Vor der COP31 fordert CARE mehr Mitsprache und besseren Zugang zu Klimafinanzierung für von Frauen geführte Organisationen.

Bonn, 5. November 2026. Die Klimakrise verschärft bestehende Ungleichheiten weltweit. Frauen sind vielerorts besonders stark von ihren Folgen betroffen. Doch wenn über Maßnahmen und Lösungen entschieden wird, sind sie noch immer viel zu selten an den Verhandlungstischen vertreten. Dabei braucht es ihre Perspektiven und ihre Beteiligung, um gerechte und wirksame Antworten auf die Klimakrise zu entwickeln. Kurz vor Beginn der COP31 startet CARE deshalb die internationale Kampagne Climate Change Is Sexist.

Wenn Dürren Wasserquellen austrocknen, sind es meist Frauen und Mädchen, die kilometerweit laufen müssen, um ihre Familien zu versorgen. Wenn Ernten ausfallen und Hunger wächst, essen Frauen oft zuletzt. Und wenn Familien durch Klimakrisen in Armut geraten, steigt für Mädchen das Risiko von Gewalt, Ausbeutung und Frühverheiratung. So nahmen in Äthiopien beispielswiese während der schweren Dürre 2021 bis 2022 Kinderehen um 119 Prozent zu.

„Die Klimakrise ist nicht geschlechtsneutral. Sie verschärft bestehende Ungleichheiten und nimmt Millionen Frauen und Mädchen Chancen auf Bildung, Gesundheit und ein selbstbestimmtes Leben. Gleichzeitig zeigen Frauen weltweit jeden Tag, wie erfolgreiche Anpassung an die Klimakrise aussieht. Wer sie von Entscheidungen ausschließt, schwächt die Wirksamkeit von Klimaschutz und Klimaanpassung“, sagt Marlene Achoik, Global Climate Justice Policy and Advocacy Lead bei CARE International.

Dabei ist die gleichberechtigte Beteiligung von Frauen nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, sondern auch der Wirksamkeit. Nach Schätzungen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) könnten weltweit 45 Millionen Menschen weniger von Ernährungsunsicherheit betroffen sein, wenn Kleinbäuerinnen denselben Zugang zu Land, Wissen, Finanzierung und Betriebsmitteln hätten wie Männer.

Frauen treiben vielerorts konkrete Lösungen voran. In Malawi haben Bäuerinnen und lokale Gemeinschaften im Rahmen eines von CARE unterstützten Programms mehr als 4,6 Millionen Bäume gepflanzt, um Böden zu regenerieren und ihre Ernten widerstandsfähiger gegen Dürren zu machen.

Mit Blick auf die COP31 fordert CARE deshalb, geschlechtergerechte Klimafinanzierung auszubauen, mehr Mittel für Klimaanpassung sowie einen besseren Zugang zu Klimafinanzierung für lokale und von Frauen geführte Organisationen. Nur wenn die Menschen, die bereits heute mit den Folgen der Klimakrise leben, einen festen Platz am Verhandlungstisch bekommen und Zugang zu Klimafinanzierung erhalten, können Investitionen ihre volle Wirkung entfalten.

Unter dem Motto „Climate Change Is Sexist“ macht CARE seit dieser Woche weltweit auf die geschlechtsspezifischen Folgen der Klimakrise aufmerksam und fordert eine konsequent geschlechtergerechte Klimapolitik.

CARE wurde 1945 gegründet, um Armut und Hunger in Europa mit Millionen CARE-Paketen zu lindern. Heute setzt sich CARE in über 100 Ländern mit überwiegend einheimischen Kräften und Partnerorganisationen für die Überwindung von Not, Armut und Ausgrenzung ein und stellt insbesondere Frauen und Mädchen ins Zentrum seiner Arbeit.

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