Ein kleines Mädchen wird mit einem Löffel gefüttert.

Hunger bekämpfen

Millionen Menschen weltweit, insbesondere Kleinkinder, sind dem Hunger schutzlos ausgeliefert. Maßnahmen von CARE dienen dazu, diesen nachhaltig zu bekämpfen und Hungersnöten vorzubeugen.

CARE hilft, den Hunger weltweit zu bekämpfen

Die Ernährungssicherheit und der Ernährungszustand der am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen haben sich in den letzten Jahren – und aktuell besonders durch die gesundheitlichen und sozioökonomischen Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie – verschlechtert. CARE verfolgt daher das Ziel, Millionen Menschen weltweit darin zu unterstützen, nachhaltigen Zugang zu einer sicheren Ernährung zu bekommen und die Landwirtschaft an die veränderten Gegebenheiten des Klimawandels anzupassen. Die Stärkung der kleinbäuerlichen Landwirtschaft und das Wissen um nährstoffreiche Ernährung sind dabei zwei der wichtigsten Schritte.

CARE-Maßnahmen gegen Hunger und Hungersnot 

Direkt nach einer Katastrophe verteilt CARE sauberes Trinkwasser und Nothilfe-CARE-Pakete gefüllt mit Getreide, Hülsenfrüchten und Speiseöl an notdürftige Familien. Unterernährte Kinder versorgt CARE mit medizinischer Aufbaunahrung, damit sie schnell wieder zu Kräften kommen und ihr Körper wieder normale Nahrung verträgt. CARE verbessert die Gesundheitsversorgung durch mobile Ärzteteams, die auch den Ernährungsstatus der Kleinkinder überprüfen. Gleichzeitig repariert CARE Brunnen und Wasserquellen, denn sauberes Trinkwasser und Hygiene sind überlebenswichtig.

Zudem führt CARE Schulungen zu wasserschonenden Anbaumethoden durch und hilft mit dürreresistentem Saatgut, Getreidebanken und effizienten Bewässerungssystemen. Neben der Umsetzung von Projekten engagiert sich CARE auch auf politischer Ebene gegenüber Regierungen und der internationalen Gemeinschaft durch Anwärterschaft für mehr Investitionen zum Thema Hunger und Mangelernährung.

811 Mio.
So viele Menschen leiden laut den Vereinten Nationen 2020 an Hunger.
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Was ist Hunger?

Die Rückenansicht einer nigrischen Frau, die einen Wasserkanister auf dem Kopf trägt

Die wichtigsten Fakten im Überblick

Hunger! Das Gefühl kennt jeder. Der Magen knurrt, die Konzentration schwindet und plötzlich geht nichts mehr. In vielen Teilen der Welt ist es nicht mit einem Gang zum Kühlschrank oder Supermarkt getan. Dabei könnte die gesamte Menschheit von den Erträgen des Planeten leben und kein Kind müsste mehr hungern. Die Stärkung der kleinbäuerlichen Landwirtschaft, Wissen um nährstoffreiche Ernährung und fairer Handel sind dafür wichtige Schritte. Und auch Bildung für Kinder ist wichtig, um Hunger zu bekämpfen: Wer in der Schule etwas gelernt hat, kann später einen Beruf ausüben und seine Familie ernähren. Genau da setzt CARE an: Millionen Menschen weltweit sollen Zugang zu einer sicheren Ernährung erhalten und durch Bildungsprogramme ihre Landwirtschaft an den Klimawandel anpassen. Bildung bei Kindern stärken, um Hunger zu bekämpfen, ist die Devise. 

Welche Arten von Hunger gibt es?

Akuter Hunger

Akuter Hunger bezeichnet einen zeitlich begrenzten Zustand der Unterernährung. Im Englischen wird dieser Zustand auch „acute malnutrition“ oder „wasting“ (auf Deutsch: „Auszehrung“) genannt, wobei dabei noch verschiedene Schweregrade unterschieden werden und ob Begleitsymptome wie Wasseransammlungen in Armen und Beinen auftreten.

Häufig sind neben dem Mangel an Nahrung noch Infektionskrankheiten wie Diarrhö oder Cholera der Grund für den akuten Hunger. Die Menschen sehen sehr abgemagert aus – diese Bilder sieht man oft in den Medien im Zusammenhang mit Krisen wie in Syrien, Jemen oder bei Dürrekatastrophen. Allerdings sind auch Menschen davon betroffen, die in stabileren Ländern wie zum Beispiel Laos leben. 

Chronischer Hunger

Chronischer Hunger oder auch „chronische Unterernährung“ betrifft den größten Teil der Hungernden und beschreibt einen dauerhaften Zustand der Unterernährung aufgrund von längerer unzureichender Aufnahme von Nahrung und einseitiger Ernährung.

Untergewicht ist auch eine Form der Unterernährung. Durch beispielsweise einen schlechten Gesundheits- und Ernährungszustand der Mutter während der Schwangerschaft kann es bereits zu einer Unterernährung des Fötus im Mutterleib kommen. Oft hat das Kind dann ein zu geringes Geburtsgewicht. Folgt eine schlechte Ernährung des Kindes in den ersten zwei Lebensjahren, kommt es zu Wachstumsverzögerungen: Die Kinder sehen im Vergleich zu gleichaltrigen, normal entwickelten Kindern kleiner und oft auch jünger aus. Auch die geistige Entwicklung kann darunter leiden. 

Verborgener Hunger

Verborgener Hunger (auf Englisch: „hidden hunger“) bezeichnet einen Zustand, bei dem Menschen zwar ausreichend Kalorien zu sich nehmen, ihnen aber durch einseitige Ernährung oder einem erhöhten Nährstoffbedarf (z.B. während der Schwangerschaft) wichtige Vitamine und Mineralstoffe fehlen.

Oft sieht man den Betroffenen einen Mikronährstoffmangel nicht an. Das ist bedenklich – manche Defizite führen zu einer größeren Infektionsanfälligkeit bis hin zum Tod. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass weltweit zwei Milliarden Menschen von verborgenem Hunger betroffen sind. Auch in Deutschland leiden viele Menschen darunter: Vor allem Mädchen und Frauen haben oft mit Eisenmangel zu kämpfen.

Fragen & Antworten zu Hungersnot

Hunger ohne Hungersnot – geht das?

Ja. Auch wenn wir im Alltag von einer Hungersnot sprechen, sobald Menschen zu wenig zu essen haben – technisch korrekt dürfen wir den Begriff „Hungersnot“ erst verwenden, wenn bestimmte messbare Kriterien erfüllt sind. Auch wenn offiziell noch keine Hungersnot erklärt wurde, können Menschen hungern. Das ist zum Beispiel gerade im Jemen der Fall, wo 14 Millionen Menschen akut vom Hungertod bedroht sind.

Wann spricht man denn nun von einer Hungersnot?

Die Hungersnot ist die letzte und damit schwerste Stufe auf einer fünfstufigen Skala. Offiziell erklärt werden kann eine Hungersnot nur von den Vereinten Nationen oder der jeweiligen Landesregierung. Dazu müssen jedoch verschiedene Kriterien erfüllt sein, damit niemand die Erklärung einer Hungersnot für politische Zwecke nutzen kann und die Situation in verschiedenen Ländern international vergleichbar ist.

Folgende Kriterien beschreiben eine Hungersnot:

  • Die Unterernährungsrate bei Kindern liegt höher als 30 Prozent.
  • Jeden Tag sterben mehr als zwei von 10.000 Menschen.
  • Mindestens jedem fünften Haushalt fehlen nahezu alle Lebensmittel.

Handeln müssen die Helfer:innen aber schon vorher: Denn auch bei der dritten und vierten Stufe („Krise“ und „Notfall“) leiden die Betroffenen Hunger und benötigen dringend Hilfe. In der Vergangenheit, etwa während der großen Dürre in Somalia 2011, starben die meisten Menschen bereits vor der offiziellen Ausrufung einer Hungersnot.

Wann wurde zuletzt eine Hungersnot erklärt?

Der Jemen steht seit drei Jahren am Rande einer Hungersnot. Auch wenn es die offiziellen Zahlen noch nicht zulassen, eine Hungersnot zu erklären, ist klar: 2019 befanden sich 17 Millionen Menschen in der dritten oder sogar vierten Stufe des Hungers, brauchen also dringend Hilfe. Davor erklärten die Vereinten Nationen zuletzt 2017 eine Hungersnot in zwei Bundesstaaten des Südsudan. Den meisten Menschen brachte diese Einstufung aber nichts mehr, viele Hungerleidende waren bereits gestorben oder starben in anderen Bundesstaaten, in denen nie eine Hungersnot erklärt wurde. Leider findet Hunger oft erst mit der offiziellen Ausrufung einer Hungersnot die notwendige Aufmerksamkeit von Regierungen, Medien und Spender:innen – wenn es für viele Menschen bereits zu spät ist. 

Verbreitung von Hunger

Laut der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen litten 2019 schätzungsweise 690 Millionen Menschen an Hunger. Geographisch gesehen ist Afrika am meisten betroffen: 19 Prozent der Bevölkerung sind unterernährt. Die Situation in vielen Regionen des Kontinents hat sich in den letzten Jahren stark verschlimmert. Länder südlich der Sahara wie Malawi, Sambia, Mosambik und Äthiopien in Ostafrika tauchen in diesen traurigen Statistiken noch immer auf. Auch Südasien und Südostasien sind stark von chronischem und akutem Hunger und Unterernährung betroffen, besonders in Ländern wie Laos und Kambodscha. Zumeist sind die Ärmsten der Armen von Hunger und Formen von Fehlernährung betroffen. 

Meldungen über akuten Hunger und/oder bevorstehende Hungersnöte kommen jedoch auch aus Krisengebieten wie dem Jemen oder Syrien. Nach der Flutkatastrophe in Mosambik, Malawi und Simbabwe benötigen noch immer tausende Menschen dringend Nahrungsmittelhilfe. Die Coronavirus-Pandemie beeinflusst die globalen Ernährungssysteme – von der Produktion, der Verteilung bis hin zum Konsum von Nahrung. Bereits jetzt sind negative Auswirkungen der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie festzustellen. 

Maßnahmenbeispiele gegen Hunger in CARE-Projektländern 

Eine Frau in Nepal pflanzt von CARE bereitgestellte Gemüsesamen auf ihrem Feld

Hunger stoppen

In Krisen- oder Katastrophensituationen wie nach dem Erdbeben in Nepal leistet CARE Nahrungsmittelhilfe und rettet hunderttausende Menschenleben vor der Hungerkrise.

CARE-Hilfe in Nepal

Eine lächelnde Frau hält ein Kind auf dem Arm

Ohne Nahrung keine Entwicklung

Bekommen Kinder nicht genug zu essen, bleiben Gesundheit, Bildung und späteres Einkommen aus. Im Südsudan bekämpft CARE Unterernährung und Hunger bei Kindern.

CARE-Hilfe in Südsudan

Ein kleiner Junge sitzt auf einem Feld in Peru und hält Stroh in den Händen

Nachhaltige Landwirtschaft

CARE hilft Bäuerinnen und Bauern, sich von Hunger und Armut zu befreien. In Peru unterstützen CARE-Helfer:innen Familien beim Anlegen von Gemüsegärten und Fischteichen und bei der Kleinviehzucht.

CARE-Hilfe in Peru

Mutter mit zwei Kindern im Jemen.

Wettlauf gegen die Zeit

Seit sechs Jahren leiden weite Teile der Bevölkerung des Jemens aufgrund des Krieges Hunger. 82 Prozent der Bevölkerung sind inzwischen auf humanitäre Hilfe angewiesen.

CARE-Hilfe im Jemen

Ursachen von Hunger

Portrait einer ernst guckenden Frau in Burundi

Welche Ursachen von Hunger gibt es?

Alle unterschiedlichen Arten von Hunger haben genauso viele unterschiedliche Ursachen. Sie alle sind vielfältig und komplex: Naturkatastrophen wie Überschwemmungen oder Dürren sowie Heuschreckenplagen zerstören Ernten und damit die Existenzgrundlage von Kleinbäuerinnen und -bauern. Armut führt dazu, dass Menschen hungern, weil sie sich nicht genügend Lebensmittel leisten können. Doch auch politische Konflikte und Kriege können Ursachen für akuten Hunger und Unterernährung sein.

Mehr zu Hunger-Ursachen

Welche Folgen hat Hunger?

Hunger ist tödlich. Hunger kann insbesondere in Kombination mit Infektionskrankheiten wie Lungenentzündungen oder auch Malaria zum Tod führen. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind 45% der Todesfälle bei Kindern unter fünf Jahren auf Unterernährung zurückzuführen. Diejenigen, die nicht daran sterben, müssen oft mit lebenslangen Folgen für ihre Gesundheit leben. Es gibt Untersuchungen dazu, dass vor allem die ersten 1.000 Tage im Leben eines Menschen – von der Empfängnis im Mutterleib bis zum 2. Lebensjahr – entscheidend für die geistige und körperliche Entwicklung sind.

Mutter und Kind müssen optimal mit Nährstoffen versorgt werden, um Unter- und Mangelernährung zu verhindern. Deshalb zielen sehr viele Projekte von CARE auf eine Verbesserung der Ernährung von Mutter und Kind in diesem kritischen Zeitfenster ab. Eine weitere, nicht zu unterschätzende Folge: Wenn ein Großteil der Bevölkerung an akutem oder chronischem Hunger leidet, dann gibt es wenig Menschen, die voll leistungsfähig sind und zur Entwicklung des Landes beitragen können. 

Jetzt helfen

Wie kann ich Hunger bekämpfen?

Ein CARE-Paket mit Lebensmitteln

Spenden gegen Hunger

Ende 2020 schätzten die Vereinten Nationen, dass 270 Millionen Menschen weltweit entweder stark von Hunger bedroht sind oder bereits von akutem Hunger betroffen. Schon jetzt trifft dies für 174 Millionen Menschen in 58 Ländern zu. Viele von ihnen sind in Gefahr, an Nahrungsmangel oder der Schwächung ihres Immunsystems zu sterben. Mit Ihrer Spenden gegen Hunger investieren Sie in Projekte im Bereich Ernährung und Nahrungsmittelsicherheit und helfen damit, Hungersnöte zu verhindern und Menschenleben zu retten.

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Mehrere Kleinbäuerinnen und Kleinbauern stehen vor ihrer Gemüseernte

Nahrungsmittelverschwendung vermeiden

Laut der Welternährungsorganisation wird ein Drittel der produzierten Lebensmittel weltweit weggeschmissen. Das ist katastrophal – besonders angesichts der Tatsache, dass so viele Menschen auf der Welt hungern. Wir können alle etwas tun, um weniger Lebensmittel zu verschwenden, zum Beispiel gezielter und in kleineren Mengen einkaufen. 

In den Ländern des Globalen Südens liegt das Problem eher darin, dass Nahrungsmittel wegen schlechter oder mangelnder Lagermöglichkeiten verfaulen und weggeschmissen werden müssen.

Hunger während der Corona-Pandemie

Schon vor der COVID-19-Pandemie hatte ein Viertel der Weltbevölkerung keinen gesicherten Zugang zu Nahrung. Zu Beginn des Jahres 2020 litten 690 Millionen Menschen Hunger oder waren unterernährt. Seit Beginn der Coronakrise ist die Zahl der Hungernden weltweit bereits stark angestiegen – in Mittel- und Südamerika hat sich zum Beispiel verdreifacht – und sie wird in den nächsten Jahren weiter in die Höhe gehen.

Besonders Frauen und Mädchen haben unter diesem Anstieg zu leiden. Frauen produzieren zwar einen Großteil der Nahrungsmittel, doch ihre Bedürfnisse werden besonders nach Naturkatastrophen, im Krieg und in Krisen häufig vernachlässigt. Darüber hinaus gilt leider: Schon jetzt leiden vor allem Frauen unter den Folgen der Pandemie.

CARE-Hilfe für Frauen

Eine neue Studie von CARE hat 73 globale Berichte untersucht, die Lösungen für die Hungerpandemie bieten. In 34 dieser 73 Berichte internationaler Geldgeber und politischer Entscheidungsträger werden Frauen nicht erwähnt, keiner der Berichte geht auf die Unterschiede der Erfahrungen von Frauen und Männern ein. Doch laut Expert:innen könnten pro Jahr 150 Millionen Menschen mehr ernährt werden, wenn Frauen den gleichen Zugang zu Ressourcen und Informationen hätten wie Männer. 

Die Studie von CARE zeigt die Benachteiligung von Frauen auf, enthält aber vor allem zahlreiche Beispiele aus unterschiedlichen Ländern für die Anpassungsfähigkeit und Kreativität von Frauen während der COVID-19-Pandemie und schlägt Lösungen für ihre aktive Beteiligung an Entscheidungsprozessen im Kampf gegen den Hunger vor.

Studie lesen

Wir brauchen mehr Nahrungssicherheit 

Eine Frau und ein Mann stehen in einem Maisfeld in Simbabwe

CARE-Studie „Cultivating Equality“

Solange das globale Nahrungssystem ungerecht bleibt, wird der Klimawandel noch stärker zum Hunger in der Welt beitragen. Während Frauen und Mädchen in Ländern des Globalen Südens fast die Hälfte aller Kleinbäuerinnen und -bauern ausmachen, besitzen nur 15 Prozent von ihnen Land. Ihr eingeschränkter Zugang zu Technologien, finanziellen Ressourcen und Land zeigt die ungerechte Verteilung und begrenzt zugleich die landwirtschaftliche Produktivität. In der CARE-Studie „Cultivating Equality“ erfahren Sie mehr über Ergebnisse des Berichts und Empfehlungen von CARE für ein gerechteres Nahrungssystem.

Kurzfassung der Studie (englisch)

Vollständige Studie (englisch)