien Indien das Virus bereits komplett überwunden zu haben – doch die dramatische zweite Corona-Welle brachte das Gesundheitssystem im April und Mai 2021 an den Rand des Zusammenbruchs. Überfüllte Krankenhäuser, mangelnder Sauerstoff und Helfer:innen, die nur noch zusehen konnten, wie COVID-19-Erkrankte vor den Krankenhäusern starben. Besonders die Metropole Neu-Delhi hatte mit der ungeheuren Anzahl an Corona-Opfern zu kämpfen. Auf Parkplätzen der Stadt wurden Scheiterhaufen errichtet, weil die Krematorien voll ausgelastet waren.

Dank der Solidarität und der Unterstützung zahlreicher Spender:innen konnte CARE unmittelbar vor Ort helfen. Wir errichteten sogenannte „COVID-CARE-Center“, die auch weitere, dringend benötigte Intensivbetten bereithielten. Außerdem statteten wir bestehende Krankenhäuser mit Material und Personal aus und halfen so beim Ausbau der medizinischen Infrastruktur. Zusätzlich unterstützten wir die nationale Impfkampagne und führten Sensibilisierungsschulungen durch, vor allem für Menschen im ländlichen Raum. Diese internationale Solidarität während der Corona-Pandemie rettete so Leben!

1500
... Hilfsprojekte hat CARE 2021 in über 100 Ländern durchgeführt.
Drei Frauen einer Kleinspargruppe im Sudan sitzen zusammen.

Die Kleinspargruppe wird 30

Das Konzept ist bis heute so einfach wie genial: Mehrere Frauen geben jede Woche nur einen kleinen Betrag in eine gemeinsame Kasse. Von diesem ersparten Geld darf sich jede der Frauen nach einiger Zeit einen Kredit nehmen, um ein eigenes Geschäft, ein Stück Land oder alte Schulden zu bezahlen. So bekommen sie nach einiger Zeit nicht nur finanzielle Unabhängigkeit, sondern auch eine starke Gemeinschaft, die sich bei wirtschaftlichen und privaten Fragen hilft und unterstützt.

Diese Idee einer CARE-Helferin im Niger aus dem Jahr 1991 sollte sich als weltweites Erfolgsmodell erweisen. Seit über 30 Jahren angewandt, gibt es weltweit bereits über 350.000 solcher Kleinspargruppen, die Millionen von Menschen dabei geholfen haben, sich aus der Armut zu befreien.

Mehr erfahren 

Im Video: CARE richtet PCR-Testlabore im Irak ein

Vier Mädchen sitzen mit einer CARE-Maske in der Schule.

In eigener Sache:

CARE Ägypten und CARE Luxemburg werden Vollmitglieder

Ein bedeutender Meilenstein auf dem Weg zu einer noch globaleren, vielfältigeren und inklusiveren CARE-Familie:
2021 wurden die CARE Egypt Foundation und CARE Luxemburg als Vollmitglieder in den internationalen CARE-Verbund aufgenommen!

Wir gratulieren den Direktoren Hazem Fahmy und Frédéric Haupert sowie allen Partner:innen und Kolleg:innen auf der ganzen Welt, die diesen erfolgreichen Übergangsprozess begleitet haben.

CARE International besteht somit nun aus 16 Vollmitgliedern, vier Mitgliedern im Aufnahmeprozess sowie einem angeschlossenen Mitglied.

Wir sagen Danke!

Für das im Jahr 2021 gemeinsam Erreichte danken wir allen Spender:innen, Partnern, öffentlichen Gebern, nationalen & internationalen Institutionen, Stiftungen, Vereinen und Unternehmen. Wir wünschen Ihnen Glück und Zuversicht für 2022.

Bleiben Sie gesund!

  

  

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