
Gewalterfahrungen gehören für viele geflüchtete Frauen, Kinder, Jugendliche und LGBTQ*-Personen zur bitteren Realität. Niemand sollte auf der Flucht oder im Asylverfahren erneut solchen Belastungen ausgesetzt sein – und doch fehlt es in vielen Aufnahmekontexten an ausreichendem Schutz, spezialisierter Unterstützung und klaren Zuständigkeiten.


Mit dem europäischen Konsortialprojekt reach.out plus setzen sich CARE Deutschland, CARE International und Ärzte der Welt (Médecins du Monde) gemeinsam für den Schutz und die langfristige Stärkung von Geflüchteten ein. Das Projekt wird in Deutschland, Griechenland und den Niederlanden von Ärzten der Welt umgesetzt und richtet sich insbesondere an Menschen, die geschlechtsspezifische Gewalt erlebt haben oder einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind.
reach.out plus verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz: Neben community-basierten Informations- und Empowerment-Angeboten für Geflüchtete stärkt das Projekt Fachkräfte und Institutionen im Umgang mit geschlechtsspezifischer Gewalt. Gleichzeitig setzt es auf strukturelle Veränderungen, um bestehende Schutzlücken im europäischen Asylsystem nachhaltig zu schließen.
reach.out plus ist eine europäische Kooperationsinitiative zur Unterstützung von Überlebenden geschlechtsspezifischer Gewalt (GBV), mit einem besonderen Fokus auf geflüchtete Communities in Deutschland, Griechenland und den Niederlanden. Das Projekt basiert auf der Überzeugung, dass Empowerment dort beginnt, wo Menschen Zugang zu Informationen, Unterstützungsstrukturen und gemeinschaftlicher Einbindung erhalten.
Das Erleben von Migration ist nicht geschlechtsneutral. Frauen, Männer und geschlechtsdiverse Personen erleben Flucht und Migration auf sehr unterschiedliche Weise – geprägt von schädlichen Geschlechternormen, ungleichen Machtverhältnissen und unterschiedlichem Zugang zu Schutz und Rechten. Für insbesondere viele Frauen und Mädchen sind Fluchtwege und Asylverfahren außerdem eng mit Erfahrungen geschlechtsspezifischer Gewalt verbunden.
Vor diesem Hintergrund hat CARE gemeinsam mit Ärzte der Welt (MdM) die Analyse „Survivors of Gender based Violence Navigating the EU Asylum System“ erarbeitet. Auf Grundlage von Erkenntnissen aus Deutschland, den Niederlanden und Griechenland untersucht die Studie, welchen Schutz Überlebende geschlechtsspezifischer Gewalt im europäischen Asylsystem tatsächlich erhalten – und wo bestehende Schutzlücken liegen.
CARE Deutschland und CARE International bringen in das Konsortium ihre Expertise in politischer Einflussnahme ein und leiten die politische Arbeit auf EU-Ebene mit dem Ziel, die Umsetzung und das Monitoring EU-weiter Leitlinien zu geschlechtsspezifischer Gewalt im Asylkontext zu verbessern. Zentrale Maßnahmen sind unter anderem die gemeinsame Erarbeitung des Policy Papers zur Situation betroffener Geflüchteter sowie die Organisation eines EU-weiten Roundtables, der politische Entscheidungsträger:innen, EU-Institutionen und zivilgesellschaftliche Akteure zusammenbringt.
Stärkung von besonders gefährdeten und betroffenen Personen durch community-basierte Information, Schulungen und Empowerment.
Förderung systemischer Veränderungen durch eine bessere Umsetzung und Überwachung EU-weiter Schutzstandards.
Verbesserung der Erstreaktion und Unterstützung durch gezielte Trainings für Fachkräfte zu geschlechtsspezifischer Gewalt.
Ausbau der Zusammenarbeit zwischen Zivilgesellschaft, staatlichen Institutionen und EU-Organen zur Verbreitung bewährter Verfahren und wirksamer politischer Einflussnahme.

reach.out plus wird von der Europäischen Union kofinanziert.
