Eine bessere Mutter-Kind-Gesundheit mit CARE

Alle 11 Sekunden stirbt auf der Welt ein neugeborenes Baby oder eine Schwangere – insgesamt 800 schwangere oder gebärende Frauen täglich. Der häufigste Grund: unbehandelte Komplikationen in der Schwangerschaft oder bei der Geburt aufgrund eines mangelnden Zugangs zu einer entsprechenden Gesundheitsversorgung. In Ländern südlich der Sahara und in Südasien ist die Sterblichkeit bei Müttern und Neugeborenen am höchsten.

CARE arbeitet gemeinsam mit lokalen Partnern in 51 Ländern für eine bessere Mutter-Kind-Gesundheit durch den Ausbau von Geburtskliniken sowie die Aus- und Weiterbildung von Hebammen und anderem medizinischen Personal. In unseren Projekten werden vor allem die Rechte von Schwangeren und gebärenden Frauen gestärkt. CARE konnte so schon in vielen Regionen durch einfache Maßnahmen das Leben von Babys und ihren Müttern retten.

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Geburt im Krieg: Tatianas dramatische Flucht

„Ich wollte nicht gehen, aber um uns herum wurde gekämpft und geschossen“, berichtet Tatiana, über den Tag, an dem ihre Familie aus Tschernihiw im Nordosten der Ukraine floh. Zu diesem Zeitpunkt war Tatiana im neunten Monat schwanger. 

In einer kleinen Stadt außerhalb von Kiew fanden sie ein Krankenhaus. Alle Patient:innen hatten es bereits verlassen, aber ein kleines Team von Ärzt:innen und Krankenschwestern war noch da. „Ich war allein in einem dunklen Raum. Der Luftalarm und die Explosionen machten mir große Angst. Jedes Mal, wenn sich eine Tür schloss, dachte ich, dass jemand schießt“, fährt Tatiana fort. In diesem dunklen Raum brachte sie ihre Tochter Dazia zur Welt.

 Inmitten der Kriegswirren hatte Tatiana großes Glück – denn alle 11 Sekunden stirbt auf der Welt eine schwangere Frau oder ein neugeborenes Baby. Der häufigste Grund: mangelnder Zugang zu einer entsprechenden Gesundheitsversorgung.

Gemeinsam mit lokalen Partnern sorgt CARE in der Ukraine für den Ausbau von Geburtskliniken und die Weiterbildung von Hebammen. Um Stress und Traumata abzubauen, unterstützen CARE und seine Partner Familien wie die von Tatiana zudem mit psychosozialen Aktivitäten, mit psychologischen Beratungsgesprächen und Informationen darüber, wo sie Hilfe suchen können.

Hebammen in der Ukraine berichten

Der Krieg in der Ukraine hat das Leben für Schwangere schwierig gemacht: Die, die das Land nicht verlassen konnten, mussten ihre Kinder unter widrigsten Bedingungen zur Welt bringen. Trotz dieser Herausforderungen wurden im vergangenen Jahr in der Ukraine 195.000 Kinder geboren. Dies wäre nicht möglich gewesen ohne das unermüdliche Engagement der Hebammen, die trotz akuter Bedrohung und Angst weiterhin Frauen bei der Geburt unterstützen. Sie setzen sich persönlichen Risiken aus und leisten unter den schwierigsten Bedingungen wertvolle Arbeit.

In der Ukraine unterstützt CARE medizinische Einrichtungen und Frauengesundheitsprogramme. In mehr als zehn medizinischen Einrichtungen können Frauen und Mädchen eine umfassende kostenlose medizinische Versorgung erhalten. Die Geburtshelfer:innen und Gynäkolog:innen erhalten eine spezielle Ausbildung und CARE-Helfer:innen stellen Medikamentenpakete und Geräte bereit und unterstützen damit die Gesundheitsversorgung in der Ukraine.

Wenn eine Geburt lebensgefährlich wird

Schwangere Frau steht vor einem Krankenhaus

Schlechte Gesundheitsversorgung

Oft werden die Gefahren einer Schwangerschaft und Geburt unterschätzt. Dabei birgt beides große Risiken, sowohl für Gebärende als auch für Babys. Obwohl es auch in Deutschland zu schweren Komplikationen während der Geburt kommen kann, besteht in anderen Regionen der Welt ein weitaus höheres Risiko, dabei zu sterben: 80 Prozent aller Todesfälle von Müttern und Kindern treten im südlichen Afrika und Asien auf. Dort ist das Risiko, bei der Geburt zu sterben, 50x höher als im Globalen Norden. Der häufigste Grund: mangelnder Zugang zu einer entsprechenden Gesundheitsversorgung. Dagegen lässt sich jedoch etwas tun.

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Frau mit zwei Babys sitz auf dem Boden

Selbstbestimmung als Schlüssel

Die Müttersterblichkeit während der Schwangerschaft oder Geburt kann um 67 Prozent gesenkt werden, wenn alle Frauen die Möglichkeit haben, selbstbestimmt über eine Schwangerschaft zu entscheiden. Seit 2000 sind Todesfälle von Neugeborenen auf der Welt fast um die Hälfte zurückgegangen, Todesfälle von Gebärenden um mehr als ein Drittel. Der Grund dafür: ein verbesserter Zugang zu bezahlbarer und guter Gesundheitsversorgung. Die Senkung der Müttersterblichkeit ist eins der Unterziele der SDGs. CARE setzt sich aktiv für eine bessere Mutter-Kind-Gesundheit ein.

Hebammen, die Leben retten

Khalat Majid spricht über ihren Berufsalltag als Hebamme

38 Jahre Erfahrung als Hebamme im Irak

CARE betreibt in der kleinen Stadt Baadre im Norden Iraks lebensrettende Entbindungsstation. Zum Team gehören neben Ärzten, Krankenschwestern und Krankenwagenfahrern auch vier Hebammen, die ihre Arbeit mit Herzblut verrichten. Sie bieten Stillberatung, Beratung zur Familienplanung, Verhütungsmittel und bei Bedarf weitere medizinische Behandlungen an. Alle Leistungen sind kostenlos, und die Station ist das ganze Jahr über rund um die Uhr besetzt.

Die 57-jährige Iran Khalat Majid ist eine der Hebammen: „1985 habe ich in Mossul mein Examen gemacht, jetzt sind es nur noch drei Jahre bis zu meiner Pensionierung. Ich wünschte, ich könnte meine Arbeit für immer fortsetzen. Hier auf der Station ist jeder Tag anders. Wenn ein Baby auf die Welt kommt, wenn ich die Schreie höre, ist das ein unglaubliches Gefühl. Und jedes Mal denke ich an die Geburt eines meiner fünf Kinder. Ich habe sie alle zu Hause bekommen. Eine Nachbarin, die zufällig auch Hebamme ist, und ich, wir haben uns immer gegenseitig unterstützt.“

Rasha Abdulsaram spricht über die Herausforderungen ihre Arbeit als Hebamme

Hebamme Rasha aus dem Jemen

„Eine der größten Herausforderungen für mich als Hebamme ist, dass so viele schwangere Frauen, die ich behandle, so jung sind. Viele von ihnen sind 16 Jahre alt oder jünger. Es besteht ein größeres Risiko für Komplikationen, wenn ihr Körper noch relativ klein ist. Oft werden die Babys auch zu früh geboren. Aber die Traditionen und Mitgiftpraktiken führen oft zu Frühehen und frühen Schwangerschaften. Ich rate den Frauen, sich mit der Familienplanung zu befassen und sie über Verhütungsmittel aufzuklären, die Schwangerschaften von vornherein verhindern können, wenn sie noch nicht bereit sind“, sagt Rasha Abdulsaram, die über 10 Jahren als Hebamme im Jemen arbeitet.

Ihre größte Motivation war, dass es in ihrer Heimatstadt Taiz an Hebammen mangelte. Sie erlebte, wie Frauen starben, während sie auf Hilfe warteten, und beschloss, selbst Hebamme zu werden. CARE versorgte sie mit einem Hebammen-Kit, das die wichtigsten Medikamente, medizinische Ausrüstung sowie Sterilisations- und Wiederbelebungsgeräte enthält.

Was wir für Schwangere und Entbindende tun

Patientenbesuch in einem Krankenhaus für Schwangere.

Kambodscha: Radiohörspiel für Mütter

In Kambodscha hat CARE ein Radiohörspiel etabliert, das in verschiedenen kambodschanischen Dialekten Gesundheitstipps, Ernährungshinweise, Impfaufklärung, Infos zum Stillen und zu wichtigen Untersuchungen zu Frauen bringt, die indigenen Volksgruppen angehören.

So wurde vielen werdenden Müttern ein besserer Zugang zu wichtigen Informationen ermöglicht. 

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Eine Hebamme mit Baby

Irak: Mobile CARE-Klinik

Vor drei Jahren eröffnete CARE eine Mütterklinik im Norden Iraks. Dort wurden bereits 4400 Frauen betreut. Allein letztes Jahr kamen 480 Babys in der Klinik zur Welt. Drei Ärztinnen und sechs Hebammen leisten Geburtenhilfe, kümmern sich um Vor- und Nachsorge, Untersuchungen, Behandlungen und beraten zu Verhütungsmethoden.

Die mobile Klinik fährt außerdem in Geflüchteten-Camps, um Müttern und ihren Kindern eine entsprechende Versorgung bereitzustellen.  

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Reproduktive Gesundheit fördern: Ihre regelmäßige Spende an CARE

Mit Ihrer regelmäßigen Spende für Frauen und Mädchen helfen Sie CARE, deren Rechte nachhaltig zu stärken, Gleichberechtigung weltweit zu fördern und ihnen mehr Entscheidungsteilhabe in ihren Gemeinden zu ermöglichen. Mit Ihrer Hilfe unterstützen Sie Projekte, die langfristig auf die Schaffung neuer Einkommensmöglichkeiten, die Verbesserung der reproduktiven Gesundheit sowie Schutz vor Gewalt hinwirken. 

Schließen Sie jetzt eine regelmäßige Spende für die Stärkung von Frauen und Mädchen ab und fördern Sie damit die reproduktive Gesundheit! Schon mit 15 Euro monatlich können Sie nach fünf Monaten eine junge Mutter mit dem Nötigsten für die Geburt und die ersten Monate danach ausstatten. Das "Geburts- und Neugeborenen-CARE-Paket" enthält z.B. Babykleidung, Windeln, Decken sowie Hygieneartikel wie Seife und sterile Handschuhe.

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Lächelnde CARE-Helferin im orangen T-Shirt hält ein lächelndes Mädchen auf dem Arm

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