Bonn, 1. September 2026. Ein geflüchteter Mensch zuckt bei einem lauten Geräusch zusammen oder verstummt mitten im Gespräch. Viele Ehrenamtliche erleben solche Momente und wissen nicht, wie sie helfen sollen. Hier setzt das Programm „Traumasensibel begleiten“ an: CARE Deutschland schult Ehrenamtliche kostenlos, die traumatisierte Geflüchtete begleiten. Die ersten Inhouse-Schulungen starten Mitte September, die digitalen Kurse folgen ab Oktober.
Viele der Geflüchteten in Deutschland haben im Herkunftsland schwere Traumatisierungen erlebt. Nach der Ankunft belasten sie oft neue Sorgen: eine unsichere Bleibeperspektive, beengte Unterkünfte, die Angst um Angehörige. Ehrenamtliche in Vereinen, Initiativen und Unterkünften sind für viele die erste verlässliche Bezugsperson.
In der Schulung lernen die Teilnehmenden, wie sie Sicherheit vermitteln, ihre eigenen Grenzen wahren und auf sich selbst achten. CARE bietet zwei Formate: Bei der Inhouse-Schulung kommt CARE zu einem bestehenden Team vor Ort. Die offene digitale Schulung über Zoom bringt Ehrenamtliche aus verschiedenen Initiativen zusammen. Beide dauern bis zu zwei Tage, geleitet von qualifizierten Traumafachberater:innen. Die Deutsche Fernsehlotterie fördert das Angebot.
„Seit 80 Jahren hilft CARE Menschen weltweit, deren Leben durch Krieg und Flucht zerbrochen ist. Psychosoziale Unterstützung gehört für uns fest zur humanitären Hilfe. Mit den kostenlosen Schulungen in Deutschland bringen wir diese Erfahrung dorthin, wo geflüchtete Menschen ankommen: in die Vereine, Unterkünfte und Initiativen vor Ort. Dort stärken wir die Ehrenamtlichen, die Tag für Tag an ihrer Seite stehen. Sie geben Sicherheit“, sagt Ara Stielau, Abteilungsleiterin Inlandsprojekte und Bildung bei CARE Deutschland. Wie Ehrenamtliche diese Sicherheit geben, lernen sie in den Schulungen.
Lara-Isabell Broicher, Referentin für Traumapädagogik bei CARE Deutschland, erklärt: „Wenn sich jemand plötzlich zurückzieht oder heftig reagiert, ist das meist ein Hinweis auf Traumatisierung, keine Zurückweisung. Verstehen Ehrenamtliche das, verlieren solche Momente ihren Schrecken. In der Schulung zeigen wir, wie Halt vermittelt werden kann: ein verlässlicher Rahmen, Ruhe, das Gefühl, selbst entscheiden zu dürfen. Und wir üben, wie Ehrenamtliche auf sich selbst achten damit sie lange helfen können, ohne sich zu überfordern.“
Ehrenamtliche und Organisationen können sich für beide Formate anmelden, online über die Programmseite von CARE oder per E-Mail an [email protected] Termine vereinbaren. Schulungen vor Ort lassen sich flexibel nach Absprache buchen. Die offenen digitalen Schulungen über Zoom finden an drei Terminen statt. Interessierte können sich für jeweils einen der folgenden Termine anmelden: am 8. und 9. Oktober, am 3. und 4. Dezember 2026 sowie am 25. und 26. Februar 2027.
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