
Die humanitäre Krise in Afghanistan trifft Frauen und Mädchen besonders hart. Hunger, fehlende Gesundheitsversorgung und eingeschränkte Rechte bedrohen ihre Zukunft.
Die humanitäre Krise in Afghanistan trifft Frauen und Mädchen besonders hart. Hunger, fehlende Gesundheitsversorgung und eingeschränkte Rechte bedrohen ihre Zukunft.
Fünf Jahre nach dem Machtwechsel in Afghanistan bleibt die humanitäre Lage dramatisch: 21,9 Millionen Menschen – fast die Hälfte der Bevölkerung – sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Rund 14 Millionen Menschen leiden unter akuter Ernährungsunsicherheit. Besonders betroffen sind Frauen und Mädchen, deren Zugang zu Bildung, Arbeit und Gesundheitsversorgung stark eingeschränkt ist.
Auch die medizinische Versorgung verschlechtert sich: Seit Jahresbeginn mussten rund 150 Gesundheitseinrichtungen aufgrund fehlender Finanzierung schließen, darunter 30 von CARE unterstützte Kliniken. Für Frauen ist das besonders gefährlich: Afghanistan hat die höchste Müttersterblichkeitsrate Asiens.
„Weibliche Mitarbeiterinnen sind für die humanitäre Hilfe unverzichtbar. Ohne sie können wir viele der bedürftigsten Menschen nicht wirksam erreichen“, sagt Mohammad Akmal Shareef, Landesdirektor von CARE in Afghanistan.
CARE ist seit 1961 in Afghanistan tätig. Im Jahr 2025 erreichte CARE rund 1,2 Millionen Menschen, von denen 67 Prozent Frauen und Mädchen waren. Gemeinsam mit lokalen Partnern unterstützt CARE 32 Gesundheitseinrichtungen in den Provinzen Balkh, Paktya, Khost, Ghazni und Herat und bietet dort medizinische Grundversorgung, Gesundheitsversorgung für Mütter und Neugeborene, Ernährungshilfe, psychische Gesundheit und psychosoziale Unterstützung, Ernährungssicherheit, Hilfe bei der Sicherung des Lebensunterhalts sowie Bildungshilfe an.
Ihre Spende hilft Menschen in Afghanistan.

Nach dem schweren Erdbeben im Südosten Afghanistans im September 2025 war CARE schnell vor Ort. Mobile Gesundheitsteams versorgten die betroffenen Menschen mit medizinischer Grundversorgung und leisteten psychosoziale Unterstützung. Zudem verteilte CARE dringend benötigte Hilfsgüter an Familien in den betroffenen Gebieten.
Auch bei früheren Erdbeben hat CARE Nothilfe in Afghanistan geleistet. Dabei stimmt sich CARE eng mit anderen Hilfsorganisationen vor Ort ab, um Hilfsmaßnahmen zu koordinieren und die verfügbaren Ressourcen dort einzusetzen, wo sie besonders dringend benötigt werden.

CARE hat seit Oktober 2021 über 8.200 Haushalte und somit mehr als 57.000 Menschen in neun Provinzen Afghanistans mit Bargeldhilfe unterstützt. Dies ermöglicht es den Familien, selbst zu entscheiden, was sie am dringendsten benötigen – ob es sich nun um Lebensmittel, eine medizinische Behandlung oder warme Kinderkleidung handelt. Im Fokus stehen frauengeführte Haushalte, Vertriebene, Haushalte mit Kindern und Menschen mit Behinderungen. Ein weiterer Effekt der Verteilung von Bargeld ist, dass hierdurch die lokale Wirtschaft unterstützt und angekurbelt wird.

Der Zugang zu medizinischer Versorgung wird für viele Menschen in Afghanistan immer schwieriger. Allein seit Anfang 2026 mussten landesweit rund 150 Gesundheitseinrichtungen wegen fehlender Finanzierung schließen. Auch CARE musste bereits 30 Kliniken schließen. Mobile Gesundheitsteams bringen deshalb dringend benötigte medizinische Hilfe in Gemeinden, in denen eine angemessene Versorgung kaum erreichbar ist.
Besonders wichtig ist die Gesundheitsversorgung für Frauen und Kinder. Die mobilen Teams unterstützen unter anderem schwangere und stillende Frauen und behandeln Unterernährung sowie andere Erkrankungen bei Kleinkindern. Angesichts der hohen Müttersterblichkeit in Afghanistan sind Ärztinnen, Hebammen und andere weibliche Fachkräfte unverzichtbar: Sie ermöglichen vielen Frauen und Mädchen überhaupt erst den Zugang zu medizinischer Hilfe.

Armut, fehlende Einkommensmöglichkeiten und die Folgen der Klimakrise bedrohen die Lebensgrundlagen vieler Familien in Afghanistan. Mehr als 17 Millionen Menschen haben nicht genug zu essen. Dürren, Überschwemmungen und andere Katastrophen verschärfen die Situation zusätzlich – Ende 2025 waren 82 Prozent der Siedlungen im Land von Dürre betroffen.
CARE unterstützt Kleinbäuerinnen und -bauern dabei, ihre Lebensgrundlagen zu sichern und widerstandsfähiger gegenüber Krisen zu werden. Dazu gehören Schulungen zur Ernährungssicherung und zum Lebensunterhalt sowie – im Rahmen entsprechender Programme – die Bereitstellung von Saatgut, Werkzeugen und Düngemitteln. Frauen unterstützt CARE dabei, eigene Einkommens- und Ernährungsmöglichkeiten für sich und ihre Familien zu schaffen.

