12 Jahre nach dem Völkermord an den Ezid:innen

Luftaufnahme des Essyan-Fluechtlingscamps in der Region Dohuk im Nordirak.

Zwölf Jahre nach dem Völkermord an den Ezid:innen leben viele Familien noch immer in Vertriebenencamps im Nordirak. Eine Rückkehr in ihre Heimatregion Sindschar ist für sie unmöglich: Schulen, Gesundheitsstationen und Wohnhäuser sind weiterhin zerstört, bewaffnete Gruppen sorgen für Unsicherheit – besonders für Frauen. Die meisten Vertriebenen haben weder Zugang zu Bildung noch zu Arbeitsmöglichkeiten.

Gleichzeitig verschärft der Klimawandel die ohnehin prekäre Lage. Dürre, Wassermangel und extreme Temperaturen machen Landwirtschaft fast unmöglich. Vielen Familien fehlt jede Perspektive.

CARE steht den Menschen im Irak seit 2014 zur Seite – mit psychosozialer Unterstützung, sicheren Räumen und Programmen zur Klimaanpassung. Gemeinsam mit lokalen Partnern wie The Lotus Flower konzentrieren wir uns auf besonders schutzbedürftige Gruppen: geflüchtete Frauen, unbegleitete Minderjährige, ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen.

Die CARE-Hilfe im Irak auf einen Blick

ZWei Mädchen umarmen sich und gucken über ihre Schultern lächelnd in die Kamera

Gesundheit für Frauen und Mädchen

CARE stellt lebensnotwendiger Dienstleistungen in den Bereichen sexuelle, reproduktive Gesundheit für Mütter und junge Mädchen, Schutzmaßnahmen vor geschlechterbasierter Gewalt (GBV) sowie psychosoziale Unterstützung bereit. Zudem klären CARE-Helfer:innen über GBV und andere gendersensible Themen auf. Auch Aufklärungsmaßnahmen wie z. B. Verteilung von Hygiene-Paketen, Durchführung von Hygieneschulungen, Verteilung von persönlicher Schutzausrüstung und Schulungen des medizinischen Personals werden durchgeführt.

Eine Kosmetikerin schminkt ihre Kundin.

Einkommensmöglichkeiten schaffen

Um Vertriebene, Rückkehrende und Bewohner:innen der Aufnahmegemeinden finanziell zu stärken und unabhängiger zu machen, rehabilitiert CARE die Wasserinfrastruktur für die landwirtschaftliche Nutzung, verteilt Geräte für die Landwirtschaft und bietet gendersensible Weiterbildungen zur beruflichen Weitentwicklung für Frauen und Männer (z. B. Schneider:in, Friseur:in, Elektrotechniker:in und Klempner:in), Cash-for-Work-Möglichkeiten sowie finanzielle Start-up-Hilfen für den Weg in die Selbstständigkeit an.

Ein Junge trinkt aus einem Wasserhahn

Wasser und Hygiene für alle

CARE initiiert die Reparatur und Instandhaltung von Sanitäranlagen und Wasserversorgungssystemen sowie die Etablierung eines Abfallmanagements in ausgewählten Vertriebenencamps. Darüber hinaus werden Vertriebene als Multiplikator:innen ausgebildet, um ein Bewusstsein für Hygiene unter den Bewohner:innen zu schaffen.

Frauen sitzten an einem Tisch und hören ein Vortrag zum Thema Landwirtschaft.

Anpassung an den Klimawandel

Der Klimawandel trifft den Irak besonders hart. Wasserknappheit, Wüstenbildung und Bodenversalzung werden zu einem immer größeren Problem, der Anbau von Lebensmitteln ist bereits jetzt kaum mehr möglich. Besonders betroffen sind Frauen und Mädchen, für die es ohnehin eine Herausforderung ist, in der männerdominierten Arbeitswelt Anschluss zu finden. Deshalb unterstützt CARE gemeinsam mit den Partnern AGO und Tearfund 100 Landwirtinnen in Basra mit Schulungen zum Thema Klimaresilienz und Agrarwirtschaft. Zudem lernen sie den Umgang mit Finanzen und verbessern ihre Fähigkeiten im Lesen und Schreiben. Die Frauen werden dadurch von steigenden Temperaturen, unregelmäßigen Regenfällen und einem hohen Salzgehalt im Boden weniger beeinträchtigt.