CARE-Paket damals

Das CARE-Paket

Das CARE-Paket wird 70 Jahre alt!

Hunger, Kälte, Verzweiflung. 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges erscheinen uns diese Worte in Europa weit weg. Doch 1945 herrschte in Europa große Verzweiflung. Auch in Deutschland, dem Staat, der so viel Unheil über den Kontinent und die ganze Welt gebracht hatte.  Am 27. November 1945 gründeten 22 amerikanische Wohlfahrtsverbände die "Cooperative for American Remittances to Europe", kurz C.A.R.E.

Ihr Ziel: Hilfe über ehemalige Feindeslinien hinweg, von Mensch zu Mensch, als ein Zeichen der Völkerverständigung und des Friedens. Es startete eine beispiellose Hilfsaktion: 100 Millionen Pakete wurden in ganz Europa verteilt. Fast zehn Millionen CARE-Pakete mit Lebensmitteln, Kleidung oder Werkzeugen erreichen allein Deutschland. Die Pakete im Wert von 15 US-Dollar ernährten eine Familie für einen Monat und retten damit buchstäblich Leben.

Im November 2015 feierte CARE seinen 70. Geburtstag, am 15. Juli 2016 jährt sich die Lieferung des ersten CARE-Paketes nach Bremerhaven zum 70. Mal. Haben Sie selbst damals ein CARE-Paket erhalten? Wollen Sie Ihre Erinnerungen mit uns teilen

Die Tradition der Hilfe für Menschen in Not jedoch wird weiterhin fortgeschrieben. 70 Jahre später ist CARE eine der weltweit größten Hilfsorganisationen, die in rund 90 Ländern aktiv ist gegen Not und Armut.

Jetzt CARE-Paket packen



Inhalte des CARE-Paketes

Mit CARE-Paketen Freude aufmachen: Doch was war damals eigentlich darin enthalten?

Informieren


Berliner Luftbrücke

Was passierte zu Zeiten der Berliner Luftbrücke und welche Rolle spielte CARE dabei?

Informieren


Zeitzeugen erzählen

Wen erreichten die CARE-Pakete in der Nachkriegszeit? Empfänger teilen Erinnerungen. 

Informieren


Ein Paket mit Geschichte

CARE-Pakete helfen in Not. Doch was ist eigentlich in den Paketen drin, wie hat sich ihr Inhalt über die Jahre verändert? Film ab!

Video starten
Video starten

Damals und heute


Die Berliner Luftbrücke

Ein Zeichen der Menschlichkeit

Am 24. Juni 1948, vier Tage nach der Währungsreform, sperrt die Sowjetunion alle Zufahrtswege nach Berlin. Die Blockade, ein Versuch, ganz Berlin unter sowjetische Kontrolle zu bekommen, dauert bis zum 12. Mai 1949. Aber man hat die Rechnung ohne den Berliner Lebenswillen und die Hilfsbereitschaft von CARE gemacht. Die Amerikaner spenden mehr als je zuvor.

Unter der Devise „Jetzt erst recht!“ richtet General Lucius D. Clay, Militärgouverneur der amerikanischen Besatzungszone, eine Luftbrücke ein. Im Minutentakt landen „Rosinenbomber“, wie die Flugzeuge genannt werden, mit lebenswichtigen Gütern. Von CARE gecharterte Maschinen fliegen mehr als 200.000 CARE-Pakete mit Lebensmitteln in die von jeder Versorgung abgeschnittene Stadt.

CARE trägt in dieser Zeit eine große Verantwortung, denn 60 Prozent der privaten Hilfe für Berlin werden von CARE erbracht. Als einzige private Hilfsorganisation hält CARE während der Blockade die Lieferungen in vollem Umfang aufrecht. Im Durchschnitt werden pro Tag 1.000 Pakete mit Lebensmitteln eingeflogen. Anfang 1949 erreicht die Anzahl der CARE-Pakete eine Rekordhöhe von 30.000 im Monat.

Nach Beendigung der Blockade gibt es weiterhin Versorgungsschwierigkeiten. Die Luftbrücke wird daher noch bis zum 30. September 1949 aufrechterhalten. CARE setzt so seine 1946 begonnene Hilfe für Deutschland und Berlin fort. Von fast zehn Millionen CARE-Paketen, die zwischen 1946 und 1960 nach Deutschland gelangen, erhalten allein die Berliner drei Millionen.

The Last Candy Drop over Berlin

Im Mai 2009 feierte Berlin das Ende der Luftbrücke vor 60 Jahren. CARE dokumentiert die logistische Meisterleistung der Alliierten, lässt Zeitzeugen sprechen und zeigt das Highlight der Feierlichkeiten: den Abwurf von kleinen Schokoladen-CARE-Paketen über dem Flughafen Tempelhof.


Ein Symbol der Hoffnung

 

 

Die ersten CARE-Pakete sind so genannte Ten-in-One-Rationen aus Beständen der US-Armee. Ursprünglich dafür gedacht, während des Zweiten Weltkrieges jeweils zehn Soldaten mit einer Mahlzeit zu versorgen, enthält jedes Paket:

9,8 Pfund Fleisch und Innereien,
6,5 Pfund Cornflakes, Haferflocken und Kekse,
3,6 Pfund Obst und Pudding,
2,3 Pfund Gemüse,
3,9 Pfund Zucker,
1,1 Pfund Kakao-, Kaffee- und anderes Getränkepulver,
0,8 Pfund kondensierte Milch,
0,5 Pfund Butter,
0,4 Pfund Käse,
eine Packung Zigaretten, etwas Kaugummi


Auf verschiedene Bedürfnisse abgestimmt

Im März 1947, als die Bestände an Zehner-Paketen verbraucht sind, beginnt CARE, Pakete zu verschicken, deren Inhalt die Organisation selbst zusammenstellt und packt. Diese sind stärker auf den Bedarf von zivilen Familien als den von Soldaten abgestimmt. Sie enthalten mehr Fleisch, mehr Fett, mehr Kohlenhydrate und andere Bestandteile, um die europäische „Diät“ anzureichern. Der Nährwert dieser Pakete entspricht etwa 40.000 Kilokalorien. Er variiert von Zeit zu Zeit, hat jedoch folgende Grundausstattung:

1 Pfund Rindfleisch in Kraftbrühe,
1 Pfund Steaks und Nieren,
0,5 Pfund Leber,
0,5 Pfund Corned Beef,
0,75 Pfund „Prem“ (Fleisch zum Mittagessen),
0,5 Pfund Speck,
2 Pfund Margarine,
1 Pfund Schweineschmalz,
1 Pfund Aprikosen-Konserven,
1 Pfund Honig,
1 Pfund Rosinen,
1 Pfund Schokolade, 
2 Pfund Zucker,
0,5 Pfund pulverisierte Eier,
2 Pfund Vollmilch-Pulver
2 Pfund Kaffee


Zeitzeugen erzählen

„Den Augenblick, als wir das erste CARE-Paket öffneten, werde ich nie vergessen. Es war nicht nur wie eine riesige, völlig unerwartete Weihnachtsbescherung, sondern ein Blick in eine ‚normale‘ Welt, die wir ganz vergessen hatten. Jahrelang entbehrte Genüsse wie Bohnenkaffee oder Schokolade, aber auch Grundnahrungsmittel wie Zucker, Ei- und Milchpulver. Bis nach der Währungsreform am 21. Juni 1948 gab es nichts dergleichen auf dem freien Markt zu kaufen. Im Schwarzhandel kostete ein Pfund Butter etwa 300 Reichsmark – das war das Monatseinkommen eines Facharbeiters. Ein Teil des Inhalts der vielseitig ausgestatteten Pakete, z.B. der Bohnenkaffee wurde als Tauschmittel für Lebensmittel wie Butter bei Bauern eingesetzt.“ (Dr. iur. Klaus Schaefer)

„Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass diese Hilfe von Mensch zu Mensch, die wir damals durch die CARE-Pakete erfuhren, bis heute fortgeführt wird. Das moderne CARE-Paket enthält vielleicht kein Schmalz mehr, aber die Botschaft bleibt dieselbe.“ (Dr. Hans Feldmeier)

Zeitzeugenbroschüre lesen

70 Jahre CARE-Paket

Am 15. Juli 1946 kam das erste CARE-Paket in Deutschland an. Im Nachkriegsdeutschland sicherte es Tausenden das Überleben. Wie es sich anfühlte ein solches Paket zu erhalten? Im Video erinnert sich Zeitzeugin Gerta Mojert an die riesige Erleichterung, den Geschmack der Schokolade und das Ende des Hungers.

Zeitzeugen gesucht

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 wurden im zerstörten Nachkriegsdeutschland fast zehn Millionen CARE-Pakete mit Lebensmitteln, Kleidung und Werkzeug an die notleidende Bevölkerung verteilt. Gehören Sie zu den tausenden Familien, die so ein lebensrettendes CARE-Paket erhielten? Fragen Sie Ihre Großeltern, fragen Sie Ihre Eltern und Ihre Bekannten, und lassen Sie uns an Ihrer Geschichte teilhaben!

Heute, 70 Jahre später, ist CARE eine der weltweit größten Hilfsorganisationen. Wir möchten unsere Geschichte anhand Ihrer Erinnerungen erzählen und so für zukünftige Generationen erhalten.

Ein Zitat, ein Foto, ein Erinnerungsstück oder Ihre ganze Geschichte – Sie bestimmen, wie viel Sie uns erzählen. Vielleicht besitzen Sie sogar noch etwas aus diesem Paket oder gar das Paket an sich? Wir freuen uns über jeden Beitrag. Wir möchten Ihren Erinnerungen und unserer Geschichte ein Zuhause geben, damit sie nicht in Vergessenheit geraten.

CARE: Freunde in der Not

Irmingard Kruse berichtet, wie ein CARE-Paket 1946 ihr Leben veränderte:

"In den letzten Kriegstagen floh unsere Familie vor den Russen von Swinemünde nach Lübeck. Ich war damals die Jüngste. Trotzdem kann ich mich an vieles noch recht genau erinnern. Vor allem an die Angst.

1946 wurde in Lübeck meine jüngere Schwester geboren. Wir hatten nichts. Irgendwelche Fetzen waren die Windeln. Der Winter war grausam kalt. Im November kam dann das erste Paket aus den USA. Besonders im Gedächtnis ist mir die „Peanutbutter“– noch heute esse ich sie mit besonderem Genuss. Und Schokolade! Die wurde immer stückchenweise verteilt, dass auch ja keiner benachteiligt wurde. Die Weihnachtspakete waren die Krönung in unserer armen Stube. Ziemlich zu Anfang gab es mal für jedes Kind einen eigenen Gummiball in einem Paket. Ich habe ihn rot und glatt und mit einem für mich völlig unbekannten Wohlgeruch nach Gummi in Erinnerung.

Auch Kleidung für uns Kinder war in den Paketen– richtig chic war die, mit bunten Mustern und tollen Schnitten. Wir kannten ja nur die triste Kriegskleidung. In einer Jackentasche fand meine Mutter einen Zettel mit der Anschrift der amerikanischen Spender. Von da an reisten regelmäßig Briefe hin und her über den großen Teich.

1969 haben wir unsere Gönner dann persönlich kennengelernt. Zusammen mit meinen Eltern fuhren sie in unserem Käfer durch die ganze Republik. Aus diesem Besuch entwickelte sich eine Freundschaft, die – inzwischen mit den Kindern beider Familien – bis heute besteht. So verband und verbindet CARE die Menschen. Deshalb war es für mich keine Frage, dass ich für die Hilfsprojekte von CARE gerne spende."

Portraitfoto von Irmgard Kruse

Kontaktieren Sie uns

Sina Klaus, Assistentin Kommunikation und Marketing

Sina Klaus

Assistentin Kommunikation und Marketing

Tel. +49 (0)228 97563 - 30

Fax +49 (0)228 97563 - 51

klaus(at)care.de


Ja, ich werde Förderer!

Ja, ich möchte die CARE eNews!

nach oben