Bonn, 5. August 2025. Die Hungerkrise im Sudan spitzt sich aufgrund des anhaltenden Konflikts weiter zu: 24,6 Millionen Menschen – mehr als die Hälfte der Bevölkerung – sind akut von Hunger bedroht, für über 600.000 Menschen ist die Ernährungslage sogar lebensbedrohlich. Bereits Ende 2024 waren 3,7 Millionen Kinder unter fünf Jahren von akuter Mangelernährung betroffen. Diese Situation verschärft sich weiter. Mittelkürzungen führen dazu, dass humanitäre Hilfsorganisationen den zunehmenden Bedarf kaum noch bewältigen können, warnt die internationale Hilfsorganisation CARE.

„Kinder, die durch den gewaltsamen Konflikt vertrieben wurde, kommen völlig entkräftet in Ost-Darfur an, ohne Begleitung, hungernd und traumatisiert“, berichtet Abdirahman Ali, CARE-Länderdirektor im Sudan. „Neben der Gewalt und dem beschränkten Zugang für Hilfsorganisationen gefährden massive Mittelkürzungen unsere Arbeit. Hilfsmaßnahmen stehen vor dem Kollaps, der Ernährungssektor ist chronisch unterfinanziert. Viele Kinder erhalten kaum noch lebensrettende Unterstützung. Wenn die Weltgemeinschaft nicht handelt, werden noch mehr Menschen sterben.“

Laut UN-Angaben sind derzeit nur zwölf Prozent der benötigten Mittel für Ernährungshilfe im Sudan gedeckt. Zunehmende Kürzungen zwingen Hilfsorganisationen und lokale Partner dazu, ihre Einsätze in vielen Regionen einzuschränken oder sogar einzustellen. Familien in Not erhalten deshalb weniger Nahrungsmittel und Kinder weniger therapeutische Behandlung gegen schwere Mangelernährung.

Gemeinsam mit lokalen Partnern betreibt CARE im Alnaeem-Vertriebenencamp in Ost-Darfur drei Gemeinschaftsküchen, die 18.000 Menschen – vor allem Frauen und Kinder – mit warmen Mahlzeiten versorgen. Zusätzlich werden Lebensmittelkörbe mit Zucker, Linsen, Öl, Mehl und Salz für einen Monatsbedarf verteilt. Doch ohne ausreichende und verlässliche Finanzierung steht diese Hilfe vor dem Aus.

Gerade aus dem Sudan zurückgekehrt, berichtet Sarah Easter, CARE-Referentin für Nothilfe-Kommunikation: „In den Vertriebenencamps im Sudan überleben die Menschen von Tag zu Tag, von Brot zu Brot, vom Löffel voll Reis zum nächsten. Wer Essen hat, teilt es mit den Nachbar:innen im nächsten Zelt. Sie überleben gemeinsam, oder gar nicht.”

CARE fordert Geberländer und Regierungen auf, ihre Zusagen einzuhalten und die Finanzierung des humanitären Hilfsplans für den Sudan sofort und nachhaltig zu erhöhen.

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