Elf Jahre Krieg, grassierende Armut, COVID-19, Dürre und Vertreibung

Die Vertreibung der syrischen Bevölkerung ist die schlimmste seit dem Zweiten Weltkrieg: 13 Millionen Menschen sind aus ihrer Heimat geflohen. 80 Prozent aller Geflüchteten sind Frauen und Kinder – sie leiden besonders unter den Auswirkungen des blutigen Konfliktes. Eine CARE-Analyse aus Syrien liefert schockierende Zahlen: Neun von zehn Menschen in Syrien leben unter der Armutsgrenze. Hinzu kommt, dass die Menschen in Syrien derzeit eine der schlimmsten Dürren der letzten Jahre erleben. Nahezu 70 Prozent der Bevölkerung hat nicht genug zu essen, fast eine halbe Million Kinder sind mangelernährt. ​​​​​14 Millionen Menschen benötigen dringend humanitäre Hilfe.

Während die Wirtschaft in Syrien zu kollabieren droht, rückt auch die Bildung immer mehr in den Hintergrund. Jedes zweite Kind in Syrien kann nicht zur Schule gehen.

„Heute 11-jährige Kinder kennen nur Krieg und haben noch nie einen Fuß in ein Klassenzimmer setzen können. Eine ganze Generation verpasst die Chance, Kind zu sein, zu lernen und zu wachsen.“, berichtet Karl-Otto Zentel, Generalsekretär von CARE Deutschland.

CARE ist seit 2013 in Syrien tätig und hat seit Beginn der Krise mehr als 7,2 Millionen Menschen erreicht. CARE arbeitet mit lokalen syrischen Partnern im ganzen Land zusammen und leistet sowohl Nothilfe als auch längerfristige Unterstützung. Unter anderem hilft CARE Menschen auf der Flucht durch die Bereitsstellung von Unterkünften, sanitären Einrichtungen und sauberem Wasser sowie die Verteilung von Bargeld, Nahrungsmitteln, Kleidung und Haushalts- und Hygieneutensilien.

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Kinder stehen in einem Flüchtlingscamp in Syrien im Kreis und halten sich an den Händen.

11 Jahre voller Konflikte. 11 Jahre verlorene Kindheit.

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Die CARE-Hilfe in Syrien auf einen Blick

Zivilisten fliegen auf einem vollbepackten Wagen vor der Gewalt in Idlib

Überlebenshilfe für Vertriebene

In Syrien konnte CARE seit Beginn des Konfliktes mehr als sechs Millionen Menschen helfen – mit Nahrungsmitteln, sauberem Trinkwasser, mit Hygiene-CARE-Paketen, mit Winter-CARE-Paketen sowie medizinischer Unterstützung. CARE sichert das Überleben von syrischen Familien auf der Flucht in Syrien selbst, in Jordanien, im Libanon, in Ägypten, der Türkei, im Irak, auf den Fluchtrouten durch den Balkan und auch in Deutschland mit dem Integrationsprojekt KIWI.

Nach den Luftangriffen auf Idlib und West-Aleppo Ende 2019 erreichte CARE in Nordwestsyrien über 225.000 Vertriebene mit Notunterkünften und Überlebenspaketen für Familien. Diese enthalten die wichtigsten Hilfsgüter, wie z.B. Decken, Matten und Kochutensilien. Wir organisieren außerdem die Verteilung von Hygienepaketen mit Seife und Entkeimungsmitteln sowie die Bereitstellung von Trinkwasser.

Die Freiwillige Nour schult Kinder in Coronamaßnahmen

Coronahilfe und medizinische Versorgung

Mit Beginn der Coronapandemie hat CARE seine Nothilfe in den Bereichen Wasser und Hygiene soweit wie möglich ausgeweitet. CARE hat für Mitarbeiter:innen, Partnerorganisationen sowie für den Einsatz in der Bevölkerung Schulungs-, Aufklärungs- und Kampagnenmaterialien zu Corona und den wichtigsten Schutz- und Verhaltensregeln entwickelt und setzt diese aktuell in allen laufenden Projekten ein.

CARE startet ein großes medizinisches Hilfsprogramm gemeinsam mit der lokalen Partnerorganisation Violet Syria. Schwerpunkte der gemeinsamen medizinischen Hilfe in Nordwestsyrien sind aktuell die Aufrechterhaltung und der Betrieb einer großen Mutter-Kind-Klinik und eines Ambulanz-Transportsystems, die Aus- und Weiterbildung lokaler Hebammen und Sanitäter:innen sowie der Aufbau zweier zusätzlicher Gesundheitsstationen.

Samah hilft Babys, in Syrien zu überleben

Kholud – Ein Mädchen so alt wie der Krieg

Die Familie der kleinen Kholud floh vor den Kämpfen in ihrem Geburtsort Homs nach Idlib. Doch auch dort holten sie die Bomben ein. Das Tragischste ist: Kholud kennt mit ihren 11 Jahren nichts anderes als Krieg. Im April 2011 wurde sie geboren, einen Monat, nachdem die Unruhen in Syrien begannen. „Wenn ich erwachsen bin, will ich Ärztin werden, und all den armen Menschen in Syrien helfen“, erklärt Kholud und fügt an: „Ich wünsche mir Frieden. Ich glaube Frieden ist, wenn man wieder nach Hause gehen kann. Wenn man keine Kampflugzeuge am Himmel hört und immer glücklich ist.“

Kholud guckt ernst in die Kamera