Mittelkürzungen führen zur Schließung von Kliniken

Bonn/Kabul, 14. August 2026. Fünf Jahre nach dem Machtwechsel in Afghanistan ist die Bevölkerung weiterhin mit einer der größten humanitären Krisen der Welt konfrontiert. 21,9 Millionen Menschen – fast die Hälfte der Bevölkerung – benötigen nach wie vor humanitäre Hilfe. Gleichzeitig ist der humanitäre Hilfsplan für Afghanistan nur zu etwa einem Viertel finanziert. Millionen Menschen laufen Gefahr, den Zugang zu Gesundheitsversorgung, Ernährungshilfe, Bildung und Schutz zu verlieren. 

Nach UN-Angaben werden in diesem Jahr rund 14 Millionen Menschen unter akuter Ernährungsunsicherheit leiden. Etwa 3,7 Millionen Kindern unter fünf Jahren und 1,2 Millionen schwangeren oder stillenden Frauen droht eine akute Unterernährung. Laut Weltgesundheitsorganisation haben seit Januar dieses Jahres rund 150 Gesundheitseinrichtungen in ganz Afghanistan ihren Betrieb mangels Finanzierung eingestellt. Auch CARE musste bereits 30 Kliniken schließen. Für schwangere Frauen sind die Folgen lebensbedrohlich. In Afghanistan werden 638 Müttersterblichkeitsfälle pro 100.000 Lebendgeburten verzeichnet – die höchste Müttersterblichkeitsrate in Asien.
 
Amina*, die als Hebamme in einer von CARE unterstützten Gesundheitsklinik in Herat arbeitet, sagt: „Wenn Kliniken wie die unsere schließen, werden viele Frauen niemanden mehr haben, an den sie sich wenden können, wenn sie medizinische Versorgung am dringendsten benötigen.“
 
Der eingeschränkte Zugang von Frauen und Mädchen zu Bildung, Beschäftigung, Bewegungsfreiheit, Gesundheitsversorgung und gleichberechtigter Teilhabe am öffentlichen Leben beeinträchtigt ihre Rechte, ihre Würde und ihre Zukunftschancen. Ohne ausgebildete Ärztinnen, Lehrerinnen, Krankenschwestern und humanitäre Helferinnen wird es auch 2026 eine große Herausforderung bleiben, die mehr als zehn Millionen Frauen und Mädchen in humanitären Notlagen zu erreichen.

„Weibliche Mitarbeiterinnen sind für die humanitäre Hilfe unverzichtbar“, sagt Mohammad Akmal Shareef, Landesdirektor von CARE in Afghanistan, „und viele leisten trotz aller Risiken, denen sie ausgesetzt sind, nach wie vor entscheidende Arbeit. Ohne sie können wir viele der bedürftigsten Menschen nicht wirksam erreichen. Sie müssen geschützt werden, damit sie ihre Arbeit sicher und sinnvoll verrichten können.”

Ein anhaltendes internationales Engagement sowie langfristige Investitionen in grundlegende Dienstleistungen und lokale zivilgesellschaftliche Organisationen – einschließlich Netzwerke, die von Frauen geleitet werden und mit Frauen zusammenarbeiten – sind entscheidend, um afghanischen Familien den Weg vom bloßen Überleben hin zu einem Leben in Würde zu ebnen.

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*Name zum Schutz der Person geändert

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