Ein Teilnehmer einer CARE-Straßenaktion für Syrien.

Solidarität nicht kaputtsparen

Weltweit brauchen Frauen und Mädchen Schutz, medizinische Versorgung und Perspektiven. Die Bundesregierung darf bei humanitärer Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit nicht kürzen. Unterschreiben Sie unsere Petition!

Weltweit brauchen Frauen und Mädchen Schutz, medizinische Versorgung und Perspektiven. Die Bundesregierung darf bei humanitärer Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit nicht kürzen. Unterschreiben Sie unsere Petition!

„Ich kann mir Wasser im Moment nicht leisten ..."

Farah steht vor ihrer Unterkunft.

Zwischen einem und drei fingerbreit Wasser. Viel mehr bleibt Farah in Somaliland nicht, um ihre Kinder durch den Tag zu bringen. Der Brunnen ist versiegt, die letzte Ziege verendet. Seit sich einige Geberländer aus der humanitären Hilfe zurückziehen, fehlt es in vielen Regionen an dem Nötigsten: an Nahrung, sauberem Wasser, medizinischer Versorgung. Auch in Farahs Camp ist die Unterstützung eingestellt. Bis vor Kurzem floss hier noch kostenloses Trinkwasser aus einem CARE-Wassertank. Jetzt ist der Tank leer, weil das Projekt mangels Finanzierung eingestellt werden musste. Was bleibt, ist ein rostiger Wasserhahn und die tägliche Angst ums Überleben.

Der vom Kabinett beschlossene Entwurf für den Bundeshaushalt 2027 sendet ein fatales Signal: Die humanitäre Hilfe soll auf dem drastisch gekürzten Niveau des Vorjahres bleiben – das entspricht einem Rückgang von über 50 Prozent gegenüber 2024, einem Rekordtief. Auch die Mittel des Entwicklungsministeriums sinken erneut unter 2 Prozent des Bundeshaushalts, so wenig wie seit 15 Jahren nicht mehr.

Jetzt die Petition unterschreiben und ein Zeichen für Solidarität statt Kürzungen setzen!

Die Kürzungen im Überblick

Entwicklungszusammenarbeit

  • Deutschland verfehlt sein Versprechen: Statt 0,7 % werden nur 0,56 % des Einkommens investiert (ODA-Quote).
  • Der Etat wurde stark gekürzt: von 13,8 Mrd. € (2022) auf rund 10 Mrd. € (2026).
  • Das sind nur noch unter 2 % des Bundeshaushalts – so wenig wie seit 15 Jahren nicht.
  • Gleichzeitig wächst der Bedarf: rund 250 Mio. Menschen weltweit brauchen Hilfe. 

Humanitäre Hilfe

  • Die Mittel wurden seit 2022 um etwa 70 % gekürzt.
  • 2026 stehen nur noch 1 Mrd. € zur Verfügung (0,2 % des Haushalts).
  • Gleichzeitig sind weltweit 343 Mio. Menschen in akuter Ernährungsunsicherheit.

Die Folgen der Kürzungen für Frauen und Mädchen

Kürzungen der internationalen Entwicklungszusammenarbeit und humanitären Hilfe haben unmittelbare und gravierende Folgen. Eine Studie warnt: Durch den massiven Einbruch öffentlicher Hilfsgelder könnten bis 2030 bis zu 9,4 Millionen zusätzliche Menschen sterben. Schon heute verschärft sich die globale Krise: 273 Millionen Kinder haben keinen Zugang zu Bildung, die Zahl steigt seit sieben Jahren kontinuierlich. Gleichzeitig sind laut dem Global Humanitarian Overview 2026, ein jährlicher Bericht über den weltweiten humanitären Bedarf und die entsprechenden Hilfsmaßnahmen, weltweit 239 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen, doch es sind bislang nur rund 10 Prozent der benötigten Mittel finanziert. Das bedeutet: Hilfsorganisationen müssen lebensrettende Maßnahmen zurückfahren oder ganz einstellen. Frauen und Mädchen zahlen einen besonders hohen Preis, weil sie in Krisen häufiger Armut, Gewalt, Hunger und fehlender medizinischer Versorgung ausgesetzt sind.

Was das konkret heißt, zeigt sich in vielen Ländern, in denen CARE tätig ist.  In Syrien geraten Gesundheitssysteme weiter unter Druck, weil Mittel für Personal, Medikamente und Betrieb fehlen. Kliniken arbeiten eingeschränkt oder müssen zeitweise schließen. Für Frauen hat das dramatische Folgen: Schwangere werden abgewiesen, Geburten finden unter unsicheren Bedingungen statt, und lebenswichtige Wege zur medizinischen Versorgung haben sich teils vervielfacht. Auch wenn diese Situation Ausdruck einer insgesamt angespannten globalen Finanzierungslage ist, wird deutlich, wie schnell Fortschritte verloren gehen, wenn verlässliche Mittel fehlen.

Besonders schwer wiegen die Kürzungen für Programme zur Geschlechtergerechtigkeit. Wenn Gelder wegfallen, trifft das häufig zuerst Angebote, die Frauen und Mädchen schützen und stärken: Gesundheitsversorgung rund um Schwangerschaft und Geburt, Ernährungshilfen für Mütter und Kinder, sowie Schutzprogramme für Überlebende sexualisierter Gewalt. In Ländern wie dem Sudan, der Demokratischen Republik Kongo, Bangladesch oder in Teilen Mittelamerikas bedeuteten Kürzungen bereits den Wegfall von Gesundheitsdiensten, Ernährungsprogrammen oder lebensrettender Unterstützung für Frauen, Kinder und Gewaltüberlebende.

Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe sind deshalb nicht nur eine Frage der Solidarität, sondern auch der Gleichstellung und Menschenrechte. Wer hier kürzt, gefährdet nicht nur Leben, sondern untergräbt gezielt die Fortschritte bei der Geschlechtergerechtigkeit, die über Jahrzehnte mühsam erkämpft wurden. 

Unsere Forderungen

  • 2,8 Mrd. € für humanitäre Hilfe, damit Menschen in Krisen schnell lebensrettende Unterstützung erhalten.
  • Mindestens 11,2 Mrd. € für Entwicklungszusammenarbeit, um langfristige Perspektiven zu schaffen.

Die Petition

An: Bundeskanzler Merz, Finanzminister Klingbeil und die Fraktionsvorsitzenden Spahn (CDU/CSU) und Miersch (SPD)  

Krisen und Konflikte spitzen sich weltweit zu. Millionen Menschen kämpfen gegen Hunger, Armut und die Folgen der Klimakrise – besonders Frauen und Kinder. Trotzdem plant die Bundesregierung weitere Kürzungen bei der Entwicklungszusammenarbeit. Dabei wurde bereits massiv gekürzt, die Gelder für Nothilfe wurden in den letzten zwei Jahren sogar halbiert.

Diese Kürzungen treffen die Falschen. Humanitäre Nothilfe und Entwicklungszusammenarbeit retten Leben. Sie stärken Bildung, Gesundheit, Ernährungssicherheit und Einkommenschancen. Besonders wirksam sind sie dort, wo sie Ungleichheit abbauen und die Rechte von Frauen, Mädchen und anderen benachteiligten Gruppen gezielt stärken.  

Wer hier spart, verschärft die Folgen von Krisen: Mehr Menschen hungern, Gesundheitsstationen schließen, Mädchen verlieren ihren Schulplatz und Familien ihre Lebensgrundlage.

WIR FORDERN SIE AUF: STOPPEN SIE DIE KÜRZUNGEN UND INVESTIEREN SIE IN NOTHILFE UND ENTWICKLUNGSZUSAMMENARBEIT!  

Sparen Sie nicht bei denen, die unsere Solidarität am dringendsten brauchen. Stärken Sie Menschenrechte und Gleichberechtigung, damit Menschen Hunger, Armut und Abhängigkeiten überwinden können, Frauen selbst über ihr Leben entscheiden und Kinder überall eine Zukunft haben.

Unterstützenden Organisationen:

  • ADRA Deutschland
  • Aktion gegen den Hunger
  • Brot für die Welt
  • CARE Deutschland
  • Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW)
  • Global Citizen
  • Help – Hilfe zur Selbsthilfe
  • Hirschfeld-Eddy-Stiftung
  • International Rescue Committee (IRC) Deutschland
  • Misereor
  • NRC Flüchtlingshilfe Deutschland
  • ONE Deutschland
  • Oxfam Deutschland
  • Terre des Hommes Deutschland
  • VENRO – Verband Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe deutscher Nichtregierungsorganisationen
  • Deutsche Welthungerhilfe 

Das ist CARE

CARE leistet unparteiliche humanitäre Hilfe dort, wo akute Not herrscht. Gleichberechtigung der Geschlechter ist uns eine Herzensangelegenheit. Die Klimakrise ist bereits dort Realität, wo die Menschen am wenigsten dazu beigetragen haben und sich kaum selbst vor den Auswirkungen schützen können. 

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