

Hunger, Kälte, Verzweiflung. Es ist 80 Jahre her, dass Europa vom Zweiten Weltkrieg verwüstet wurde. 22 Wohlfahrtsverbände in den USA beschlossen zu helfen, gründeten C.A.R.E. und schufen das bis heute weltberühmte Paket. Am 21. Februar 1946 stimmt US-Präsident Harry S. Truman der Hilfsidee zu. Er kauft persönlich 100 CARE-Pakete für Europa und fordert das amerikanische Volk auf, es ihm gleichzutun.
Bis heute verbinden zahlreiche Menschen in Deutschland bewegende Erinnerungen mit den CARE-Paketen. Viele haben ihre Erlebnisse mit uns geteilt – persönliche Geschichten, die so in keinem Geschichtsbuch stehen und doch ein unverzichtbarer Teil unserer gesamtgesellschaftlichen Erinnerung sind. Lernen Sie einige unserer Zeitzeug:innen kennen.
Zum 80. Jubiläum von CARE blicken Zeitzeug:innen zurück auf die Anfänge der weltweiten Hilfe. Die Broschüre zeigt bewegende Erinnerungen an das CARE-Paket, vom Wiederaufbau in Deutschland bis zu den Werten, die CARE bis heute prägen.

Die ersten CARE-Pakete sind so genannte Ten-in-One-Rationen aus Beständen der US-Armee. Jedes Paket war ursprünglich dafür gedacht, während des Zweiten Weltkrieges jeweils zehn Soldaten mit einer Mahlzeit zu versorgen.



Im März 1947, als die Bestände an Zehner-Paketen verbraucht sind, beginnt CARE, Pakete zu verschicken, deren Inhalt die Organisation selbst zusammenstellt und packt. Diese sind stärker auf den Bedarf von zivilen Familien als den von Soldaten abgestimmt. Sie enthalten mehr Fleisch, mehr Fett und mehr Kohlenhydrate. Und sie wurden auf die lokalen Essgewohnheiten abgestimmt: Für Italien gab es Nudeln, für Osteuropa mehr tierische Fette und für den neugegründeten Staat Israel sogar koschere CARE-Pakete. Während der Inhalt von Zeit zu Zeit variiert, entspricht er immer etwa 40.000 Kilokalorien.


Amerikanische Spender:innen konnten zunächst auch eine Empfangsadresse angeben, wenn sie Bekannte in Europa hatten. Die Spendenbereitschaft wurde aber schnell so groß, dass CARE viel mehr Pakete verteilen konnte. Sie wurden nach Bedarf in den unterschiedlichen Regionen mit Hilfe lokaler Organisationen verteilt, in einem Beileger fand sich die Adresse der großzügigen Person, die gespendet hatte. Zwischen vielen deutschen und amerikanischen Familien entstanden so enge Freundschaften. Einige Spender:innen hatten dennoch genaue Vorstellungen, wer ihre Hilfe erhalten sollte: „Für den schmutzigsten Mann in Berlin“, sollte ein Paket sein. Oder „für eine rothaarige Witwe, die Katzen liebt“. Es ist nicht überliefert, ob diese Wünsche von CARE erfüllt werden konnten.
Schnell baute CARE seine Hilfe auch auf andere notleidende Regionen der Welt aus, nach Mittel- und Südamerika, Asien, und Afrika. Was mit einem Paket begann, ist heute eine der größten Hilfsorganisationen für unparteiische, schnelle Hilfe, die wirkt.
Am 24. Juni 1948, vier Tage nach der Währungsreform, sperrt die Sowjetunion alle Zufahrtswege nach Berlin. Die Blockade, ein Versuch, ganz Berlin unter sowjetische Kontrolle zu bekommen, dauert bis zum 12. Mai 1949. Aber man hat die Rechnung ohne den Berliner Lebenswillen und die Hilfsbereitschaft von CARE gemacht. Die Amerikaner:innen spenden mehr als je zuvor.
Unter der Devise „Jetzt erst recht!“ richtet General Lucius D. Clay, Militärgouverneur der amerikanischen Besatzungszone, eine Luftbrücke ein. Im Minutentakt landen „Rosinenbomber“, wie die Flugzeuge genannt werden, mit lebenswichtigen Gütern. Von CARE gecharterte Maschinen fliegen mehr als 200.000 CARE-Pakete mit Lebensmitteln in die von jeder Versorgung abgeschnittene Stadt.
CARE trägt in dieser Zeit eine große Verantwortung, denn 60 Prozent der privaten Hilfe für Berlin werden von CARE erbracht. Als einzige private Hilfsorganisation hält CARE während der Blockade die Lieferungen in vollem Umfang aufrecht. Im Durchschnitt werden pro Tag 1.000 Pakete mit Lebensmitteln eingeflogen.
Nach Beendigung der Blockade bleibt die Versorgung schwierig. Die Luftbrücke wird daher noch bis zum 30. September 1949 aufrechterhalten. CARE setzt so seine 1946 begonnene Hilfe für Deutschland und Berlin fort. Von fast zehn Millionen CARE-Paketen, die zwischen 1946 und 1960 nach Deutschland gelangen, gingen allein drei Millionen nach Berlin.

Mit dem modernen CARE-Paket für Katastrophenfälle hat CARE das historische Konzept für die humanitäre Hilfe von heute weiterentwickelt. Das kompakte, tragbare Notfallpaket enthält mehr als 30 wichtige Hilfsgüter, die eine vierköpfige Familie in den ersten Wochen nach einer Katastrophe unterstützen können.
Dazu gehören unter anderem Materialien für eine Notunterkunft, Wasseraufbereitung und Hygiene, Kochutensilien sowie solarbetriebene Lampen. Die Inhalte sind leicht, praktisch und können an unterschiedliche Einsatzorte und Bedürfnisse angepasst werden. Dank seines tragbaren Designs lässt sich das Paket auch in schwer zugängliche Gebiete transportieren.
Ein besonderer Vorteil: Die CARE-Pakete können bereits vor einer Katastrophe in besonders gefährdeten Regionen eingelagert werden.

Wenn Überschwemmungen, Wirbelstürme oder andere Katastrophen eintreten und Straßen oder Lieferketten unterbrochen sind, kann die Hilfe dadurch schnell bei den betroffenen Menschen ankommen.
Wie wichtig diese Vorbereitung ist, zeigte sich 2025 in Nepal: Nach schweren Überschwemmungen konnten bereits vor Ort eingelagerte CARE-Pakete innerhalb von 48 Stunden zu betroffenen Familien gebracht werden. 121 Familien erhielten so schnell wichtige Dinge für den Alltag und die erste Zeit nach der Katastrophe – von Planen und Kochutensilien über Hygieneartikel und Wasseraufbereitung bis hin zu Solarlampen.
So verbindet das neue CARE-Paket die Tradition der Hilfe von Mensch zu Mensch mit moderner, vorausschauender Katastrophenhilfe.

Das Küchen-Set enthält Edelstahlteller, eine Metallschüssel, Löffel, Spülseife, Streichhölzer, ein Feuerzeug, einen grünen Spülschwamm und eine Schöpfkelle.

Hygiene- und Notunterkunfts-Sets enthalten unter anderem Zahnbürsten, Zahnpasta, Kämme, Wäscheklammern, Waschseife, Damenbinden, Unterwäsche, eine Plane und ein Bündel Seile.

Solar- und Wasser-Sets enthalten ein kleines Solarpanel, eine wiederaufladbare Lampe, faltbare Eimer, weiße Filtertücher, einen Wasserbehälter aus Kunststoff, einen Trichter und eine Packung Wasserreinigungstabletten.


CARE leistet unparteiliche humanitäre Hilfe dort, wo akute Not herrscht. Gleichberechtigung für alle Geschlechter ist uns eine Herzensangelegenheit. Die Klimakrise ist schon lange dort Realität, wo die Menschen am wenigsten dazu beigetragen haben und sich kaum selbst vor den Auswirkungen schützen können. Mehr zu unseren Schwerpunkten:
