Lehrkräfte stehen im Kreis

KIWI-Fortbildung für Lehrkräfte

Die KIWI-Fortbildungen unterstützen Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte dabei, Vielfalt im Schulalltag bewusst einzubeziehen und diskriminierendes Sprechen und Handeln zu erkennen und abzubauen. 

Die KIWI-Fortbildungen unterstützen Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte dabei, Vielfalt im Schulalltag bewusst einzubeziehen und diskriminierendes Sprechen und Handeln zu erkennen und abzubauen. 

Ein:e Schüler:in macht eine abwertende Bemerkung, die Klasse lacht, alle Augen richten sich auf Sie. Dieser Moment zählt. Wie reagieren Sie so, dass Betroffene sich ernst genommen fühlen, die Situation entschärft wird und alle etwas mitnehmen? Viele Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte kennen genau dieses Gefühl: Der Wunsch, richtig zu handeln, ist da, aber die Zeit zum Nachdenken fehlt. Um in solchen Situationen angemessen zu reagieren, braucht es Vorbereitung, Haltung und konkrete Werkzeuge. 

Das KIWI-Programm von CARE Deutschland unterstützt Sie dabei, genau diese Werkzeuge zu entwickeln. Die Fortbildung ist praxisnah, kostenfrei und zugeschnitten auf den echten Schulalltag.

Alle Informationen auf einen Blick

  • Wer?  
    Lehrkräfte und pädagogisches Personal an Grund- und weiterführenden Schulen 

  • Wann?  
    Sie buchen Ihre Fortbildung in einem Termin bis Ende 2028. Dauer: ca. 6 Stunden. 

  • Wo?  
    Wir kommen an Ihre Schule. Unsere Einsatzregionen: Berlin, Brandenburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein. 

  • Kosten?  
    Das Angebot ist kostenfrei. 

Warum braucht es eine Anti-Bias-Fortbildung an Schulen?

Schulen sind Orte, an denen Kinder und Jugendliche lernen, wer sie sind und wie sie zur Welt stehen. Gleichzeitig sind sie Orte, an denen Stereotype, Ausgrenzung und Diskriminierung täglich erlebt werden, oft subtil, manchmal offen. Eine diskriminierungssensible Schule entsteht nicht von selbst. Sie braucht Fachkräfte, die ihre eigene Haltung reflektieren, die Mechanismen von Vorurteilen und Benachteiligung kennen und handlungsfähig bleiben, auch wenn es schwierig wird. 

Forschung und pädagogische Praxis zeigen: Demokratieförderung und Partizipation in der Schule gelingen nur dann nachhaltig, wenn alle Beteiligten auf Augenhöhe mitgestalten können. Der Anti-Bias-Ansatz, den das KIWI-Programm vermittelt, legt genau dafür das Fundament.

Was lernen Teilnehmende in der KIWI-Fortbildung?

Die KIWI-Fortbildung schärft den Blick, erweitert den Handlungsspielraum und vermittelt zentrale Prinzipien des Anti-Bias-Ansatzes. Dabei erhalten Lehr- und pädagogische Fachkräfte konkrete Impulse für den Transfer in den Unterricht. Im Mittelpunkt stehen drei Kompetenzen:

  • Diskriminierung erkennen: Diskriminierung im Schulalltag wahrnehmen, einordnen und verstehen.
  • Sicher reagieren: Handlungssicherheit gewinnen und angemessen auf diskriminierende Situationen reagieren.
  • Diskriminierungskritisch unterrichten: Die eigene Haltung reflektieren und diskriminierungskritische Perspektiven in die Unterrichtsgestaltung integrieren.

Dazu erhalten alle Teilnehmenden das KIWI-Methodenhandbuch, ein praxisorientiertes Arbeitsmittel mit Übungen, die sich direkt im Unterricht einsetzen lassen. 

Wie ist die KIWI-Fortbildung aufgebaut?

Das Programm umfasst neun thematische Module, aus denen Schulen und Fachkräfte ihren eigenen Schwerpunkt wählen. Diese modulare Struktur macht die KIWI-Fortbildung flexibel und passend für unterschiedliche Schulsituationen und Bedarfe. Die Module befassen sich mit: 

Identität & Selbstwert

In diesem Themenkreis befassen sich die Schüler:innen mit der Frage, wer sie sind, was sie ausmacht und was ihnen im Leben wichtig ist. Sie erkunden persönliche Werte, Stärken und Lebensziele, reflektieren ihre Herkunft und ihr Zugehörigkeitsgefühl und setzen sich mit gesellschaftlichen Einflüssen auf Selbstbild und Körperwahrnehmung auseinander. Ziel ist es, den eigenen Selbstwert zu stärken, Bewusstsein und Wertschätzung sowohl für die eigene Einzigartigkeit als auch für die Vielfalt der Gruppe zu erfahren, sowie Vertrauen in die eigene Selbstwirksamkeit aufzubauen. 

Normen & Regeln

Dieser Themenkreis thematisiert die Grundlagen des sozialen Zusammenlebens anhand von Normen, Werten, Rechten und Regeln. Die Schüler:innen erfahren, wie Regeln entstehen, warum sie wichtig sind und wie sie verändert oder ausgehandelt werden können. Dabei reflektieren sie eigene Haltungen zu Gerechtigkeit, Verantwortung und Respekt und lernen, kulturelle und soziale Normen wahrzunehmen und wertzuschätzen. Ziel ist es, demokratische Teilhabe ein verantwortungsbewusstes Zusammenleben zu fördern. 

Beziehung & Gemeinschaft

In diesem Themenkreis setzen sich die Schüler:innen mit den Grundlagen gelingender Beziehungen und der Dynamik von Gruppen auseinander. Sie lernen, wie Kooperation, Vertrauen, Respekt und Kommunikation das Zusammenleben prägen und stärken. Die Schüler:innen erleben, wie Macht, Rollen und Konflikte in Beziehungen wirken und wie verantwortungsbewusstes Handeln zu einem konstruktiven Miteinander führen kann. 

Selbstbestimmung & Kommunikation

In diesem Themenkreis lernen die Schüler:innen, ihre Gefühle, Bedürfnisse und Grenzen bewusst wahrzunehmen und klar auszudrücken. Sie entwickeln Strategien für einen respektvollen Umgang mit Emotionen und Konflikten und üben, eigene Positionen selbstbewusst und achtsam mitzuteilen. Die Übungen stärken somit ihre Kommunikationsfähigkeit, Empathie und die Kompetenz, in Beziehungen und gesellschaftlichen Situationen verantwortungsvoll zu handeln. 

Stereotype & Vorurteile

In diesem Themenkreis beschäftigen sich die Schüler:innen mit Stereotypen und Vorurteilen und reflektieren, wie diese ihre Wahrnehmung und ihr Verhalten beeinflussen. Sie lernen, zwischen Beobachtungen und Bewertungen zu unterscheiden und entdecken, dass Menschen und Gruppen komplexer sind als erste Eindrücke zeigen. Sie stärken ihre Fähigkeit, Vielfalt wertzuschätzen und Missverständnisse durch Kommunikation abzubauen, um ein bewussteres Miteinander zu gestalten. 

Privilegien & Benachteiligung

In diesem Themenkreis setzen sich die Schüler:innen mit gesellschaftlicher Ungleichheit, Diskriminierung und Teilhabe auseinander. In erfahrungsorientierten Übungen erkennen sie, wie Privilegien und Benachteiligungen wirken. Sie reflektieren eigene Positionen, entwickeln Empathie für unterschiedliche Lebensrealitäten und lernen, Ungerechtigkeiten zu benennen und ihnen entgegenzutreten. Dabei stärken sie ihr Bewusstsein für Vielfalt und Solidarität. 

Rassismuskritik & Dekolonialität

In diesem Themenkreis setzen sich die Schüler:innen mit kolonialer Geschichte, globalen Ungleichheiten und Rassismus auseinander. Sie reflektieren historische Zusammenhänge, deren gegenwärtige Auswirkungen sowie die eigene Position innerhalb globaler Machtstrukturen. Dabei lernen sie Perspektiven von marginalisierten Gruppen kennen. Ziel ist es, ein Verständnis für gesellschaftliche Strukturen, Widerstandsstrategien und Handlungskompetenzen für eine gerechtere Gesellschaft zu stärken. 

Queerness & Geschlechtergerechtigkeit

In diesem Themenkreis befassen sich die Schüler:innen mit Ungleichheiten in Bezug auf Geschlecht sowie mit geschlechtlicher und sexueller Vielfalt. Sie reflektieren, wie Geschlechterrollen entstehen, welche Diskriminierungen damit verbunden sind und wie sich diese verändern lassen. Dabei umfasst der Themenkreis Methoden, die geschlechtliche Vielfalt jenseits binärer Vorstellungen von Geschlecht thematisieren, sowie solche, die gezielt Macht- und Ungleichheitsverhältnisse zwischen Männern und Frauen behandeln. Beide Zugänge ergänzen einander und sind notwendig, um eine differenzierte Betrachtung von Geschlechtergerechtigkeit zu ermöglichen. Denn während die Auseinandersetzung mit geschlechtlicher Vielfalt jenseits binärer Vorstellungen den Blick für unterschiedliche Lebensweisen öffnet, macht die Analyse binärer Machtstrukturen bestehende gesellschaftliche Ungleichheiten sichtbar.

Migration & Orientierung

In diesem Themenkreis beschäftigen sich die Schüler:innen mit Migration und Zugehörigkeit. Sie erkunden Perspektiven von Menschen mit und ohne Migrationserfahrung und entwickeln Empathie für unterschiedliche Lebensrealitäten. Durch Übungen zu Bezugsorten, Ankommen und Schulkultur lernen sie, Vielfalt sichtbar zu machen. So werden ihre Handlungskompetenzen für eine unterstützende Umgebung und die Gestaltung einer Willkommenskultur gestärkt.

 

Diese Themenvielfalt macht deutlich: Inklusion in der Schule ist nicht auf ein einzelnes Merkmal zu reduzieren. Diversitätssensible Schulentwicklung bedeutet, Vielfalt in all ihren Dimensionen gemeinsam zu gestalten.

Fortbildungen und Workshops für Willkommensklassen

Für Lehrkräfte, die in Willkommensklassen unterrichten, und ihre Schüler:innen bietet das KIWI-Programm eigene Formate mit sprachsensiblen und sprachreduzierten Methoden, die die Stärken und Ressourcen der Schüler:innen in den Mittelpunkt stellen: Erlebnisorientierte Workshops für Schüler:innen und Fortbildungen für Lehrkräfte zur Gestaltung von sprachlich zugänglichen und zugleich kognitiv anspruchsvollen Lernsettings.

Mehr über unsere Workshops für Willkommensklassen

Interesse?

Wir freuen uns auf Ihre Buchung über unser Anmeldeformular unten. 

Bei Fragen kontaktieren Sie uns gerne unter: [email protected]  

Region Ost (BE, BB, SN, ST):

CARE Deutschland Nina Steffensmeier Assistentin Inlandsprojekte und Bildung

Region West (NRW):

Portraitfoto von CARE-Mitarbeiterin Sahba Salehi

Region Nord (HB, MV, NI, SH):

Grafik, die eine weibliche CARE-Mitarbeiterin illustriert.

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