
Anticipatory Humanitarian Action - CARE hilft Menschen, bevor eine Katastrophe eintritt – mit vorausschauender Planung, lokaler Beteiligung und gezielter Unterstützung.
Anticipatory Humanitarian Action - CARE hilft Menschen, bevor eine Katastrophe eintritt – mit vorausschauender Planung, lokaler Beteiligung und gezielter Unterstützung.
Extreme Wetterereignisse, Konflikte und humanitäre Krisen nehmen weltweit zu. Doch Katastrophen treten selten völlig überraschend ein – und häufig gibt es klare Warnsignale. Deshalb setzt CARE auf Anticipatory Humanitarian Action, ein Ansatz, der die Unterstützung von gefährdeten Gemeinden vor dem Ausbruch einer Krise ermöglicht. Durch vorausschauende Planung und vorab definierte Maßnahmen kann so Leid verhindert werden, anstatt erst nach der Katastrophe reagieren zu können.

Anticipatory Humanitarian Action bedeutet, dass Hilfe bereits vor einer Katastrophe geplant und umgesetzt wird. Das Ziel ist, Menschen und ihre Lebensgrundlagen zu schützen, bevor eine Krise wie eine Überschwemmung, Dürre oder ein Sturm eintritt.
Anticipatory-Action-Maßnahmen werden auf Grundlage von Daten, Vorhersagen und Beobachtungen vorbereitet. Dazu gehören Wetterprognosen, lokale Informationen von Gemeinden oder Erfahrungswerte. Anhand dieser Daten werden sogenannte Trigger definiert – das sind Auslöser, die genau festlegen, wann Hilfsmaßnahmen eingeleitet werden, um Katastrophen zu verhindern.
Zusätzlich wird vorher festgelegt, wie die Hilfsmaßnahmen finanziert werden, damit Geld und Ressourcen sofort verfügbar sind, sobald die Trigger eintreten.
Anticipatory Humanitarian Action rettet Leben – doch nur, wenn die nötigen Mittel vor einer Katastrophe bereitstehen. Dann können wir

Ein Trigger ist ein klar definierter Moment, an dem Hilfsmaßnahmen eingeleitet werden. Er basiert auf wissenschaftlichen Vorhersagen und selbst erhobenen Daten. Wichtig ist, nicht nur zu wissen, dass ein Ereignis passieren wird, sondern auch welche Folgen es für Menschen und Infrastruktur haben könnte.
In Bangladesch hat CARE Prognoseinstrumente und Pegelmessstationen eingerichtet, die Überschwemmungen frühzeitig erkennen. Sobald ein Trigger ausgelöst wird, wissen die Menschen, dass sie handeln müssen – und haben dank CARE nun statt 7–10 Tagen bis zu 15 Tage Zeit, sich, ihre Familien und ihr Hab und Gut zu schützen.

Early Actions sind konkrete Schritte, die eingeleitet werden, sobald ein Trigger ausgelöst wird. Dazu gehören:

Damit Anticipatory Humanitarian Action funktioniert, muss die Finanzierung vorab gesichert sein. Das bedeutet, dass Mittel und Budgets schon vor der Krise bereitstehen müssen.
Wichtig ist:
Vor allem Spenden stellen sicher, dass CARE die Mittel bereits vor einer Krise bereit hat. So können CARE-Teams schnell reagieren und vorausschauend Hilfe leisten, sobald eine Krise droht.
CARE bringt in den Ansatz der Anticipatory Humanitarian Action eine entscheidende Perspektive ein: geschlechtergerechte Hilfe. Frauen, Mädchen und marginalisierte Gruppen sind in Krisen besonders gefährdet. Sie verfügen häufig über weniger Ressourcen, haben eingeschränkten Zugang zu Informationen und sind einem erhöhten Risiko von geschlechtsspezifischer Gewalt ausgesetzt. CARE bezieht deshalb die Stimmen von Frauen aktiv ein – von der Planung über die Umsetzung bis zur Bewertung der Hilfsmaßnahmen – und stellt sicher, dass Hilfsmaßnahmen Ungleichheiten abbauen, statt sie zu verstärken.
Um Hilfsmaßnahmen gezielt zu planen, führt CARE geschlechtergerechte Risikobewertungen durch. Dabei kommt die Rapid Gender Analysis (RGA) zum Einsatz. Sie erfasst schnell, wie unterschiedliche Gruppen von einer Krise betroffen sind, welche Bedarfe, Risiken und Ressourcen bestehen und welche Schutzmaßnahmen notwendig sind. Die Ergebnisse der RGA fließen direkt in die Gestaltung von Maßnahmen ein und machen Unterschiede sichtbar.
Auch die Finanzierung wird gendergerecht gestaltet. Da Frauen häufig nur eingeschränkten Zugang zu formellen Finanzsystemen haben, baut CARE lokale Spar- und Kreditgruppen auf, sogenannte Village Savings and Loans Associations (VSLAs). Diese Gruppen stärken die finanzielle Selbstständigkeit von Frauen und schaffen gleichzeitig ein Netzwerk, über das schnell und bedarfsgerecht Hilfe bereitgestellt werden kann, wenn eine Krise droht.

Lokal geführte Anticipatory Humanitarian Action bedeutet, dass Gemeinden und lokale Organisationen selbst entscheiden und handeln, bevor eine Katastrophe eintritt. CARE unterstützt sie dabei durch Wissen, Werkzeuge und die Bereitstellung von Ressourcen – aber die Entscheidungen werden vor Ort getroffen.
Ein zentraler Baustein ist das Impact-based Forecasting (IbF). Es zeigt auf, welche Folgen ein bevorstehendes Ereignis für die Menschen vor Ort haben könnte. So kann beispielsweise abgeschätzt werden, wie viele Häuser bei starkem Regen oder einem Zyklon beschädigt werden könnten. Die Vorhersagen basieren auf Erfahrungen aus früheren Katastrophen und Informationen über die Bereitschaft der Menschen, mit Risiken umzugehen. Auf dieser Grundlage werden lokale Trigger definiert, die genau bestimmen, wann die Gemeinschaft aktiv werden sollte, um Schäden zu verhindern.
Hilfe erreicht Betroffene, bevor Schäden eintreten und Leid verursacht wird.
Jeder investierte Euro spart vielfach höhere Ausgaben im Katastrophenfall.
Gemeinden werden widerstandsfähiger und sind gegen Katastrophen gewappnet.

Wenn Flüsse über die Ufer treten, verlieren viele Familien in Bangladesch ihre Ernte und damit ihre wichtigste Lebensgrundlage. Auch Shirina stand vor dieser Herausforderung. Doch anstatt tatenlos zuzusehen, wie die Ernte zerstört wird, setzt sie auf eine kreative Lösung: einen hängenden Gemüsegarten direkt am Haus.
Mit Unterstützung von CARE lernte Shirina, wie sie Gemüse in Körben anbauen kann, die sicher über dem Boden hängen. So bleiben die Pflanzen auch bei Hochwasser geschützt. Das Ergebnis: frisches Gemüse für ihre Kinder – selbst dann, wenn die Felder überschwemmt werden.

Parveen ist 21 Jahre alt und lebt im Distrikt Gaibandha in Bangladesch, einer Region, die regelmäßig von Überschwemmungen betroffen ist. Dank CARE erhält Parveen Sprachnachrichten direkt auf ihr Handy, in denen sie erfährt, wann eine Flut voraussichtlich kommt, wie lange sie anhalten wird und welche Dörfer besonders betroffen sein könnten. Neben den Vorhersagen bekommt sie konkrete Handlungstipps – etwa, wie sie ihre Familie vorbereiten und ihr Hab und Gut schützen kann.
Parveen speichert die Informationen nicht nur für sich selbst, sondern teilt sie auch mit ihren Nachbarinnen, die kein eigenes Telefon besitzen. Dadurch erfahren ganze Familien frühzeitig von den drohenden Fluten. „Wenn ich die Vorhersagen und Hinweise weitergebe, können meine Nachbarinnen ihre reifen Feldfrüchte noch vor der Flut ernten“, erzählt Parveen stolz.

Mit regelmäßigen Spenden kann CARE vorausschauend, verlässlich und planbar helfen bevor Schäden eintreten und Leid verursacht wird.
