13 Jahre Krieg, grassierende Armut und Vertreibung

Die Vertreibung der syrischen Bevölkerung ist die schlimmste seit dem Zweiten Weltkrieg: Über 12 Millionen Menschen sind aus ihrer Heimat geflohen. 80 Prozent aller Geflüchteten sind Frauen und Kinder – sie leiden besonders unter den Auswirkungen des blutigen Konfliktes. Eine CARE-Analyse aus Syrien liefert schockierende Zahlen: Neun von zehn Menschen in Syrien leben unter der Armutsgrenze. Hinzu kommt, dass die Menschen in Syrien derzeit eine der schlimmsten Dürren der letzten Jahre erleben. Nahezu 70 Prozent der Bevölkerung hat nicht genug zu essen, fast eine halbe Million Kinder sind mangelernährt. ​​​​​Über 15 Millionen Menschen benötigen dringend humanitäre Hilfe.

Im Februar 2023 erschütterten gleich zwei heftige Erdbeben den Nordwesten Syriens. Tausende Menschen sind ums Leben gekommen, ganze Ortschaften wurden verwüstet. Im Erdbebengebiet verschlechterte sich die Lage rasant und ist noch immer dramatisch. Mehr als 60 Prozent der 4,6 Millionen Einwohner:innen im Nordwesten Syriens sind bereits Binnenvertriebene und haben alles verloren. Für sie ist es besonders schwierig, diese Krise zu bewältigen, doch unsere Teams stehen ihnen zur Seite.

CARE ist seit 2013 in Syrien tätig und hat seit Beginn des Bürgerkrieges mehr als 7,2 Millionen Menschen erreicht. CARE arbeitet mit lokalen syrischen Partnern im ganzen Land zusammen und leistet sowohl Nothilfe als auch längerfristige Unterstützung. Unter anderem hilft CARE Menschen auf der Flucht durch die Bereitstellung von Unterkünften, sanitären Einrichtungen und sauberem Wasser sowie die Verteilung von Bargeld, Nahrungsmitteln, Kleidung und Haushalts- und Hygieneutensilien.

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6 Monate nach dem Erdbeben: So hilft CARE

Kinder stehen in einem Flüchtlingscamp in Syrien im Kreis und halten sich an den Händen.

13 Jahre voller Konflikte. 13 Jahre verlorene Kindheit.

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Die CARE-Hilfe in Syrien auf einen Blick

Zivilisten fliegen auf einem vollbepackten Wagen vor der Gewalt in Idlib

Überlebenshilfe für Vertriebene

In Syrien konnte CARE seit Beginn des Konfliktes mehr als sieben Millionen Menschen helfen – mit Nahrungsmitteln, sauberem Trinkwasser, mit Hygiene-CARE-Paketen, mit Winter-CARE-Paketen sowie medizinischer Unterstützung. CARE sichert das Überleben von syrischen Familien auf der Flucht in Syrien selbst, in Jordanien, im Libanon, in Ägypten, der Türkei, im Irak, auf den Fluchtrouten durch den Balkan und auch in Deutschland mit dem Integrationsprojekt KIWI.

In Nordwestsyrien erreichte CARE über 225.000 Vertriebene mit Notunterkünften und Überlebenspaketen für Familien. Diese enthalten die wichtigsten Hilfsgüter, wie z.B. Decken, Matten und Kochutensilien. Wir organisieren außerdem die Verteilung von Hygienepaketen mit Seife und Entkeimungsmitteln sowie die Bereitstellung von Trinkwasser.

Ein Zahnarzt untersucht einen Jungen.

Ausbau der medizinischen Versorgung

Als Reaktion auf die Corona-Pandemie hatte CARE seine Nothilfe in den Bereichen Wasser und Hygiene stark ausgeweitet. Für Mitarbeiter:innen, Partnerorganisationen sowie für den Einsatz in der Bevölkerung wurden Schulungs-, Aufklärungs- und Kampagnenmaterialien zu Corona und den wichtigsten Schutz- und Verhaltensregeln entwickelt und von CARE in allen laufenden Prrojekten eingesetzt.

CARE startete ein großes medizinisches Hilfsprogramm gemeinsam mit der lokalen Partnerorganisation Violet Syria. Schwerpunkte der gemeinsamen medizinischen Hilfe in Nordwestsyrien waren und sind nach wie vor der Betrieb einer großen Mutter-Kind-Klinik und eines ambulanten Transportsystems, die Aus- und Weiterbildung lokaler Hebammen und Sanitäter:innen sowie der Aufbau zweier zusätzlicher Gesundheitsstationen.

Aktuell richtet sich unser Fokus auf die gemeldeten Cholera-Ausbrüche in verschiedenen Teilen des Landes. Dazu werden Wasser-, Sanitär- und Hygienemaßnahmen durchgeführt. 

Samah hilft Babys, in Syrien zu überleben

Kholud – Ein Mädchen so alt wie der Krieg

Die Familie der kleinen Kholud floh vor den Kämpfen in ihrem Geburtsort Homs nach Idlib. Doch auch dort holten sie die Bomben ein. Das Tragischste ist: Kholud kennt mit ihren 13 Jahren nichts anderes als Krieg. Im April 2011 wurde sie geboren, einen Monat, nachdem die Unruhen in Syrien begannen. „Wenn ich erwachsen bin, will ich Ärztin werden, und all den armen Menschen in Syrien helfen“, erklärt Kholud und fügt an: „Ich wünsche mir Frieden. Ich glaube Frieden ist, wenn man wieder nach Hause gehen kann. Wenn man keine Kampflugzeuge am Himmel hört und immer glücklich ist.“

Kholud guckt ernst in die Kamera