Bonn, 26. Juni 2026. Nach den schweren Erdbeben am 24. Juni in Venezuela dauern die Such- und Rettungsmaßnahmen an. Gleichzeitig erschweren Nachbeben und Schäden an kritischer Infrastruktur, darunter die Schließung des Flughafens Caracas, die Hilfsmaßnahmen. Zwei starke Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 erschütterten am Mittwoch den Norden des Landes westlich der Hauptstadt Caracas – im Abstand von weniger als einer Minute. Die Erdbeben haben schwere Schäden verursacht. Die Zahl der gemeldeten Toten und Verletzten steigt weiter.
„Unsere Gedanken sind bei den Menschen in Venezuela, die mit den Folgen der schweren Erdbeben zu kämpfen haben. In Momenten wie diesen gilt es vorrangig, Leben zu retten, Verletzte zu versorgen und sicherzustellen, dass die betroffenen Gemeinden Zugang zu der Hilfe erhalten, die sie benötigen“, sagt Ana Maria Mendez, CARE-Regionaldirektorin für Lateinamerika und die Karibik.
Nach ersten Informationen werden vor allem Notunterkünfte, sauberes Wasser und sanitäre Einrichtungen, Nahrungsmittel, Schutzmaßnahmen sowie psychosoziale Unterstützung für betroffene Familien benötigt. Das volle Ausmaß der humanitären Folgen zeichnet sich jedoch noch ab. Die Behörden haben den Notstand ausgerufen, und es werden derzeit schnelle Lagebeurteilungen durchgeführt, um das genaue Ausmaß der Schäden und die dringendsten Bedarfe zu erfassen.
Das Erdbeben trifft eine ohnehin gefährdete Bevölkerung: Seit mehr als einem Jahrzehnt ist Venezuela von einer anhaltenden Wirtschaftskrise geprägt, die sich in Hyperinflation, politischer Instabilität und wachsender Unsicherheit manifestiert. Millionen Menschen waren gezwungen, das Land zu verlassen, von den Verbliebenen lebt mehr als ein Drittel in extremer Armut. Vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass die Auswirkungen der Erdbeben bestehende soziale und wirtschaftliche Ungleichheiten weiter verschärfen und zusätzliche Haushalte in akute Notlagen drängen werden.
In diesem Kontext sind insbesondere Frauen und Mädchen von den Folgen der Katastrophe überproportional betroffen. Sie sind häufig erhöhten Risiken ausgesetzt und benötigen spezifische Schutz- und Unterstützungsmaßnahmen.
CARE steht derzeit in engem Austausch mit Partnerorganisationen in Venezuela, um Bedarfe präzise zu erheben und die Nothilfe optimal und bedarfsgerecht umzusetzen.
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