Bonn, 7. Mai 2026. Anlässlich des Muttertags macht CARE Deutschland auf die wachsende Gefährdung von Müttern weltweit aufmerksam: Alle zwei Minuten stirbt eine Frau an Komplikationen während der Schwangerschaft oder Geburt, was rund 260.000 Todesfällen pro Jahr entspricht. Fast zwei Drittel dieser meist vermeidbaren Todesfälle ereignen sich heute in Ländern, die von Krisen oder Konflikten betroffen sind. 70 Prozent davon entfallen auf Subsahara-Afrika. Gleichzeitig kürzen Geberländer zunehmend die Mittel für humanitäre Hilfe, darunter lebensrettende Gesundheitsprogramme, weltweit.
„In Krisen- und Konfliktregionen tragen Frauen ein fünfmal höheres Risiko, Schwangerschaft oder Geburt nicht zu überleben als in Ländern mit funktionierenden Gesundheitssystemen“, sagt Karl-Otto Zentel, Generalsekretär CARE Deutschland. „Der Rückzug großer Geberländer wie der USA und Deutschland sind demnach wortwörtlich fatal. Fehlende finanzielle Mittel bedeuten schon jetzt, dass Gesundheitseinrichtungen geschlossen und mobile Kliniken ihren Betrieb einstellen werden müssen. Fachpersonal wie Hebammen kann nicht ausgebildet werden und lebenswichtige Medikamente sind nicht verfügbar. Unter solchen Bedingungen ist eine Geburt für Frauen und deren Babys lebensgefährlich.“
Konflikt im Sudan: Geburt auf der Flucht
Im Sudan haben rund 1,1 Millionen Frauen und Mädchen keinen Zugang zu Gesundheitsversorgung. Der seit April 2023 andauernde Krieg hat eine der schwersten humanitären Krisen weltweit ausgelöst. Das Gesundheitssystem ist weitgehend zusammengebrochen. Mehr als 4,3 Millionen Frauen und Mädchen wurden innerhalb des Landes vertrieben und Millionen weitere sind in Nachbarländer wie den Südsudan geflohen.
Auch dort ist die Lage höchst kritisch: Laut IPC-Analyse sind rund 7,8 Millionen Menschen, mehr als die Hälfte der Bevölkerung, von einer Ernährungskrise betroffen. Akute Mangelernährung, insbesondere bei Kindern, schwangeren und stillenden Frauen, nimmt in alarmierendem Tempo zu. Schwangere Frauen haben oft keinen sicheren Ort zur Entbindung und erhalten keine Unterstützung bei Komplikationen.
Kürzlich besuchte CARE-Nothilfereporterin Sarah Easter ein CARE-Gesundheitszentrum an der südsudanesisch-sudanesischen Grenze. Dort traf sie Galatia, eine 40-jährige Sudanesin: „Galatia floh hochschwanger durch den Busch und brachte ihre Tochter auf dem Boden einer fremden Hütte zur Welt – ohne Hebamme, ohne sauberes Wasser und gottseidank ohne Komplikationen. Was sie erlebte, ist kein Einzelschicksal. Über eine Million schwangere Frauen fliehen im Sudan vor Bomben und Gewalt, viele bringen ihre Kinder unterwegs zur Welt. Ohne medizinische Versorgung sterben Mütter an Blutungen und Infektionen, die längst behandelbar wären. Einrichtungen wie die von CARE retten täglich Leben. Doch die Finanzierung läuft aus. Und damit steigt die Gefahr, dass Frauen sterben, die eigentlich überleben könnten.“
So hilft CARE: CARE ist in über 100 Ländern im Einsatz und setzt einen besonderen Fokus auf die Unterstützung von Frauen und Mädchen. In Krisenregionen stellt CARE mobile Gesundheitsdienste bereit, unterstützt Geburten medizinisch, bildet Gesundheitspersonal, darunter Hebammen, aus und sorgt für Zugang zu sauberem Wasser und Hygieneartikeln. In akuten Notlagen schafft CARE sichere Räume für Frauen und bietet psychosoziale Unterstützung für Überlebende geschlechtsspezifischer Gewalt.
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Quellen
- UN: Aid cuts threaten fragile progress in ending maternal deaths, UN agencies warn, April 2025
- World Health Organization: Trends in maternal mortality 2000 to 2023, April 2025
- IPC: IPC Global Initiative - Special Brief - Sudan, November 2025















































































































































































































































































































































































































































