
Bushra ist 30 Tage alt. Ihre Mutter Khadra, 26, hätte die Geburt beinahe nicht überlebt. „Ich war so schwach und unterernährt. Mein Körper hat es nicht ausgehalten, wir wären beide fast gestorben“, sagt Khadra. Doch sie haben überlebt, weil sie Hilfe bekamen. Khadra floh aus ihrer Heimat und lebt in einem Camp 4 km von Dhahar in Somalia entfernt, wo CARE eine Gesundheitseinrichtung betreibt. Die Hebamme Hayat half Khadra dabei, Bushra sicher zur Welt zu bringen. Sie wurde behandelt und betreut. Und nun erhalten sie auch Nachsorge, um sicherzustellen, dass sich Bushra gut entwickelt und Khadra gesund ist. „Diese Gesundheitseinrichtung ist für uns lebenswichtig“, sagt die junge Mutter. „Mein Kind wäre gestorben. Ohne sie hätte ich sie nicht zur Welt bringen können.“

Khadra hat insgesamt fünf Kinder und ist ursprünglich aus Äthiopien geflohen. Sie floh mit ihren Kindern, nachdem ihr Mann sie letztes Jahr verlassen hatte und sie keine Möglichkeit mehr hatte, zu überleben. „Meine Kinder hungerten dort, und ich hatte niemanden mehr, der mir helfen konnte, also sind wir so lange gelaufen, bis wir einen Ort fanden, an dem wir uns ausruhen konnten“, sagt Khadra. Sie wurde mit 14 sehr früh verheiratet und bekam mit 15 ihr erstes Kind. „Ich war noch sehr jung, als meine erste Tochter zur Welt kam. Sie hilft mir jetzt mit dem Baby.“ Ihre älteste Tochter ist heute elf Jahre alt.

Khadra arbeitete früher in Äthiopien als Reinigungskraft und verdiente bis zu 70 US-Dollar im Monat. Doch als sie mit Bushra schwanger wurde, verlor sie diese Arbeit. Jetzt sammelt sie hier in Dhahar Altmetall und verkauft es. „Das ist jetzt unsere einzige Einkommensquelle, und ich verdiene etwa 4 bis 5 US-Dollar pro Woche. Das reicht kaum für eine Mahlzeit am Tag.“ Khadra arbeitet vom frühen Morgen bis zum Abend und sucht nach Metall, das sie verkaufen kann. Am Tag vor der Entbindung arbeitete sie neun Stunden am Stück. „Am vierten Tag nach der Geburt von Bushra habe ich wieder angefangen zu sammeln.“ An den drei Tagen, an denen sie nicht nach arbeitete, während sie mit Bushra in der CARE-Gesundheitseinrichtung war, nahm sie einen Kredit auf, um ihre Kinder zu ernähren.

Jetzt muss sie ihr Baby bei der 11-Jährigen lassen, während sie Metall sucht. „Ich habe keine andere Wahl. Wenn wir Essen und Trinken haben wollen, dann muss ich arbeiten, sonst sterben wir.“ Khadra selbst ist unterernährt und ihr Körper sehr geschwächt, daher hat sie auch keine Milch, um Bushra zu stillen, und ist auf die therapeutische Milch angewiesen, die sie von der CARE-Einrichtung erhält. Doch nicht nur Bushra, sondern auch ihre anderen Kinder sind heute dank des CARE-Gesundheitszentrums gesund. Yonis, 4, und Issra, 2,5, waren noch vor wenigen Monaten schwer unterernährt.

Sie erhielten in der CARE-Einrichtung „Plumpy’Nut“ und wurden dort gegen Fieber und Durchfall behandelt. „Sie waren sehr krank und schwach, und ich wusste nicht, was ich tun sollte, um sie am Leben zu erhalten. Aber die CARE-Gesundheitshelferin kam und erzählte mir von der kostenlosen medizinischen Versorgung, die ich für sie in Anspruch nehmen konnte. Ich war so erleichtert“, sagt Khadra. Beide Kinder sind nun gesund, und das MUAC-Maßband zeigt, dass sie sich im grünen Bereich befinden, was darauf hindeutet, dass keine Unterernährung vorliegt.

Allerdings hatte die CARE-Gesundheitseinrichtung nur noch bis Ende September 2026 Finanzierung. Khadra und den anderen vertriebenen Familien bleiben nur noch wenige Wochen, um hier Hilfe zu suchen. Aufgrund der Kürzungen in der internationalen humanitären Hilfe musste CARE bereits 50 Gesundheitseinrichtungen schließen, und weitere sind in Zukunft von der Schließung bedroht. In Dhahar wurden diese Einrichtung und neun weitere im September geschlossen.

„Wir haben kein Einkommen. Wir haben hier keine Perspektiven. Wir haben keine Unterkunft, kein Wasser und nichts zu essen. Wenn wir dann auch noch keine Medikamente und keine medizinische Versorgung für unsere hungernden Kinder haben, ist ein Leben hier nicht mehr möglich. Ohne diese Gesundheitseinrichtung gibt es kein Leben! Schwangere Frauen wie ich werden ihre Babys nicht sicher zur Welt bringen können. Wenn es diese Unterstützung hier nicht mehr gibt, werden unsere Kinder an Hunger sterben“, sagt Khadra.
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