Spenden für den Jemen: Hunger und Gewalt bedrohen Millionen Menschen

82 Prozent der Bevölkerung des Jemen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen, Millionen Menschen fehlt der Zugang zu Nahrung, Wasser, Bildung und medizinischer Versorgung. „Schlimmer als jetzt kann es kaum werden“, berichten unsere Teams im Jemen. „Dieses wunderschöne Land wurde durch einen jahrelangen Krieg und den wirtschaftlichen Zusammenbruch zerstört. Zehn Millionen Menschen sind von einer Hungersnot bedroht, die Hälfte der Gesundheitsdienste funktioniert nicht und jeden Tag fallen Bomben.“

CARE ist eine der wenigen Hilfsorganisationen, die weiterhin vor Ort lebensrettende Hilfe leisten und unter schwierigsten Bedingungen Leben retten. Wir unterstützen Familien mit Lebensmitteln und Bargeld und stellen sauberes Wasser bereit.

Auch hochinfiziöse Krankheiten wie Corona und Cholera stellen eine große Gefahr dar, weshalb Hygienemaßnahmen elementar sind. Vorsorge und der Schutz der Bevölkerung im Jemen vor einer Ansteckung sind aufgrund des zusammengebrochenen Gesundheitssysstems die einzige Chance, ihr Leben zu retten.

Ihre Spende hilft uns, diese wichtige Hilfe auszubauen.

Die CARE-Hilfe im Jemen auf einen Blick

Zwei Mädchen hocken an einer Wasserstelle und befüllen Kanister.

Verbesserung der Wasser-, Gesundheits- und Hygieneversorgung

Nur etwa die Hälfte aller Menschen im Jemen hat Zugang zu sauberem Wasser. Die anhaltenden Kämpfe haben vielerorts die Wasser- und Abwasserinfrastruktur zerstört. CARE setzt Trinkwasser- und Verteilungssysteme sowie Latrinen und Wasserlöcher instand, schult Freiwillige in der Wartung der Anlagen und in der Müllbeseitigung. CARE-Helfer:innen bilden Hygieneberater:innen aus, um die Risiken für die Ansteckungen mit Krankheiten wie COVID-19 und Cholera zu minimieren, und stellen Gesichtsmasken, Handdesinfektionsmittel, Seife und Seifenpulver, Wasserkanister und Wasserreinigungstabletten zur Verfügung.

Ein Mädchen blickt lächelnd in die Kamera.

Bildung für Jemens Kinder und Jugendliche

Über zwei Millionen Kinder gehen nicht in die Schule. Damit nicht eine ganze Generation Kinder verloren geht, setzt sich CARE dafür ein, dass Bildung – und damit ein Stück Normalität – auch in Krisensituationen möglich ist. Wir statten Schulen mit Schulbüchern aus, sanieren Gebäude und statten sie mit Tischen, Stühlen und wichtigen Unterrichtsmaterialien aus. Zudem leistet CARE Aufklärungsarbeit, damit Eltern wissen, wie wichtig der Schulbesuch ihrer Kinder für deren Entwicklung und Zukunft ist. Damit auch Jugendliche und junge Erwachsene lernen und sich für Jobs qualifizieren können, saniert CARE Berufsbildungszentren und entwickelt Trainingsmodule für wichtige Wirtschafts- und Berufszweige wie Marketing, Elektrotechnik, Solarenergie, Automechanik und IT.

Eine Frau sitzt mit zwei Kindern auf dem Schoß vor einer Wand und sieht traurig aus.

Psychosoziale Unterstützung und Hilfe für Betroffene von Gewalt

Jahre des Krieges, Armut und Hunger gehen nicht spurlos an den Menschen vorbei. Unsichtbare Wunden belasten vor allem auch Kinder. CARE bildet Lehrer:innen darin aus, Kinder mit psychosozialer Hilfe zu unterstützen. Ziel ist es, dass sie in ihrem Umfeld eine:n Ansprechpartner:in für ihre Sorgen und Ängste haben und beim Lernen und Spielen einfach Kind sein können. Gerade in Kriegs- und Krisensituationen werden oft auch die Bedürfnisse von Mädchen und Frauen nicht berücksichtigt, die von sexualisierten Übergriffen und Gewalt betroffen sind. Um sie besser zu schützen, führt CARE Informationskampagnen zu häuslicher Gewalt und zu Frauenrechten durch.

Ein kleines Mädchen guckt ernst und hält Geldscheine in der Hand

Überlebens- und Fluthilfe im Jemen

Viele Männer und Frauen haben durch den Krieg, die Wirtschaftskrise und nun auch die COVID-19-Beschränkungen ihre Lebensgrundlage verloren. CARE unterstützt Menschen mit überbrückenden Bargeldhilfen, damit sie zumindest die Grundbedürfnisse ihrer Familien decken können. Unsere Erfahrung im Jemen und in anderen Krisenregionen dieser Welt zeigt, dass diese Art der Hilfen besonders wirksam und effizient sind. Auch in Al-Mahwit, wo Überschwemmungen und Erdrutsche Zehntausenden Menschen die Lebensgrundlage genommen haben, half CARE schnell und unbürokratisch.

82%
der Bevölkerung des Jemen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen!
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Eine Frau trägt Gestrüpp auf dem Kopf und lächelt

CARE-Hilfe vor Ort: Eindrücke aus dem Jemen

CARE-Hilfe im Jemen: Drei Ziegen für Yahya

Yahya lebt mit seiner Frau und fünf Kindern in einem kleinen, einfachen Haus in Bani Zawahi. Das Dorf des 40-jährigen Vaters zählt zu den ärmsten Gemeinden im Nordwesten des Jemen. Mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes schenkte CARE 1.000 bedürftigen Familien je drei trächtige Ziegen und etwas Geld für Futter. So können sich die Familien selbst eine Existenz aufbauen. CARE-Helfer Khalid Azubiri hat mit Yahya gesprochen:

Welche Folgen hat der Krieg für Deine Familie?

Das wenige Einkommen ist gerade die größte Herausforderung. Vor dem Krieg war ich Tagelöhner und konnte selbst für meine Familie sorgen. Wegen des Krieges ist es für mich schwierig geworden, eine Arbeit zu finden. Ich arbeite unregelmäßig, manchmal nur ein oder zwei Tage in der Woche. Das reicht nicht, um meine Familie zu ernähren.

Was hast Du von CARE bekommen?

CARE ist in den schwierigsten Momenten unseres Lebens zu uns gekommen und hat uns neue Hoffnung geschenkt. Ich habe schon lange von einer Ziege geträumt und jetzt habe ich sogar drei Ziegen geschenkt bekommen. Ich hatte nicht erwartet, dass ich diese Hilfe erhalte. Zum ersten Mal in meinem Leben werde ich von einer Hilfsorganisation unterstützt.

Wie werden Dir die Ziegen in Zukunft helfen?

Ich hoffe, dass wir mit den Ziegen bald Geld verdienen. Eine der Ziegen hat letzte Woche schon geworfen, die anderen beiden erwarten Junge. Die Milch kann ich verkaufen oder meinen Kindern geben. In Zukunft sind wir nicht nur auf meine Arbeit angewiesen. Und mit dem Bargeld, das wir bekommen haben, kann ich schon jetzt Essen und andere Dinge kaufen, die wir dringend brauchen.

Wirst Du die Ziegen verkaufen?

Nein. Sie sollen erst einmal weitere Junge bekommen, denn wenn ich sie jetzt schon verkaufe, habe ich anschließend wieder nichts. So eine Gelegenheit bekomme ich nicht nochmal.

CARE fördert Hilfe zur Selbsthilfe

Coronavirus in der schwersten humanitären Krise der Welt