
Was wirkt? Wie gelingt eine nachhaltige Diversitätsorientierung an Schulen?
Was wirkt? Wie gelingt eine nachhaltige Diversitätsorientierung an Schulen?
Diversitätsorientierung gehört zu den Kernaufgaben von Schule. In der Praxis bleibt sie jedoch oft eine Aufgabe unter vielen, die vom Engagement Einzelner abhängt. Wie also gelingt der Schritt vom Zusatzthema zum selbstverständlichen Bestandteil professionellen Handelns und schulischer Organisation? Genau diese Frage stellt der KIWI-Fachtag, und zwar auf zwei Ebenen: in der Lehrkräftebildung und in der Schulentwicklung. Anhand guter Praxis und wirkungsvoller Ansätze zeigt er, was wirkt und wie es sich dauerhaft verankern lässt, als Anregung zum Nachahmen und Weiterdenken. Dafür verbindet er Wissenschaft und Praxis.
Wann: 8. Oktober 2026, 11:00 bis 16:00 Uhr
Wo: In Präsenz im Urania-Verein „Wilhelm Foerster“ Potsdam e.V., Gutenbergstraße 71-72, 14467 Potsdam
Für wen: Akteur:innen aus Lehrkräftebildung und Schule, Bildungsverwaltung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft
Teilnahme: kostenfrei, Plätze begrenzt
Anmeldeschluss: 30. September 2026
Im Mittelpunkt stehen Ansätze, die sich in der Praxis bewährt haben. Sie erhalten konkrete Beispiele guter Praxis, lernen von Schulen und Projekten, die Diversitätsorientierung erfolgreich verankert haben, und nehmen Impulse mit, die Sie in Ihrem eigenen Kontext weiterdenken können. Der Fachtag schafft Raum für Austausch und Vernetzung, damit wirksame Ansätze nicht Einzelfall bleiben, sondern Schule machen.
Programm
11:15 bis 12:15 Uhr: Keynote von Dr. René Breiwe und Sarah Theermann (Bergische Universität Wuppertal)
Ungleichheit, Diskriminierung und die Bedingungen schulischer Veränderung
Die Keynote greift die Frage auf, wie Diversitätsorientierung vom Zusatzthema zum selbstverständlichen Bestandteil professionellen Handelns und schulischer Organisation werden kann. Mit Blick auf Ungleichheit, Diskriminierung und schulische Strukturen richtet sie den Fokus dabei nicht nur auf einzelne Lehrkräfte, sondern auch auf Normen, Routinen und Steuerungslogiken von Schule.
Analysen von Schulgesetzen und Befunde aus dem Forschungsprojekt RAISE nehmen in den Blick, wie Bildungsgerechtigkeit, Antidiskriminierung und rassismuskritische Schulentwicklung rechtlich und institutionell gerahmt werden. Dabei wird sichtbar, dass Zugehörigkeit und Teilhabe nicht allein im Unterricht entstehen, sondern auch davon abhängen, wie schulische Strukturen Unterschiede hervorbringen, bewerten und bearbeiten. Die Frage „What works?“ wird so auf die Rahmenbedingungen schulischer Praxis zugespitzt: Unter welchen strukturellen Bedingungen kann Diversitätsorientierung in Schule überhaupt wirksam werden?
Dr. Rita Panesar, Koordinierungsstelle Weiterbildung und Beschäftigung e. V.
Diversitätsorientierung und Diskriminierungskritik sind zentrale Voraussetzungen für Bildungsgerechtigkeit. Wie können Vorurteile und Normalitätsvorstellungen in pädagogischen Routinen, Entscheidungsprozessen und institutionellen Strukturen erkannt und verändert werden?
Dr. Rita Panesar stellt Anti-Bias-Arbeit als hilfreiche Basis vor und zeigt anhand konkreter Erfahrungen und Praxisbeispiele, wo Stolpersteine und Hürden liegen. Dabei werden Ansätze in den Blick genommen, die in verschiedenen Phasen der diskriminierungskritischen Lehrkräftebildung erprobt wurden.
Ausgehend von einem Fachinput diskutieren Kolleg:innen aus Schulen, Schulverwaltung und Landesinstituten, welche Gelingensbedingungen und guten Praktiken eine diversitätsbewusste Bildungspolitik fördern.
Nele Kontzi und Samantha Wirasekara-Kähler, RAA Brandenburg
Diversitätsorientierte Schulentwicklung ist mehr als das Engagement Einzelner. Damit Vielfalt nachhaltig berücksichtigt und Diskriminierung wirksam entgegengewirkt werden kann, braucht es gemeinsame Strategien und tragfähige Strukturen. Zwar gibt es keinen einheitlichen Fahrplan, doch lassen sich zentrale Gelingensbedingungen benennen.
In diesem interaktiven Workshop laden wir Sie ein, Beispiele guter Praxis aus Ihrem Arbeitskontext mitzubringen. Packen Sie Ihre Ideen, Projekte und Konzepte ein und gestalten Sie mit uns eine Miniwerkstatt, die Einblicke in die Praxis anderer Schulen und Bildungsakteur:innen ermöglicht. Gemeinsam tauschen wir Erfahrungen aus und diskutieren anschließend, welche Bedingungen und Stellschrauben diskriminierungskritische Schulentwicklung nachhaltig erfolgreich machen.
Was trägt dazu bei, dass Lehrkräfte Diversitätsorientierung nicht als Zusatzaufgabe, sondern als selbstverständlichen Bestandteil ihres professionellen Handelns verstehen?
Wie kann Schule als Organisation (in Leitbild, Strukturen und Steuerung) so gestaltet werden, dass Diversitätsorientierung nicht vom Engagement Einzelner abhängt, sondern nachhaltig institutionell verankert ist?
Integration und Chancengerechtigkeit sind zentrale Aufträge von Schule. Sie sind in den Landesschulgesetzen verankert und im Orientierungsrahmen der Kultusministerkonferenz „Diversitätsbewusste und interkulturelle Bildung und Erziehung in der Schule“ als verbindliche Querschnittsaufgabe konkretisiert. Diversitätsorientierung ist damit keine Zusatzaufgabe, sondern Kernaufgabe schulischer Bildung: Sie fördert eine Schulkultur, in der Vielfalt als Ressource verstanden wird, Teilhabe möglich ist und Diskriminierung entgegengewirkt wird.
Zugleich stehen Schulen bundesweit vor strukturellen Herausforderungen. Zeitknappheit und Fachkräftemangel erschweren die nachhaltige Umsetzung, und Fortbildungen erreichen oft vor allem ohnehin engagierte Akteur:innen. Dennoch zeigen zahlreiche Schulen und Projekte, dass diversitätsorientierte Schulentwicklung gelingen kann. Der KIWI-Fachtag macht sichtbar, welche Rahmenbedingungen, Strategien und Ansätze Diversitätsorientierung langfristig und wirksam im Bildungssystem verankern, und wie sie die Bildungsteilhabe junger Menschen konkret verbessern.
Melden Sie sich bis zum 30. September 2026 über das Anmeldeformular unten an. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme. Bei Fragen erreichen Sie uns gerne unter [email protected].
Wir helfen Ihnen gerne weiter.

Der KIWI-Fachtag ist eine jährliche Fachveranstaltung im KIWI-Programm von CARE Deutschland. Er zeigt gute Praxis und wirkungsvolle Ansätze, mit denen Schulen Diversitätsorientierung nachhaltig verankern, und verbindet dafür Wissenschaft und Praxis.
Diversitätsorientierung an Schulen bedeutet, Vielfalt als Ressource zu verstehen, Teilhabe zu ermöglichen und Diskriminierung entgegenzuwirken. Sie ist im Orientierungsrahmen der Kultusministerkonferenz als verbindliche Querschnittsaufgabe verankert und verbessert die Chance auf Bildungsteilhabe für alle Schüler:innen.
