
Die Angst, die Anbausaison zu verpassen
„Das Wetter wurde immer heißer. Für uns Bäuerinnen bedeutet das, dass die Regenzeit bald beginnt. Ich hatte Angst, die wichtigste Anbausaison zu verpassen, weil ich kein Saatgut hatte. Wegen des anhaltenden Konflikts waren Saatgut, Dünger, Pestizide und andere landwirtschaftliche Hilfsmittel hier in diesem armen Teil des Sudan kaum noch verfügbar und extrem teuer“, erzählt Amina. Sie lebt in der Region Albassiya im abgelegenen Bundesstaat Süd-Kordofan.
Seit Beginn des Krieges im Sudan im April 2023 ist die Landwirtschaft stark beeinträchtigt. Viele Familien mussten fliehen, Felder konnten nicht mehr bewirtschaftet werden und wichtige Infrastruktur wurde zerstört. Gerade in Süd-Kordofan ist Landwirtschaft jedoch die wichtigste Lebensgrundlage vieler Familien.
Krieg verschärft Hunger und Armut
Durch den Konflikt funktionieren Lieferwege kaum noch. Saatgut und andere wichtige Betriebsmittel erreichen die abgelegene Region nur selten. Was noch erhältlich ist, ist für viele Familien unbezahlbar.
„Durch den Krieg gab es kaum noch Saatgut. Dadurch fielen die Ernten schlechter aus. Viele Familien verloren ihre Lebensgrundlage und litten unter Hunger und noch größerer Armut“, erklärt Jerome Olowo, Koordinator für Lebensgrundlagen und Resilienz bei CARE Sudan.
Besonders schwer trifft die Krise Menschen, die fliehen mussten: „Für uns Bäuerinnen und Bauern, besonders für diejenigen, die vertrieben wurden, war es sehr schwierig, Saatgut und andere Hilfsmittel zu bekommen. Wir fühlten uns hilflos, weil wir Angst hatten, die wichtigste Anbausaison zu verpassen. Dann hätten unsere Familien Hunger leiden müssen“, sagt Hawa, eine vertriebene Bäuerin aus Albassiya.
Jerome Olowo ergänzt: „Die hohe Inflation infolge der Marktstörungen hat zu einem allgemeinen Anstieg der Preise für landwirtschaftliche Hilfsmittel geführt, auch für Saatgut. Die unterbrochenen Lieferketten haben die Situation zusätzlich verschärft. Für viele Bäuerinnen und Bauern ist Saatgut dadurch unerschwinglich geworden.“

1.000 Familien erhalten Saatgut und Schulungen
Mit Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) setzt CARE Sudan das Projekt „Improved Food Security, Livelihoods, and Resilience“ (Verbesserte Ernährungssicherheit, Lebensgrundlagen und Widerstandsfähigkeit) um. Ziel ist es, die Ernährungssicherheit und die Lebensgrundlagen von Geflüchteten, Binnenvertriebenen und aufnehmenden Gemeinden zu stärken.
Trotz der schwierigen Sicherheitslage gelang es CARE, rechtzeitig vor der Hauptanbausaison 2025 insgesamt 1.000 Familien in Süd-Kordofan mit Saatgut zu unterstützen. Darunter sind 591 Haushalte, die von Frauen geführt werden.

Verteilt wurden insgesamt 21 Tonnen Saatgut:
• 8 Tonnen Sorghum (eine Getreideart) der Sorte Wad Ahmed
• 4 Tonnen Sorghum der Sorte Tabat
• 4 Tonnen Hirse
• 5 Tonnen Erdnüsse
Jede Familie erhielt verbessertes Saatgut für Erdnüsse, Sorghum und Hirse. Zusätzlich bekamen alle 1.000 Haushalte sechs Aufbewahrungssäcke, damit sie ihre Ernte nach der Saison sicher lagern können.
„Ich hatte das Glück, verbessertes Saatgut für Erdnüsse, Sorghum und Hirse von CARE Sudan zu erhalten. So konnte ich die Anbausaison noch rechtzeitig nutzen und Nahrung für meine große Familie sichern“, sagt Amina.
Erfolgreicher Start in die neue Saison
Neben der Verteilung des Saatguts schulte CARE die Familien in besseren landwirtschaftlichen Methoden: „Wir haben den Bäuerinnen und Bauern nicht nur Saatgut gegeben, sondern sie auch geschult. Diese Maßnahmen verbessern die Ernährungssicherheit und helfen den Familien, ihre Lebensgrundlagen wieder aufzubauen. Sie können ihre eigenen Lebensmittel anbauen, was sie auch in ihrem Selbstvertrauen stärkt“, sagt Olowo.

Dank der Unterstützung konnten Familien wie die von Amina ihre Felder bereits in der ersten Julihälfte 2025 bestellen, genau zu Beginn der ersten Regenfälle.
Damit haben 1.000 Familien die Chance, in der aktuellen Saison wieder ausreichend Lebensmittel anzubauen. Die Ernten können Hunger lindern und den Familien helfen, wieder eigenes Einkommen zu erwirtschaften.
Die Verteilung wurde durch Unsicherheit und schwierige Zugänge zu den Dörfern verzögert. Trotzdem erreichte die Hilfe die Menschen noch rechtzeitig.
Bitte helfen Sie mit Ihrer Spende, damit noch mehr Bäuerinnen und Bauern im Sudan wieder Hoffnung und eine Zukunft haben.













































