Zwei Frauen an einer Saatmaschine.

Der Bundesstaat Südkordofan liegt im Süden des Sudan. Die Landwirtschaft ist hier für viele Menschen die Lebensgrundlage, doch die äußeren Bedingungen sind hart. Geprägt ist die Region durch die Trockensavanne. Trocken- und Regenperioden wechseln sich zwar ab, allerdings sind diese sehr intensiv. Während der Saatzeit bedeutet dies – vor allem für Frauen – neben dem Haushalt harte körperliche Arbeit auf dem Feld. Nicht selten müssen deshalb auch Kinder mitarbeiten. Zusätzlich machen Konflikte und Klimakatastrophen die Pflanzzeit zu einem unerbittlichen Wettlauf gegen die Zeit.

Simpel und effizient

Doch manchmal braucht es keine komplizierten und langwierigen Lösungen, um ein Problem anzugehen. Durch die Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) stellt CARE über die „Farmer Field and Business School“ (FFBS) Landwirt:innen und Frauengruppen einfache Werkzeuge zum Pflanzen und Jäten zur Verfügung. Die Werkzeuge sind simpel konstruiert, doch sie verringern nicht nur die körperliche Belastung, sondern sparen auch wertvolle Zeit.

Eine Frau steht mit einer Saatmaschine auf einem Feld.
Eine Teilnehmerin sät mit ihrer Pflanzmaschine Erdnüsse aus.
Eine Frau schiebt eine Saatmaschine über ein Feld.
Die neuen Werkzeuge erleichtern die körperliche Arbeit.

Besonders deutlich zeigt sich die Veränderung beim Pflanzvorgang selbst, wie die Landwirtin Hawa erklärt: „Früher haben wir für die Aussaat eines Feldes bis zu acht Stunden gebraucht. Mit der Pflanzmaschine können wir dieselbe Arbeit in etwa zwei Stunden erledigen. Das spart Zeit und verringert die körperliche Belastung enorm.“ 

Diese gesparte Zeit kann sehr wertvoll sein, denn im Sudan sind die Auswirkungen der Klimakrise bereits jetzt zu spüren. Niederschläge werden immer unvorhersehbarer, doch gleichzeitig bleibt Regen die Grundlage, um das Feld überhaupt bewirtschaften zu können. Weil jetzt schneller ausgesät werden kann, können die Landwirt:innen so nach ergiebigen Regenfällen unmittelbar mit der Arbeit beginnen. Sie müssen weniger Angst haben, von neuen Regenfällen überrascht oder nicht schnell genug fertig zu werden, bevor das Feld wieder zu trocken wird. Die Pflanzen haben so einen besseren Start, was die Chance auf eine gute Ernte deutlich erhöht.

Eine Frau schiebt eine Saatmaschine über ein Fekd.

Besonders Frauen spüren die Entlastung

Insbesondere Frauen profitieren von der Entlastung. Viele von ihnen haben nun mehr Zeit und Energie, sich Dingen zu widmen, die sonst zu kurz gekommen waren. „Die ‚Farmer Field and Business Schools‘ haben bei diesem Erfolg eine entscheidende Rolle gespielt. „Durch praktische Vorführungen und den Austausch mit anderen Landwirt:innen konnten die Teilnehmenden die Geräte selbst ausprobieren, sie mit traditionellen Methoden vergleichen und sich aus erster Hand von den Vorteilen überzeugen“, sagte Jerome Olowo, Koordinator des CARE-Programms.

Dieser praxisorientierte Ansatz habe dazu beigetragen, den Einsatz neuer Technologien zu fördern und das Interesse in den Gemeinden zu wecken, erklärte Olowo. Um einen Transformationsprozess anzuschieben, muss das Rad nicht komplett neu erfunden werden, wie sich im Sudan zeigt. Manchmal sind wirkungsvolle Innovationen auch durch einfache Werkzeuge zu erreichen, die auf vorhandenem Wissen aufbauen. Simpel und doch effizient.

Ein Mann schiebt eine Saatmaschine über ein Feld.

Hussain Araban ist stellvertretender Landesdirektor von CARE Sudan. Er fasst zusammen: „Die Stärkung der Landwirte, insbesondere der Frauen, ist einer der wirksamsten Wege, um die Ernährungssicherheit und die Widerstandsfähigkeit in der von Konflikten geprägten Region Südkordofan zu verbessern. Indem wir den Landwirten den Zugang zu geeigneten Technologien, Wissen und Ressourcen ermöglichen, helfen wir ihnen, ihre Produktivität zu steigern und ihre Lebensgrundlagen zu verbessern.“ Der Bedarf und das Interesse an der Unterstützung bleibt auch in Zeiten sinkender finanzieller Mittel enorm. „Wir möchten auch weiterhin abgelegene Gemeinden erreichen und die Menschen in Südkordofan unterstützen“, schließt Araban.

Mit Ihrer Spende tragen Sie dazu bei, dass Landwirt:innen im Sudan mit innovativen Methoden ihre Ernten dauerhaft verbessern können.

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