Gewalt, Flucht und Hunger

In Äthiopien verschärfen mehrere Krisen gleichzeitig die humanitäre Lage. Hunderttausende Menschen sind 2025 erneut vor Gewalt und Unsicherheit geflohen. Allein entlang der Grenze zu Somaliland wurden seit Mitte letzten Jahres rund 136.000 Menschen vertrieben. Die Betroffenen benötigen dringend Lebensmittel, Wasser, Gesundheitsschutz und sichere Unterkünfte.

Gleichzeitig leiden große Teile des Landes weiterhin unter anhaltender Trockenheit. Die wichtigen Regenzeiten fielen in vielen Regionen deutlich schwächer aus als üblich. Dies führt zu Ernteausfällen, Wassermangel und Belastungen für die Viehwirtschaft. In einigen Gebieten ist nur ein begrenzter Zugang zu Wasser möglich. 

Äthiopien nimmt zudem weiterhin viele Menschen auf, die vor Konflikten in Nachbarländern fliehen. Seit Juli 2025 wurden über 49.000 Geflüchtete aus dem Südsudan registriert. 

CARE und Partnerorganisationen arbeiten daran, betroffene Gemeinden mit lebenswichtiger Hilfe zu unterstützen – darunter Nahrungsmittelhilfe, Trinkwasser, sanitäre Versorgung, Notunterkünfte und Gesundheitsdienste.

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Die CARE-Hilfe in Äthiopien auf einen Blick

Mädchen trinkt aus dem Wasserhahn, lächelt in die Kamera

Wasserversorgung in Äthiopien

CARE verbessert die Versorgung mit sauberem Wasser sowie die Hygiene- und Sanitärbedingungen in von Wasserknappheit betroffenen Gemeinden in Äthiopien. Durch den zunehmenden Wassermangel steigt das Risiko von Krankheiten und Ernährungsunsicherheit erheblich. Ein Schwerpunkt ist der Zugang zu sicherem und ausreichend verfügbarem Wasser. So konnten rund 58.000 Menschen in Äthiopien mit verbesserten Wassersystemen versorgt werden. Ziel ist nicht nur eine zuverlässige Versorgung, sondern auch eine bessere Ressourcennutzung, unter anderem durch wasserschonende Bewässerungsmaßnahmen in der Landwirtschaft.

Unterstützung für Frauen und Mädchen

CARE setzt sich in Äthiopien gezielt dafür ein, die wirtschaftliche Situation von Frauen zu verbessern – insbesondere in Sektoren wie der Textil‑ und Bekleidungsindustrie. Viele Arbeiterinnen sind dort prekären Arbeitsbedingungen, geringer sozialer Absicherung und hohen Risiken von Ausbeutung ausgesetzt. Im Rahmen der von CARE unterstützten Programme profitieren über 24.000 Frauen von verbesserten Arbeitsrechten, Trainings und Schutzmaßnahmen. Führungskräfte und Mitarbeiter:innen bilden sich in Schulungen zu den Themen fairem Arbeiten, Gleichstellung und Sicherheit am Arbeitsplatz weiter. Parallel dazu unterstützt CARE Fabriken dabei, menschenwürdige Arbeitsstandards einzuführen, Führungskräfte zu schulen und Mechanismen zum Schutz vor sexualisierter Gewalt, Belästigung oder Ausbeutung zu etablieren.

Mädchen draußen mit Schulmaterial in der Hand

Kinderarbeit bekämpfen

In Äthiopien stärkt CARE Interessengruppen, Behörden und Gemeinden, um Kinderarbeit bei der Kaffeeherstellung wirksam zu bekämpfen. Dazu werden politische Rahmenbedingungen verbessert, eine Strategie zur Vermeidung von Kinderarbeit entwickelt sowie Mitarbeitende geschult. Trainings für Kooperativen, Gewerkschaften und religiöse Führungspersonen sowie Dialogformate mit Kleinbäuer:innen stärken Bewusstsein, Schutz und Prävention von Kinderarbeit entlang der Kaffeeproduktion.

21 Mio.
Menschen in Äthiopien benötigen humanitäre Hilfe.
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Wie eine Kleinspargruppe Fentas Leben veränderte

Fenta ist 26 Jahre alt und Mutter von drei Kindern. Mittlerweile ist sie bereits seit drei Jahren Mitglied in einer von CARE gegründeten Kleinspargruppe. Als Fenta, die sich zuvor vollständig der Hausarbeit widmete, zum ersten Mal zum Treffen der Kleinspargruppe ging, war ihr Ehemann skeptisch. Sie erklärte ihm, dass in der Gruppe gemeinsam gespart wird und sich auch Kredite untereinander gegeben werden. Sowohl Frauen als auch Männer können so finanziell unabhängiger werden und neue Perspektiven gewinnen. „Er versteht jetzt, wie wichtig es ist, Geld zu sparen und ist sehr dankbar, dass ich nun zu unserem Lebensunterhalt beitrage“, erzählt Fenta glücklich.

Mit ihrem ersten Kredit aus der Kleinspargruppe kaufte Fenta zwei Hühner. Schon bald konnte sie sich durch den Verkauf der Hühner eine Ziege leisten. Als sie schließlich neun Ziegen besaß, verkaufte sie diese für eine Kuh.

Inzwischen hat ihre Kuh schon ein Kalb bekommen. Sobald sie vier Kühe hat, will Fenta diese verkaufen und näher an die Stadt ziehen, um ein Restaurant zu eröffnen.

Die Menschen in Äthiopien leiden unter starken Preiserhöhungen und Dürren erschweren die landwirtschaftliche Arbeit. Fenta befürchtet, dass ihre Familie aufgrund der hohen Marktunsicherheit ihre Ernten und Einkommen verlieren könnte. Dank der Kleinspargruppe und den dadurch gewonnen Erträgen können die Gemeindemitglieder sich gegenseitig helfen und die Auswirkungen der Krise besser bewältigen. Fenta ist besonders dankbar für ihre gestärkten sozialen Beziehungen: „Zuvor wurden wir ignoriert. Jetzt werden wir gesehen.“

Fenta auf dem Boden im Feld

Veränderung sozialer Normen

Viele Gemeinden in Äthiopien sind sehr traditionell geprägt. Das hat oftmals negative Auswirkungen auf Frauen und Mädchen: Sie werden viel zu jung verheiratet, können sich mit ihrer Meinung nicht in den öffentlichen Diskurs einbringen und sind gesundheitlichen Gefahren wie der weiblichen Genitalverstümmelung ausgesetzt. CARE setzt sich in seiner Arbeit für Geschlechtergerechtigkeit ein. Zu diesem Zweck arbeiten wir mit äthiopischen Gemeinden zusammen, um ungerechte Geschlechternormen zu hinterfragen und möglichst zu verändern. In unserer Galerie berichten sie von ihren positiven Erfahrungen:

Astella aus Äthiopien

So hilft CARE Frauen und Mädchen in Äthiopien

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Quellen

  • OCHA: Humanitarian Update Ethiopia, Dezember 2025
  • World Health Organization: Ethiopia Health Emergency Investment Case, Dezember 2025