Der internationale Tag des Wassers 2026 steht unter dem Motto "Where water flows, equality grows"

Das Motto des globalen Weltwassertags 2026 "Where water flows, equality grows" der Vereinten Nationen bedeutet frei übersetzt „Wo Wasser fließt, wächst Gleichheit“.

Frauen und Mädchen sind besonders betroffen, wenn es in ihrer unmittelbaren Umgebung keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen gibt. Da Frauen und Mädchen die zusätzliche Hauptlast tragen, durch Aufgaben wie z.B.:

  • Wasser holen
  • Wasser verwalten
  • Pflege um Menschen, die durch unsauberes Wasser erkrankt sind
  • Herausforderungen gesunde Ernährung sicher zu stellen
Ein Mädchen in grüner Schuluniform pumpt Wasser, um Hintergrund stehen weitere Schulkinder

So wird die Wasserkrise zu einer Krise der Frauen

Frauen und Mädchen werden häufig von Entscheidungsfindung, Führungsaufgaben, Finanzierung und Vertretung ausgeschlossen, auch z.B. bei der Mitsprache von Systeme, die die Wasserwirtschaft regeln. Durch diese vielfältigen Aufgaben und Belastungen verlieren sie Zeit, Gesundheit, Sicherheit und damit Chancen und Möglichkeiten

Deshalb fördert CARE Frauen und Mädchen durch Beteiligung, gezielte Hilfsmaßnahmen und politische Fürsprache. 

 

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2,1Mrd.
So viele Menschen weltweit haben keinen regelmäßigen Zugang zu sauberem Wasser.
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Geschichte des Weltwassertages

Seit 1993 wird der globale Aktionstag ”Weltwassertag" jährlich begangen (er wurde im Jahr 1992 von der UN-Generalversammlung beschlossen). Dafür legt die UN durch den Koordinationsmechanismus im Bereich Wasser und Sanitärversorgung jedes Jahr ein spezifisches Motto fest. Der Weltwassertag selbst findet seitdem jedes Jahr am 22. März, statt. 

Im Zusammenhang mit den globalen Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen, steht das globale Nachhaltigkeitsziel SDG 6: Sauberes Wasser und Sanitärversorgung für alle.

 

Fragen und Antworten zum Thema Wasser & Hygiene

Warum ist Wasser so lebensnotwendig für Menschen?

Die Bedeutung des Wassers für Menschen ist enorm. Denn Wasser ist die Basis des Lebens. Ohne Wasser ist die Existenz aller Lebensformen – Pflanzen, Tiere, Bakterien und andere – unmöglich. Auch der Mensch kann nicht ohne Wasser leben. Denn der menschliche Körper besteht zu über 70 Prozent aus Wasser. Das Wasser ist der Hauptbestandteil der Zellen und des Gewebes und ermöglicht auch den Stoffwechsel, indem es als Lösungs- und Transportmittel von Substanzen dient. Obwohl ein Mensch ohne feste Nahrung bis zu vier Wochen überleben kann, droht ihm ohne Wasser ab dem dritten Tag der Tod. Ein gesunder erwachsener Mensch sollte daher am Tag mindestens 1,5 Liter Wasser trinken. Wasser sorgt sozusagen dafür, dass alles in unserem Körper richtig funktioniert. Die Ausbreitung des Coronavirus machte deutlich, wie wichtig sauberes Wasser auch für den Kampf gegen Krankheiten ist. Laut der UN sind mindestens 50 Liter Wasser pro Tag für eine Person notwendig, um ihre Grundbedürfnisse zu stillen, Krankheiten zu vermeiden und die Leistungsfähigkeit zu erhalten. In Deutschland liegt der tägliche Durchschnitt bei 121 Litern Wasser pro Person. In den meisten Ländern Afrikas ist ein Verbrauch von 50 Litern am Tag nicht möglich.

Wie ist der Zugang zu sauberem Trinkwasser in Krisengebieten?

Durch die weltweit ungleiche Wasserverteilung und die unterschiedlichen Klimabedingungen ist auch der Zugang zu sauberem Trinkwasser nicht gleich. Besonders in Ländern Afrikas, Mittel- und Südamerikas und Asiens herrscht vielerorts dramatische Wasserknappheit. Außerdem hat sich der weltweite Wasserverbrauch im letzten halben Jahrhundert verdreifacht. Es ist jetzt schon deutlich, dass Menschen viel zu viel Wasser verbrauchen, mehr als unser Planet bereitstellen kann.

Die landwirtschaftliche und industrielle Produktion von Konsumgütern ist in hohem Maße verantwortlich dafür. Oft werden die Produktionsprozesse von Gütern, die einen hohen Wasserverbrauch haben, wie z.B. von Lebensmitteln wie Fleisch, Avocados, Soja oder auch Kleidung, in die Länder des globalen Südens ausgelagert. Denn um z.B. 1 Kilogramm Fleisch herzustellen, muss 100-mal mehr Wasser aufgewendet werden als für 1 Kilogramm Getreide. Für den Anbau von 1 Kilogramm Avocados werden 1.000 Liter Wasser benötigt. Viele der Länder des Globalen Südens haben bereits die Wasserverbrauchsgrenze erreicht, sodass der Zugang zu sauberem Trinkwasser für die Bevölkerung nicht überall möglich ist. 

Was verstärkt die Wasserknappheit weltweit?

Umweltverschmutzung, Wirtschaftswachstum und Verschwendung verstärken die weltweite Wasserknappheit. So haben 2,2 Milliarden Menschen keinen regelmäßigen Zugang zu sauberem Wasser und 771 Millionen Menschen haben nicht einmal eine Trinkwassergrundversorgung. Mehr als 3,5 Milliarden Menschen leben heute schon in Gebieten, die mindestens einen Monat im Jahr kaum Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Und die Klimakrise mit ihren häufigeren Dürreperioden verstärkt diese Entwicklungen massiv.

Wie ist die Wasserverteilung auf der Erde?

Menschen brauchen jeden Tag Wasser. Es wird nicht nur zum Trinken benötigt, sondern auch zum Kochen, Waschen, Kühlen, Heizen sowie für fast jede Produktionsphase der Warenherstellung. Obwohl mehr als 70 Prozent der Erdoberfläche mit Wasser bedeckt sind, sind davon nur circa 3 Prozent Süßwasser. Süßwasser ist sauberes Trinkwasser mit einem hohen Reinheitsgrad und für den menschlichen Gebrauch geeignet. Allerdings steht nur ein Drittel des Süßwassers dem Menschen zur Verfügung, denn der Rest ist als Eis in Form von Gletschern gespeichert oder liegt als fossiles Grundwasser vor.

Daher stellt die Versorgung der Menschheit mit sauberem Trinkwasser ein großes Problem dar – nicht nur in den ärmeren, trockenen Regionen der Welt, sondern weltweit. Auch europäische Länder sind durch den hohen Wasserverbrauch bereits von Wassermangel betroffen. Etwa 80 Prozent der europäischen Süßwassernutzung stammen aus Flüssen und Grundwasser. Diese Quellen sind anfällig für Übernutzung, Umweltverschmutzung und den Klimawandel. Da die Durchschnittstemperaturen auch in Europa klimabedingt weiter ansteigen, droht in vielen Gebieten schon in ein paar Jahrzehnten Wasserknappheit. Länder wie Italien, Spanien und Belgien verbrauchen derzeit jährlich um die 20 Prozent ihrer langfristigen Wasservorräte und leiden dadurch bereits jetzt unter "Wasserstress". Auch in Deutschland macht sich die Grundwasserknappheit vor allem im Sommer in der Landwirtschaft bemerkbar. Weitere aufeinanderfolgende trockene Sommer mit zusätzlich wenig Niederschlag im Winter werden langfristig negative Auswirkungen auf die Wasserverfügbarkeit haben.

Welche Bedeutung hat Wasser im Kampf gegen Epidemien?

Verschmutztes Trinkwasser ist lebensgefährlich. Denn im nicht aufbereiteten Wasser befinden sich oft Bakterien und Krankheitserreger, die vor allem für kleine Kinder, alte und geschwächte Menschen tödlich sein können. In einigen Ländern Afrikas leiden beispielsweise Tausende Menschen an schweren wasserbedingten Krankheiten wie Typhus oder Cholera. Cholera ist die am meisten gefürchtete Erkrankung, die über kontaminiertes Wasser übertragbar ist.

Sauberes Wasser ist für ein starkes Immunsystem und die Gesundheit der Menschen sehr wichtig. Flüssigkeitsmangel (Dehydrierung) führt zu anhaltenden Verstopfungen und Nierenerkrankungen, verringert die Aufnahme von Vitaminen und Mineralien und mindert die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit. Der Körper ist anfälliger für Krankheiten und das Immunsystem kann nicht richtig funktionieren. Wasserknappheit führt dazu, dass Millionen Menschen neben Dehydrierung auch unter mangelnder Hygiene leiden. Hygienemaßnamen und richtige Pflege sind jedoch notwendig, um sich vor Krankheiten zu schützen und deren Ausbreitung zu vermeiden. Im Falle des Coronavirus ist zum Beispiel das regelmäßige Händewaschen essenziell, um die Virusverbreitung einzudämmen. Doch wenn es nicht mal genug Wasser zum Trinken gibt, bleibt auch nichts zum Waschen der Hände übrig.

Warum ist Wasserzugang besonders für Frauen und Mädchen wichtig?

Durch die mangelnde Trinkwassergrundversorgung müssen viele Menschen täglich lange beschwerliche Wege bewältigen, um Wasserquellen zu erreichen. In vielen Ländern sind traditionell Frauen und Mädchen für die tägliche Wasserversorgung der Familie verantwortlich. Der tägliche Aufwand, das saubere Wasser zu beschaffen, nimmt viele Stunden und viel Kraft in Anspruch. Neben weiteren Aufgaben, für die ebenso Frauen und Mädchen verantwortlich sind, bleibt den Mädchen dann oft keine Zeit mehr, zu lernen oder einfach zu spielen.

Außerdem sind Mädchen, die die Möglichkeit haben zur Schule zu gehen, oft gezwungen, während ihrer Periode zu Hause zu bleiben – aus kulturellen Gründen oder weil es in der Schule kaum separate Waschmöglichkeiten für angemessene Menstruationshygiene gibt. Und wenn Waschräume existieren, sind diese häufig weit entfernt und abends unbeleuchtet. Dadurch sind Mädchen öfter Überfällen und sexualisierter Gewalt ausgesetzt.

Warum gibt es den Weltwassertag?

Der Weltwassertag, wird seit 1993 jedes Jahr am 22. März begangen. Mit diesem jährlichen Gedenktag stellen die Vereinten Nationen, die Bedeutung von Süßwasser in den Mittelpunkt.  
Der Weltwassertag würdigt das Wasser und macht auf die 2,1 Milliarden Menschen aufmerksam, die ohne Zugang zu sauberem Wasser leben. Dieser Tag soll darauf aufmerksam machen, Maßnahmen zur Bewältigung der globalen Wasserkrise zu ergreifen. Ein zentraler Schwerpunkt des Weltwassertags ist die Unterstützung der Erreichung des Ziels für nachhaltige Entwicklung, SDG Nr. 6 “Wasser und Sanitärversorgung für alle bis 2030”.  
In jedem Jahr legt der UN-Water – der Koordinierungsmechanismus der Vereinten Nationen für Wasser und Sanitärversorgung ein Schwerpunktthema für fest –  im Jahr 2026 lautet das Thema „Wasser und Geschlechtergleichstellung“.

Quellen

Vereinte Nationen World Water Day | UN-Water

UNESCO Weltwasserbericht